Bemerkenswert
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Wer wir sind und was wir hier machen

Hallo 👋

Schön, dass du den Weg zu unserem Blog gefunden hast!

Wir sind Martin und Tine und ein Paketbote hat unsere Nachnamen mal so durcheinandergemischt, dass dabei „Schminski“ herauskam. (Eigentlich wäre es ziemlich witzig, wenn man sich einen neuen Nachnamen aus den beiden vorhandenen bauen dürfte…) Aber gut, das nur zur Namensgebung unseres Blogs.

Wir halten hier unsere Gedanken fest und sind schon sehr gespannt, wie sich alles mit der Zeit entwickeln wird. Du kannst gerne deine Email-Adresse unten/rechts eintragen, wenn du über Neuigkeiten auf dem Laufenden gehalten werden möchtest.

Die Werbung ist da, wenn man sie nicht kostenpflichtig abschaltet. Ob wir uns das zwischendurch noch mal leisten oder nicht – mal sehen. Und wenn unter einem Post steht: Dieser Post wird gesponsert von XY – also wir kriegen davon nichts 😀

Bis dahin, viel Spaß beim Lesen und wenn ihr etwas fragen oder anmerken wollt kommentiert gerne, dazu müsst ihr bloß auf den Titel des Posts klicken und am unteren Ende ist dann ein Kommentarfeld . 🙂

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Heimreise

Montag, 30.9.

Adieu! Drei Monate sind vergangen, seit wir im „winterlichen“ Buenos Aires angekommen sind. Jetzt bewegen wir uns in den Straßen wie alte Hasen, die Bäume sind grün und es ist kaum zu fassen, wie schnell die Zeit doch verging. Der Blog half und hilft uns sehr, um die ganzen Erlebnisse in der richtigen Reihenfolge in Erinnerung zu halten.

Nach der Verabschiedung von Anne und Korbi lassen wir uns zum Flughafen ubern, die Reise wird schließlich lang genug.

Letzte Empanadas am Flughafen

Nach einem etwas rumpeligen Start um ein Gewitter herum geht’s über die Wolken….

….und den Montblanc (mit seinen sehr überschaubaren 4800m, niedlich)….

….zurück nach Hamburg, wo wir mit einem anderen, sehr bekannten und sehr roten, Bulli abgeholt wurden.

Das war’s. Gerne wieder. Danke für eure Aufmerksamkeit ❤

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Letzte Meilen

Das Freedom Hostel ist eigentlich ganz cool, mitten in der Stadt gelegen und relativ günstig. Allerdings haben die Betten mal wieder eine Kuhle (aber das ist ja Normalzustand), ansonsten sind wir ganz zufrieden. Zum Frühstück gibt es sogar so eine Art Müsli zur Auswahl!

Samstag, 21.9.

In Rosario gibt es eine Promenade, an der wir entlangspazieren und uns den Tag mit Essen und Gucken vertreiben. Es gibt Burger von einem Streetfoodwagen und wir besuchen einen Markt in einer Halle, wo ganz viel Handgemachtes verkauft wird. Martin kauft sich endlich sein argentinisches Portemonnaie (ohne Münzfach. Bonze.) und ich entdecke ein paar Geschenke und ein kleines Schnabeltier, an dem ich einfach nicht vorbeigehen kann.

In Rosario wurde die argentinische Flagge erfunden. Das dazugehörige Monument ist ausgesprochen pompös, kann man sich mal anschauen.

Nachmittags fahren wir weiter zu einem Campingplatz am Fluss Parana. Das Ehepaar, das den Platz instand hält, unterhält sich direkt nett mit uns und ich versuche in meinem krummen Spanisch zu erklären, wo wir herkommen, wo wir noch hin wollen und überhaupt. Der Mann fragt mich dann, ob wir vielleicht ein paar Euros haben, denn er sammelt Münzen. Ich schaue nach und finde noch Münzen, von denen ich ihm je eine 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent Münze überlasse. Wir fragen uns kurz, ob das ein Trick war, aber es wirkte überhaupt nicht so und unser Eindruck bestätigte sich dann, als er uns danach nagelneue Pesomünzen brachte, die er uns wiederum schenkte. Natürlich sind die nicht so viel wert, wie die Euromünzen, aber irgendwie haben wir ihm trotzdem geglaubt und manchmal muss man auch einfach mal in das Gute in anderen Menschen glauben. Abgesehen davon hat uns das auch wirklich nicht arm gemacht.

Als wir noch kurz für unser letztes Asado einkaufen, begegnen wir einem Señor Krause. Ihm gehört der kleine Laden, in dem wir Salat und Würstchen fürs Grillen holen. Er erzählt uns, dass sein Vater oder Großvater Deutscher war und daher der Name übriggeblieben ist. Er selber spricht aber leider kein Deutsch.

Wir genießen einen tollen Ausblick auf den Fluss und unser letztes Mal selber grillen in Argentinien. Ein bisschen wehmütig werden wir in dem Moment schon – bald sind wir wieder zuhause. ABER: Bald sind wir wieder zuhause!! Und sehen all unsere Lieben wieder! Und das macht es dann doch gar nicht so schwer, sich auf das Ende der Reise auch ein bisschen zu freuen.

Sonntag, 22.9.
Am nächsten Morgen geht es weiter – wir wollen auf dem Rückweg noch mal kurz bei Cris vorbeifahren. Dort konnte man entspannt campen und es passt von der Distanz nach Buenos Aires. Und ganz in der Nähe gibt es noch jemanden einzusammeln…

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Von Wiederbelebung und Cafetests

Dienstag, 17.9.

Am späten Vormittag rumpeln wir los nach Jesus Maria zu Diesel Jema Bosch Service. Was für eine Folter! Aber Screely hält durch. Natürlich.
Da wir pünktlich zur Mittagspause ankommen, schlagen wir uns diese an der lokalen Tankstelle um die Ohren. Den Nachmittag über warten wir dann – vor uns sind noch zwei „Sofortkunden“ dran. Wie das aber nunmal so ist: Deren Kisten werden erst zum Feierabend fertig. Unverrichteter Dinge ziehen wir dann zum lokalen Campingplatz ab – auf die paar Kilometer kommt es nun auch nicht mehr an.

