Hell, dunkel, hell, dunkel, hell, dunkel, Abfahrt 😦
So ungefähr kann man den Aufenthalt auf dem „Campingplatz“ Utopia beschreiben, denn Wochentage oder Daten spielen hier eigentlich keine Rolle. Und mit verlebten Baños, grillenden Argentiniern mit großen Wohnmobilen und kinderreichen, lärmenden Familien mit kleinen Autos hat Utopia überhaupt gar nichts zu tun.
(Um kalendarisch aber nicht aus der Spur zu kommen, hier die schnöden Daten: 27.8.-30.8., Mittwoch bis Samstag)
Martina und Johan, beide viele Jahre Weltreisende mit Auto und/oder Motorrad, haben sich nahe der berühmten Ruta 40 niedergelassen, um einen Akkuaufladeplatz für Rastlose, Neugierige und Reisefiebernde zu schaffen. Warum hier? Nun, sie haben beide mehr als genug von der Welt gesehen, um diesen Flecken Erde fundiert als ziemlich gut bewerten zu können.
Von der quasi überhaupt nicht befahrenen Schotterpiste erstreckt sich ein etwa 50 Meter breites Grundstück über rund 250 Meter hinab zum Fluss. Ein alter Wein- und Obstgarten auf den ersten 60 Metern stellt zurzeit noch den Campground für Gäste dar.

Eine Gebüschgruppe teilt das Grundstück, ein Weg führt dort hindurch zum zentralen Platz mit Hütte, Küche, Ofen, Feuerstelle undsoweiter.


Etwas abseits auf einer kleinen Lichtung ist die Dusche installiert – ein Brausekopf an einem Pfahl, mit Heißwasser vom Hüttendach. Exzellentes Duscherlebnis (solange die Sonne scheint).
Hangabwärts führt eine Treppe über eine größere Wiese zum Trockenklo – ein Plumpsklo mit Asche-Späne-Ablöschung, funktioniert hervorragend.

Das Wüstenklima diktiert den Tagesablauf: sobald die Sonne den Platz erwärmt verlässt man bald die Federn, um nicht im eigenen Saft geschmort zu werden.

Vormittags ist die Zeit für Aktivitäten: Motorräder reparieren, Frisbees werfen, Hängematten aufhängen, Tiere streicheln, Busse pflegen – was eben so anfällt. 20°C, schnell steigend.

Sobald die Sonne fast schmerzhaft brennt nimmt man sich ein Beispiel an den Tieren, sucht sich Schatten und bewegt sich wenig bis gar nicht. Routenplanung und Hängemattentests sind geeignete Tätigkeiten. Es sind etwa 30°C, die Höhensonne hat Kraft, der Wind ist jedoch angenehm kühlend.


Allmählich kann dann auch Gemüse vobereitet werden. Wenn die Sonne nicht mehr so arg brennt wird abkühlend geduscht und der Ofen angeheizt. Denn wenn die Sonne hinter dem Bergkamm verschwindet wärmt die Strahlung der Bauten und des Ofens von außen, die phänomenale Pizza und der lokale Wein von innen.

22 Uhr, es ist wirklich frisch (15°C, schnell sinkend). Auf dem Weg zum Schlafgemach besteht Stolpergefahr, denn der Kopf ist dabei durchgängig im Nacken zu tragen: So einen Sternenhimmel gibt es kaum woanders!

Ab in die Falle, denn die Nachttemperatur beträgt hier 3-5°C, brrrrrt.

So verbringen wir die Tage, vergessen die Buckelpiste und fühlen uns wieder wie die Pfadfinder, die wir (zu 3/4) ja auch sind. Wir kommen wieder, ob mit Motorrad oder Auto! ❤