Der sehr große Campingplatz ist völlig verwaist – abgesehen von zwei Schäferhundbären. Die sind erst skeptisch, stellen sich aber als ganz umgänglich heraus, solange man ihnen gegenüber sicher genug auftritt. Sind aber auch etwas aufdringlich. Toris Lehren helfen uns hier sehr, nachdem die Fronten geklärt sind (Bus: tabu, Anspringen: uncool, Leckerchen: immer gern) arrangiert man sich miteinander. Die Platzeigentümer kommen nach Anruf extra für uns her, schalten das WLAN ein, putzen die rustikalen Bäder durch und kassieren grenzwertige 400 Pesos.

Mittwoch, 18.9.

Die Nacht ist erwartungsgemäß ruhig. Wir müssen viel zu früh raus, damit wir zeitig wieder bei der Werkstatt sind. Angepeilt ist 8 Uhr, 0830 schaffen wir tatsächlich (nicht ohne Stolz). Frühstück holen wir uns diesmal in der Stadt. Hier gibts viel schönere Cafés und Restaurants als die Tanke von gestern – und die probieren wir gleich mal alle durch.

Hausgemachte Lasagne mit Spinat im Teig und Bolognesesoße

Abgesehen von netten kleinen Cafés gibt es in Jesus Maria allerdings nicht viel, daher laufen wir durch die Gegend, setzen uns irgendwo rein, laufen weiter, sitzen auf dem „Dorfplatz“, gehen noch einen Kaffee trinken usw. usw. Zwischendurch versuchen wir, uns noch mal ein paar Pesos zu holen, doch es ist ein ungünstiger Zeitpunkt. Alle Automaten sind leer, die Schlangen vor den Automaten ewig lang.

Abends dann die Erleichterung: Alle Fünfe sind wieder da! Kurzer technischer Ausflug, wer nicht interessiert ist liest nach dem nächsten Foto weiter.

Das Pumpe-Düse-Element von Zylinder 3 ist aufgrund einer defekten Magnetspule ohne Funktion. Das Element wurde getauscht, trotzdem lief die Kiste nicht. Fehlermäßig bleibt nicht viel über, denn der Kabelbaum ist auch intakt. Am Motorsteuergerät sind jedoch deutliche Korrosionsspuren aufgrund der bolivianischen Bewässerung zu finden. Nachdem die Pins peinlich genau gereinigt wurden gab es einen finalen Versuch und um 1930 lief der Wagen wieder. Klaglos, als wäre nix gewesen. Wahnsinn! Feierabendbedingt bekam Screely noch eine Übernachtung in der Werkstatt.

Wir werden vom Sohn des Werkstattbetreibers in das Hostel seines Freundes einquartiert. Ich hatte in dieser Werkstatt erst ein komisches Gefühl, weil die Mitarbeiter dort immer nur Martin angeguckt haben und wenn ich etwas gesagt habe, wurde es manchmal ingnoriert… Dann habe ich mich damit abgefunden und mich einfach rausgehalten. Ich muss ja auch nicht überall dabei sein und meinen Senf dazugeben. Somit sind auf einmal die Rollen vertauscht und Martin musste (auf Englisch – puh) für uns kommunizieren.

Donnerstag, 19.9.

Wir haben mal wieder in einem Bett geschlafen, das nicht durchgelegen war, zum Frühstück gibt es das typische Hostelfrühstück bestehend aus trockenen Brötchen und so einer Art Keksen, die man mit Marmelade bestreichen kann und süßem Kaffee.

Danach sind wir wieder in die Stadt gegangen, schicken Romina einen Geburtstagsgruß und es wird viel gespielt und gegessen bis wir um 16 Uhr dann endlich das Auto abholen können. Juhu!

Wir fahren dann direkt nach Cordoba, geben dort unsere Wäsche ab und kehren in ein schickes kleines Burgerrestaurant ein, das im Studentenviertel liegt. Der Abend war ziemlich gut, bis auf einmal ein kleines Mädchen zu uns an den Tisch kam, das uns etwas verkaufen wollte. Wir haben schon öfter Menschen getroffen, die uns etwas verkaufen wollten, jedoch kam uns niemand so nahe wie dieses kleine Mädchen. Es war schon ca. 21 Uhr und dunkel draußen. Sie war ungefähr acht Jahre alt, barfuß und sehr ungepflegt. Da wir in Ruhe weiteressen wollten sagten wir: „No, perdon.“ Aber so schnell gab sie nicht auf. Sie zeigte auf ihre Ware, dann auf ihre nackten Füße und dann auf ihre Tränenspuren in ihrem dreckigen Gesicht. Als wir wieder „No“ sagten (diesmal etwas vehementer), kam sie mir ganz nah und zeigte auf ihren Mund, dass sie Hunger habe. Ich zeigte auf meine unberührten Pommes und bot ihr welche davon an. Sie meinte daraufhin irgendwas dazu, dass sie draußen isst und wollte weiterhin ihre Ware verkaufen. Ich erinnere mich noch wie ich Martin ansah und die gleiche Ratlosigkeit in seinem Blick lag, die ich fühlte. Sollten wir jetzt was von ihr kaufen? Sie tat uns natürlich leid, doch gleichzeitig wussten wir nicht, ob es ihr überhaupt etwas bringen würde, wenn sie Geld von uns bekam. Würden wir damit nur anderen Menschen Geld in die Tasche stecken, die dafür verantwortlich waren, dass dieses kleine Mädchen spätabends noch betteln ging?
Wir waren leider überhaupt nicht vorbereitet auf dieses Szenario und sagten so nochmals: „No“ Daraufhin streckte sie uns die Zunge raus, ihr ganzes Verhalten veränderte sich in geschäftsmäßig und sie ging schnurstracks wieder aus dem Restaurant raus.

Unser Schlafplatz für die Nacht sollte ein Parkplatz sein, der laut iOverlander geeignet war, um dort eine Nacht zu stehen. In den Unigebäuden gab es Toiletten und somit war es für uns naheliegend, uns spontan eine Nacht dorthin zu stellen.

Martin war die Ruhe selbst während ich es sehr beunruhigend fand, einfach so in der Öffentlichkeit zu übernachten. Ich weiß, wir haben das schon ein paar Mal gemacht, aber zu viert fühlt es sich doch irgendwie sicherer an als zu zweit. Dazu kam, dass dieser Parkplatz abends immer noch frequentiert war mit Autos, die eine Weile dort parkten und dann wieder wegfuhren… Hmmm.

Freitag, 20.9.

So viele Menschen! Morgens hat sich der Parkplatz quasi unbemerkt komplett gefüllt. Als wir um 9 aufstehen, können wir die Infrastruktur der Uni nutzen. Die kleine Cafeteria nutzen wir dann jedoch nicht, da sie gerade von Paramedicos (Sanitäter, alle in Arbeitsklamotten inkl. Helm!) gestürmt wird, die nebenan eine Prüfung geschrieben haben.

Ein fancy Café lässt uns dann die Wartezeit bis 11 Uhr gut herumbringen. Der servierte Kaffee ist nicht nur schön anzusehen und in netten Tassen, sondern auch einer der besten auf der Reise – abgesehen von Tils natürlich!

Die stark, aber nicht unangenehm parfümierte Wäsche ist sehr sauber, 5€ für eine Reisetasche voll ist ein unschlagbarer Kurs. Wir sind dadurch versorgt für den Rest der Reise. Ab auf die Straaaaaaße!

Der Abschied wirft seine Schatten voraus: mit vollem Reservekanister darf Screely nicht auf die Fähre

400 todeslangweilige Kilometer später erreichen wir die drittgrößte Stadt des Landes, Rosario. Auch hier gönnen wir uns ein Hostel, da die Campground-Auswahl sehr mager ist. Waren die Stollenreifen eigentlich schon immer so laut?

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Sitting Ducks

Es ist der 21.12., die Sonne scheint. Höchste Zeit um den Blog allmählich abzuschließen. Viel Zeit ist seit dem letzen Beitrag vergangen, noch viel mehr ist derweil passiert. Ganz offensichtlich sind wir doch noch irgendwie nach Deutschland zurückgekommen. Und der Bus? Wir knüpfen nahtlos am Cliffhanger an (Motor wackelt, ADAC geht nicht ans Telefon, manch einer erinnert sich), aber lies selbst:

Noch Freitag, der 13.9.:
Was nun? Die Verfügbarkeit von PD-Elementen ist hier mutmaßlich stark begrenzt. Berge befahren ist gar keine Option. Mit Bordwerkzeug sind die Elemente nicht auszubauen. Also: Abteilung kehrt, zurück zu Walter! Bis zur letzten großen Tankstelle (lies: WLAN) sind es 30 km, auf der Strecke gewöhnt Martin sich das situationsbedingt schonende Fahren an: Beschleunigen mit sehr geringer Last, die Motordrehzahl immer zwischen 2600 und 3100 u/min halten. Höchstens im 4. Gang fahren, im 5. ist die Last zu groß. Muss gehen.
Erleichterung: Walter ist da, wir können vorbeikommen. Also Ohrstöpsel rein und los! Das Rudel freut sich sehr über unsere Rückkehr.


Wir verbringen den Abend mit Frustgetränken, Hundekraulen und Planung.

Samstag, 14.9.

Nun, wie sind unsere Optionen? Walter aktiviert seine Kontakte, Martin macht sich an die genaue Diagnose. Die Fakten:

  • am 23.9. muss das Auto im Hafen von Zaraté (800 km) stehen…
  • …und mit eigener Motorkraft auf das Schiff fahren können
  • wir müssen danach in Buenos Aires sein
  • Es gibt keine VW T5 in Argentinien – also auch keine Ersatzteile
  • Teileimport ist zeitintensiv
  • wir wollen noch mal in die Anden

Es kristallisieren sich drei Möglichkeiten raus:

  1. Screely ist einfach instandzusetzen. Wir können morgen weiterfahren, noch einen Andenanlauf starten.
  2. Screely ist aufwendig instandzusetzen, in kurzer Zeit. Wir können aus eigener Kraft nach Zarate fahren.
  3. Screely ist nicht bis zum 23. zu reparieren. Wir müssen transportiert werden.

Walter telefoniert fleißig rum. Es kristallisiert sich heraus, dass ein Transport relativ kurzfristig organisierbar wäre. Es gibt jedoch hinter’m Berg (tatsächlich!) einen sehr guten Bosch-Dienst. Deren Aussage: „Den Motor kennen wir aus dem VW Touareg, wir schauen Montag mal nach“.

Martin versucht sich derweil mit fernmündlicher Unterstützung aus Deutschland an der genauen Diagnose. Mehr schlecht als recht, er ist hier schließlich sehr beliebt!

Ergebnis: das Element scheint tatsächlich direkt defekt zu sein, und mit Bordmitteln ist es nicht auszubauen. Meh.

Sonntag, 15.9.

Hello!

Wieder ein sonniger Tag, die Zwangspause fühlt sich heute gar nicht so gezwungen an. Wir schlafen richtig gediegen aus – der Bulli ist eindeutig gewachsen seit wir TnT abgeliefert haben!
Um voranzukommen (gefühlt, nicht geographisch) sind wir auch produktiv: wir räumen Screely richtig gründlich aus, auf, um. Da Option 1 (siehe oben) recht unrealistisch geworden ist packen wir schon vorbereitend auf die Rückreise. Rückreise? Puh, ja, wir haben wirklich nur noch 2 Wochen in Argentinien! 😦
Zum Dank für Walters großartiges Engagement helfen wir ihm auch bei der Arbeit: alte Bänke und Zaunlatten sind aufzuarbeiten.

Abends gönnen wir uns dann ein Essen bei „El Molino“ – diesmal wirklich! Ist exzellent. Viel Wein, sehr guter Fisch, und die wohl beste Empanada überhaupt: Empanada Dorade. Omnom!

Montag, 16.9.

Neue Woche, neue Infos…..oder auch nicht. Bis zum Nachmittag gibt es keine Meldung von der Werkstatt. Wir entscheiden uns nun für die Transportvariante. Aber als Walter das Telefon in die Hand nimmt um den Bekannten zu buchen klingelt es plötzlich!
Die Bosch-Werkstatt in Jesus Maria hat den passenden Motor aus einem VW Touareg da, ja, komplett, mit den PD-Elementen. Ja, man hat nachgeschaut, die passen auch in unseren Motor. Gut, wir sehen uns dann morgen!

Wohoo, es geht also doch auf eigenen Rädern weiter! Den Abend verbringen wir gemeinsam mit gutem Essen vorm Kamin auf dem Zebrafell.

Dienstag, 17.9.

Tschüss Walter, tschüss Hunde, danke für alles!

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Hin und wieder zurück – die Geschichte eines Bullis

Wir sind wieder zu zweit. Da die Wäsche in der Wäscherei übernachtet machen wir es uns auf dem Campus gemütlich. Ein schöner, leerer Parkplatz mitten zwischen den Lehrgebäuden. Nach einer sehr ruhigen Nacht wachen wir erholt gegen 9 Uhr auf um feststellen zu können, dass der Parkplatz rappelvoll ist. Lauter nette Leute hier, wir haben absolut nix davon mitbekommen.

Gefrühstückt wird in ner fancy Studentenbar, mit der frischen Wäsche im Gepäck machen wir uns wieder auf den Weg nach Westen – die Anden rufen!

Geplant ist die Tour dorthin in insgesamt 3 Etappen: die erste führt uns an einen etwas abgelegenen Fluss, über eine tolle Geländestrecke. Sooooo viel besser als Campuscamping!

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Zur Weiterbildung gucken wir abends den Film „Todo sobre el Asado“ (alles über’s argentinische Grillen). Sehr…..weiterbildend. Hier der Trailer, es lohnt sich!

https://www.youtube.com/watch?v=9R_Dl7MJfqg

Die Erholung ist nötig, da wir am Freitag, den 13.9., ungefähr 500 km geplant haben. Der größte Teil der Strecke entfällt dabei auf die ewig lange gerade Straße durch die Salzflächen Richtung La Rioja.

Läuft ganz gut, zu zweit kommt man einfach viel besser in die Pötte. Wir gondeln mit 110 km/h gen Westen, die Anden freudig erwartend. Einer kommt dann aber nicht mehr in die Pötte, zumindest nicht mehr in alle Fünf:

In der Mitte der Straße durch’s Nirgendwo entscheidet sich Screely zur modernen Maßnahme der Zylinderabschaltung und schüttelt sich arg, vier Zylinder sind schließlich einfach zu wenig (weiß jeder). Ein Klick auf’s Bild führt zur google Maps-Position, damit du dir vom Nichts mal ein Bild machen kannst.

Auslesen ergibt: Kurzschluss der Einspritzung am 3. Zylinder. Mutmaßung: Pumpe-Düse-Element (PDE) defekt. Wär blöd.

Was tun? ADAC Plus gibt’s hier nicht, telefonieren können wir hier nicht ernsthaft. Weiterfahrt, insbesondere in den Bergen, ist so unmöglich: dem Motor fehlt Leistung, die ungünstige Unwucht wird auf Dauer entweder das Getriebe oder den Motor selbst zerlegen. Sollte ein Kabel der Einspritzanlage den Fehler verursacht haben wäre ein Kabelbrand eher früher als später sehr wahrscheinlich.

Hm.

Fortsetzung? Folgt.

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Cordoba

Cordoba ist mit 1,3 Mio Einwohnern die zweitgrößte Stadt Argentiniens. Es gibt also viel zu sehen! Dementsprechend laufen wir nach dem erfolgreichen Apartment-Bezug durch die Stadt, das abendliche Ziel ist ein veganes Restaurant.

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Als Universitätsstadt (150.000 Studierende) ist das Restaurant- und CordoBarangebot ganz erfreulich, das Stadtbild wird von jungen Leuten geprägt. Insgesamt ist das Flair sehr viel weniger metropolig als in Buenos Aires, trotz der Größe.

Dienstag, 11.9.:

Ein weiterer Stadt-Tag, den wir getrennt verbringen. Abends treffen wir uns in einer hervorragenden Cocktailbar wieder….

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Mittwoch, 12.9.:

Puh, wo ist der Morgen hin? Um 11 stehen wir auf, packen, räumen die Bude auf und checken um 13 Uhr aus. Der erste Weg führt zum Carrefour, um das Zelt von TnT zurückzugeben. Für 80€ bekamen wir ein Plastikzelt mit schlecht vernähten Laschen und Wassereinbruch beim ersten echten Regen….traurig. Cash gibt es nicht zurück, nur einen Einkaufsgutschein über den gleichen Betrag. Kein Probleeeem! Wir kaufen massig ein, um wieder autark zu sein. Danach fahren wir zurück in die Stadt und nehmen Abschied. Tori und Til fahren von hier aus mit dem Nachtbus nach Buenos Aires, um dort noch einige Tage verbringen zu können bevor ihr Flug am 20.09. gen Heimat startet. Da für Tine und Martin 2 Wochen „BA“ zu viel wären und das Auto erst am 23. zum Hafen muss fahren wir noch einmal in die Anden.

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Das waren intensive 2 Monate. Vier dickköpfige Leute in einem Bulli sind manchmal zu viel, aber meistens doch genau richtig gewesen. Es war schön, aber es ist auch schön, noch ein wenig Zeit zu zweit zu verbringen. Gute Heimreise!

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Buenos Aires zum Dritten

Montag, 23.9.

Morgens fahren wir von Cris über Tigre (eine Speckgürtelstadt von Buenos Aires) zum letzten Apartment in BA. In Tigre sammeln wir noch Anne und Korbi ein. Mit denen haben wir uns für unsere letzte Woche in Buenos Aires verabredet, da sie einen Tag später nach Hause fliegen wollen als wir und so passt es dann ganz gut. Die erfahrenen Leser erinnern sich: Wir hatten sie in Iguazu kennengelernt.
Unser Apartment ist mega schön! Wir haben jeeeede Menge Platz und richten uns in Ruhe häuslich ein. Screely bereiten wir für die Reise auf dem Schiff vor und alles, auf das wir die nächsten vier Wochen nicht verzichten können, nehmen wir mit ins Apartment. Und später ins Flugzeug, also ist Augenmaß angesagt. Abends gibt es sehr leckere selbstgemachte Empanadas und wir nutzen die Zeit, um noch ein paar Runden Canasta zu zocken.

Hier Motorradgeräusche einfügen!

Dienstag, 24.9.

Wir fahren früh nach Zárate, die Antriebswelle klackert schon voller Vorfreude. Der Spediteur kommt um 10 zum Hafen, wir werden sicherheitsmäßig aufgerüstet (mit Westen und Clownsschuhkappen) und bekommen Zutritt zum Hafengelände.
Wir klappern (ha!) zu Fuß einige notwendige Stationen ab und müssen eine ganze Weile warten. Ohne Internet, ohje. Martin trifft die unglückliche Entscheidung genau an dem Ort eine Spieleapp zu löschen, die er noch auf dem Handy hatte und will jetzt immer auf meinem mitspielen. Aber dann kommen wir gerade noch vor der Siesta dran und es läuft dann doch alles am Schnürchen.

Bis zum Zoll.

Dort wird das Auto dann noch mal gründlich durchgeguckt und sämtliche Dulce de Leche Packungen unter die Lupe genommen. Zusätzlich schicken sie einen Zollhund (namens Leon) durch den Wagen. Natürlich findet Leon den Fußboden neben dem Beifahrersitz sehr interessant und schnuppert dort besonders gründlich. Wir erklären, dass wir dort Hundefutter gelagert hatten und ich bin mir sofort unsicher, ob ich das vielleicht besser nicht gesagt hätte, da das ja total nach Ausrede klingt….
Aber die Überlegung, den Bodenbelag aufzumachen wird dann durch den eindeutig wochenlang angesammelten Dreck über den Nähten und die nahende Siesta glücklicherweise doch nicht in die Tat umgesetzt.

Und dann heißt es Abschied nehmen von Screely. Ohne Auto in Argentinien!
Schon ein komisches Gefühl, davor war man irgendwie immer noch mit seinem eigenen Zuhause rumgereist und nun auf einmal so komplett ohne alles. 
Aber unser netter Spediteur nimmt uns noch mit zurück nach Buenos Aires. Dort sammeln wir Anne und Korbi beim fancy Tattoo-Studio Swim Low ein und gönnen uns ein sehr leckeres Essen in einem netten kleinen faaancy Viertel: Palermo. 

Mittwoch, 25.9.

Heute schlafen wir entspannt aus und gehen dann in die Stadt zum Shoppen. Es ist richtig schön warm. In einem Park gibt es einen Riesenbaum und wir gucken uns kurz den Präsidentenpalast und Obelisk an.

Dann zeigen wir den anderen den schönen Buchladen, der in ein Theater gebaut wurde. Später kaufen wir ein und kochen lecker Abendessen.

Donnerstag, 26.9.

Heute gehts früh los, takatakataka!
Wir probieren mal ein Uber, anstelle eines Taxis oder der Bahn. Heute holen wir uns ein Andenken der besonderen Art.

Dort holen Anne und Korbi uns später ab, wir gönnen uns noch ein Eis um die Ecke auf der Dachterrasse.

Die anderen haben noch einen Tipp für einen guten Weinladen bekommen. Dort werden wir gut beraten und bekommen den Freunde-von-Freunden-von-Freunden-Preis für zwei Flaschen Wein, die wir als Mitbringsel einpacken.

Abends wird noch eine Runde Karten gezockt und Essen bestellt, diesmal sitzen wir im Wohnflügel mit Fake-Kamin.

Freitag for Future

Argentinien ist nun nicht eben fortschrittlich bezüglich Klimaschutz: Tierhaltung auf Rekordniveau, sehr hohe Quote an ungefilterten Dieselfahrzeugen, kaum Recycling, extrem viele Plastikverpackungen überall – selbst das normale Besteck im Restaurant wird oft in kleinen Plastiktütchen an den Tisch gebracht. Für die Hygiene. Außerdem hat das Land ne ganze Menge banalere Probleme – wer den Staatsbankrott bekämpft hat keine Zeit für Dosenpfand.

Umso erstaunlicher (und erfreulicher) ist die recht rege Beteiligung an der Demonstration. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen. Ist auch noch mal ein anderes Sightseeing, wenn man quer über die größte Straße des Landes flanieren kann.

6000 Menschen, ein Anfang.

Hinterher waren wir platt. Essen, Canasta, Feierabend!

Samstag, 28.9.

Heute gehts nach dem Frühstück nach La Boca. Dort ist Maradona großgeworden und groß geworden und es gibt dort ein beliebtes Viertel mit vielen Kunstständen und kleinen Lädchen, in denen wir uns mit weiteren Mitbringseln eindecken.

Dann fahren wir mit dem Bus nach San Telmo.

Der Markt ist schön leer und wir genießen Empanadas.

Wir suchen noch nach einer Absackerbar, finden aber nur eine zweifelhafte Bar, die Skol heißt und wo man nur an bestimmten Tischen sitzen darf, die nicht für Instagrammer reserviert sind. Da gehen wir dann schnell wieder raus.

Einer der ersten Hinweise, den meine Eltern uns gaben, als wir anreisten, war: Passt auf, wo ihr hintretet. Die Pflastersteine sind oft locker, zerbrochen oder es liegt Hundekot herum. Wir nahmen uns diesen Hinweis zu Herzen und stellten auch schnell fest, dass sie Recht hatten. Besonders in Buenos Aires gibt es viele kaputte Wege und Stolperfallen, auf die man achten muss und wir hatten den Eindruck, dass es in vielen Stadtteilen auch keine Prioriät war, die Gehwege besonders schick zu halten.

Andenken: Pflasterstein, der in einem Haufen am Wegrand lag. Keine Sorge, davon gab es tausende.

Abends bringen uns AuK Doppelkopf bei – und wir mögen es! Wer hätte das gedacht. Sie sind aber auch besonders rücksichtsvolle Lehrer und werfen es uns nicht vor, wenn wir am Anfang Sachen falsch machen. 😀

Sonntag, 29.9.

Der letzte Tag vor der Abreise!! Den müssen wir jetzt aber noch gründlich ausnutzen. Was wir auch hinkriegen.

Baum auf dem Markt mit lustigen Früchten. Weiß jemand den botanischen Namen?

Wir schlafen aus, fahren noch mal nach San Telmo. Heute ist der Markt auch wieder in vollem Gange, draußen gibt es viele Stände und unsere Tangolehrer geben auch wieder ihre Show zum besten. Diesmal lassen sie die Zuschauer jeweils ihre Art eines bestimmten Tanzes vorführen. Es tanzen Mexikanerinnen, Chilener, und und und.

Wir wollen noch einmal richtig argentinisch Asado essen und suchen uns dafür ein touristisches Nobelrestaurant heraus. Dieses ist dann aber noch zu als wir schon Hunger haben (die Argentinier und ihre späten Essenszeiten…), also geben wir uns mit einem anderen zufrieden und sind nur ein bisschen enttäuscht, als es dann nicht ganz so toll ist. Dafür erleben wir, wie ein Paar am Nachbartisch verlangt, das Fleisch zu sehen, bevor es zubereitet wird. Sachen gibts…

Später gönnen wir uns noch ein paar Cocktails und sind jetzt im Doppelkopffieber.

Danach nehmen wir das letzte Mal die Subte zu unserem apartamento, um die letzte Nacht in Argentinien zu verbringen.

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La Walter

Toritag, 9.9.

Kuchen? Abends? Aber warum?

Klarer Fall von Geburtstag!

Das ist auch der Grund, weshalb wir gestern so eine Marathonetappe hingelegt haben: Geburtstag ist einfach schöner, wenn man nicht rumfahren muss!

Das Wetter ist ungewöhnlich gewöhnlich für Norddeutsche im September: 13°C, hin und wieder Nieselregen. Wir machen einen kleinen Spaziergang zum nahen Steinbruch, spielen mit den Hunden, unterhalten uns mit Walter (siehe unten).

Zur Feier des Tages gönnen wir uns abends nen Restaurantbesuch bei einer tatsächlich guten Pizzeria – ein seltener Fund in Argentinien! Unterwegs haben wir die Stadtbibliothek besucht:

Alma Gaucho

Walter, gebürtiger Argentinier (Buenos Aires), Mutter Dänin, Vater Hamburger, lebt in einem Anwesen, welches von seinen Großeltern stammt. La Falda hat recht viele Einwohner mit deutschen Wurzeln aus dem vergangenen Jahrhundert.

Er hat es sich aber nicht einfach im Haus gemütlich gemacht, sondern verdient sein Geld als Guide. Jedoch nicht für barocke Kirchen, sondern für die richtige Wildnis. Als afrika-erfahrener Buschpilot und Outdoormensch führt er nun jeden, der will, in jede noch so entlegene Ecke von Südamerika. Gletscher? Klar. Teilaktive Vulkane über 6000m? Er weiß wie man das übersteht. Die kargen, leeren Hochebenen der Anden? Sein zweiter Vorgarten!

An dieser Stelle ein Verweis auf seine Seite (www.almagaucho.net) und seinen Instagram-Account, für tolle Bilder!

Den Winter nutzt Walter zum Pause machen und zur Pflege von Material und Haus – und um Overlandern einen schönen Campground zu bieten. Massenhaft tolle Tips für weitere Trips sind natürlich inklusive!

Dienstag, 10.9.

Wir brechen wieder auf, Cordoba ist nicht mehr weit weg. Vorher gibt’s ne Tonne an Tips für später (nach Cordoba, zeitlich) und für gleich (nach Cordoba, wegtechnisch). Bis bald!*

Über einen alten, unbefestigten Pass durch die Wolken gelangen wir auf eine der Zufahrtsstraßen nach Cordoba:

Bei der Bergab-Etappe wird nur Tori etwas flau, sonst keine besonderen Vorkommnisse.

In Cordoba haben wir ein Apartment mit tiefer Garage und hohem Haus

….nope, passt doch nicht. Aber wir haben Glück und finden einen Parkplatz in Wurfweite

*Eigentlich wollten wir in ein paar Jahren wiederkommen. Eigentlich….

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Termas, La Rioja und weiter…

Termas De Hondo kann man sich vorstellen wie Bad Zwischenahn: es ist flach, nicht besonders groß, dafür voll mit Hotels, Spas, sonstigen Unterkünften und Rentnern. Bevorzugt in sportlichen Klamotten, denn hier tut man was für seine Gesundheit! Es gibt hier dutzende Thermalquellen, dem Wasser werden vielseitig heilende und fördernde Kräfte zugeschrieben: für Haut, Kreislauf, Wohlbefinden, Geist, Libido, Weltfrieden und die Tourismusbranche.

Zumindest unseren kalten Füßen hilft es, und abends mit Rotwein im Wasser zu köcheln ist für das Wohlbefinden auch ganz okay.

Der Campingplatz ist – von den Pools abgesehen – nicht außergewöhnlich: relativ leer, aber mit Hunden:

Da es recht frische Tage sind, verhalten wir uns entspannt-touristisch: Pool – kein Pool – Pool – kein Pool, Essen gehen, shoppen, danach heißen Tee trinken:

Donnerstag, 5.9.:

Wir sind alle durchgewärmt. Da wir inzwischen das Durchschnittsalter auf dem Campingplatz massiv senken wird es höchste Zeit aufzubrechen. Es geht über eine moderate Hügelkette Richtung Westen. Moderat? Ja, im Vergleich zu den Anden!

Nach der tollen letzten Erfahrung am Flüsschen haben wir für die folgende Nacht wieder einen abseits gelegenen Platz ausfindig gemacht.

Außerdem haben wir einen Klappgrillost! Er ist perfekt!

Freitag, 6.9.:

In La Rioja kehren wir in einem Cabaña-Komplex am Stadtrand ein. Hier bleiben wir wieder zwei Nächte, bevor wir nach Osten, gen Cordoba, aufbrechen.

Lässt sich aushalten. Das Wetter passt, die Stadt ist überschaubar und nett.

Shoppen, Essen, proBieren, Gas für den Kocher suchen (erfolglos) – gab wieder genug zu tun. Eine Eiskugel (80 Cent in den teuren Läden) geht hier als kleine Mahlzeit durch.

Am Samstagabend gehen wir zeitig schlafen, der Plan ist: riiiichtig früh aufstehen und die langweiligen 400 km am kühlen Vormittag absolvieren.

Sonntag, 8.9.:

Joooo, um 8 sind tatsächlich alle aufgestanden! Morgenroutine, Frühsport, Wäsche einsammeln und Skatepark entern, es gibt viel zu tun!

Ergebnis: um 12 ist der Bulli betankt und startklar…

Egal, muss man durch. In diesem Fall: praktisch nur geradeaus. Fenster runter, Oropax rein, mit 110 dahingondeln.

3 Stunden später sind wir im Zielort La Falda angekommen, nehmen den dortigen Flohmarkt natürlich noch mit. Fette Beute, modisch über alle Zweifel erhaben!

Der Campground in La Falda ist wieder kein üblicher Platz, sondern ein Privatgrundstück in bester Lage.

Unser Gastgeber lässt uns netterweise zu später Stunde seine Küche nutzen:

Aber dazu morgen mehr 🙂

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Von warmen Wüsten, windigem Wasserloch und waldigen Weiten

Los geht’s am Morgen gen Süden, nachdem wir uns noch mit 15 kg Obst und Gemüse, viel Wasser und sonstigem eingedeckt haben, um etwas autarker Campen zu können. Weinfelder erstrecken sich das ganze Tal entlang, die Sonne scheint. Auf unserem Weg nehmen wir noch etwas Kultur mit und besuchen die Ruinen der Siedlung der Quilmes. Diesem unrühmlich ausgerotteten Stamm indigener Ureinwohner wird heute durch eine nach ihnen benannte Stadt und ein landesweit sehr verbreitetes, leckeres Bier gedacht.

Die Ruinen der einstigen Siedlung/Festung sind sehr eindrucksvoll, im Besucherzentrum gibt es neben Fundstücken auch einen etwas pathos-triefenden Film, in dem die Spanier nicht gut wegkommen.

Kein Spanier, also sympathischer:

Wir verlassen das Tal gen Osten über einen weiteren schönen Pass, der aber nicht mal 3000m üNn erreicht, ganz überschaubar. Die Landschaft wechselt dabei von Wüste auf Schottland: grün, aber ohne Bäume und mit kaltem Wind.

Ein kleiner Stausee soll uns als Nachtlager dienen, aber da es dermaßen pustet fahren wir direkt weiter.

Hinter dem Stausee windet sich die Straße talwärts durch….Urwald. Plötzlich ist alles baumbewachsen, es wird wärmer und feuchter. Irre, nach Tagen in der Wüste. Sieht man auch schön von oben.

1500 Höhenmeter später finden wir abseits der Straße einen tollen Spot am Fluss: ruhig, geschützt, mit Feuerstelle. Pfadfindertauglich.

Wir fühlen uns genötigt, den Tag mit ein paar Pfadfinderliedern zu ehren. Einer vorherigen Zusage folgend lernt Martin jetzt auch endlich Gitarre spielen – zumindest bis seine zarten Fingerchen verschlissen sind.

Morgens ist es kallllllllt und grau, statt den Tag hier zu vertüdeln (siehe: Großeinkauf) fahren wir dann doch weiter nach Termas de Hondo, denn da ist der Name Programm. Dafür ist die Landschaft flach, langweilig und vom Zuckerrohranbau geprägt.

Morgenroutine:

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(der Weg nach) Cafayate

30.8., irgendein Wochentag

Allmählich macht sich die Begrenztheit einer sechswöchigen Reise bemerkbar: Natürlich können wir bei weitem nicht alles erleben, was allein Argentinien bietet, aber wir wollen doch die wenige Zeit effizient nutzen. Also brechen wir auf, vorbildlich zeitig um 13 Uhr in der Mittagshitze.

Martinas Tip beherzigend fahren wir nicht direkt über die berühmte Ruta 40 nach Süden, sondern machen einen Abstecher zur „blauen Lagune“. Dabei experimentiert Martin ein wenig mit dem Reifendruck herum – erfolgreich: Die Pisten sind plötzlich erträglicher. Aber nicht einfacher; einmal mehr verhilft uns die Geländetauglichkeit von Screely zu kaum beschreibbaren Eindrücken.

Über einen kleinen, sandigen Nirgendwo-Pass erreichen wir die Lagune, die völlig überraschend in der kargen Landschaft auftaucht. Zum Baden ist der Uferbereich leider viel zu schlammig, aber schön ist es trotzdem.

Weiter geht es durch ein ziemlich abgelegenes Dorf. Die Piste wird zu einem Weg wird zu einem Pfad. Maps.me ist da äußerst großzügig, was als „Ruta Provincial“, eine weiße Nebenstraße, gekennzeichnet ist, würde in Deutschland nicht mal als Wanderweg zugelassen werden weil der Zaun fehlt. Macht nichts, dafür ist die Fahrt fordernd.

Nach 60 km Umweg erreichen wir wieder die 40, was sich praktisch nur dadurch bemerkbar macht, dass mehr Platz für Waschbrettwellen ist. Puh!

Die Schüttelei halten wir nicht noch weitere 120 km aus, also nächtigen wir auf dem örtlichen Campground von Angastaco.

Hier passiert es Tine: Sie verliebt sich in eine kleine Hündin und ist sehr traurig darüber, dass wir sie nicht einfach einpacken und mitnehmen können. Hier laufen so viele Straßenhunde herum, dass wir eigentlich an jedem Platz gleich begrüßt wurden. Das ist einerseits ganz charmant und den meisten Hunden scheint es auch ganz gut zu gehen. Wir sind keinem aggressiven Hund begegnet, die meisten sind gut sozialisert – müssen sie ja auch, sonst kommt man auf der Straße wohl nicht weit. Manchmal erkennt man aber auch nicht sofort ob ein Hund ein Straßenhund ist oder nicht, denn die Besitzer lassen ihre Hunde teilweise durch den ganzen Ort spazieren und die kommen dann halt zurück wann sie wollen.

Andererseits haben viele Hunde Flöhe und/oder Zecken und Dreads im Fell. Das ist für unsere Augen natürlich ein Zeichen von Vernachlässigung, aber die Hunde werden von vielen Argentiniern auch trotz dieser Schmuddeligkeiten geherzt und gefüttert. Sie scheinen aber auch ein bisschen einen Nutztierstatus zu haben, da die meisten draußen gehalten werden.

Samstag, 31.8.

Zeitig geht’s weiter nach Cafayate.

Unterwegs werden wir selber Fotomotiv: Eine Gruppe Touristinnen, aus einem kleinen Reisebus ausgespuckt, ist ganz entzückt vom Bus, der vor Panoramabergen in der Morgensonne über eine einspurige Flussbrücke auf sie zu fährt. Lächeln und winken!

Und dann….ein sehr großes Planschbecken und Asphalt! Whoa! Fühlt sich falsch an, dass es nicht mehr überall rasselt und scheppert.

Endlich in Cafayate wird zuerst das Material gepflegt: volltanken, Scheiben putzen, Reifendruck anpassen. Ein kleines Frühstück am zentralen Platz später suchen wir den empfehlenswerten städtischen Campground auf, der am Stadtrand ruhig, aber in Laufweite zum Zentrum liegt. Perfekt, denn es steht Zivilisation tanken auf dem Programm für die nächsten Tage!

Hunde, Katzen und WLAN gibt es außerdem selbstverständlich auch.

Cafayate ist ganz cool, bisschen touristisch, aber dafür können Tori und Tine umso mehr in den kleinen Läden und auf den Artesanal Märkten stöbern.

Abends gibts natürlich einen wönzigen Schlöck Wein zur Pizza:

Am 1.9. gehen wir noch mal alle zusammen in die Stadt, die Läden sind teilweise auch ganz witzig. Hier ein Beweis: Argentinien ist christlich, scheint dies aber nicht ganz so bitterernst zu nehmen…

Abends gehts ins La Casa de las Empanadas. Dort gibts Livemusik und natürlich einen großen Haufen Empanadas – oder Empañadas?

Jedenfalls coole Musik.

Morgen reisen wir weiter nach Süden.

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Utopiaaaa

Hell, dunkel, hell, dunkel, hell, dunkel, Abfahrt 😦

So ungefähr kann man den Aufenthalt auf dem „Campingplatz“ Utopia beschreiben, denn Wochentage oder Daten spielen hier eigentlich keine Rolle. Und mit verlebten Baños, grillenden Argentiniern mit großen Wohnmobilen und kinderreichen, lärmenden Familien mit kleinen Autos hat Utopia überhaupt gar nichts zu tun.

(Um kalendarisch aber nicht aus der Spur zu kommen, hier die schnöden Daten: 27.8.-30.8., Mittwoch bis Samstag)

Martina und Johan, beide viele Jahre Weltreisende mit Auto und/oder Motorrad, haben sich nahe der berühmten Ruta 40 niedergelassen, um einen Akkuaufladeplatz für Rastlose, Neugierige und Reisefiebernde zu schaffen. Warum hier? Nun, sie haben beide mehr als genug von der Welt gesehen, um diesen Flecken Erde fundiert als ziemlich gut bewerten zu können.

Von der quasi überhaupt nicht befahrenen Schotterpiste erstreckt sich ein etwa 50 Meter breites Grundstück über rund 250 Meter hinab zum Fluss. Ein alter Wein- und Obstgarten auf den ersten 60 Metern stellt zurzeit noch den Campground für Gäste dar.

Eine Gebüschgruppe teilt das Grundstück, ein Weg führt dort hindurch zum zentralen Platz mit Hütte, Küche, Ofen, Feuerstelle undsoweiter.

Etwas abseits auf einer kleinen Lichtung ist die Dusche installiert – ein Brausekopf an einem Pfahl, mit Heißwasser vom Hüttendach. Exzellentes Duscherlebnis (solange die Sonne scheint).

Hangabwärts führt eine Treppe über eine größere Wiese zum Trockenklo – ein Plumpsklo mit Asche-Späne-Ablöschung, funktioniert hervorragend.

Das Wüstenklima diktiert den Tagesablauf: sobald die Sonne den Platz erwärmt verlässt man bald die Federn, um nicht im eigenen Saft geschmort zu werden.

Vormittags ist die Zeit für Aktivitäten: Motorräder reparieren, Frisbees werfen, Hängematten aufhängen, Tiere streicheln, Busse pflegen – was eben so anfällt. 20°C, schnell steigend.

Sobald die Sonne fast schmerzhaft brennt nimmt man sich ein Beispiel an den Tieren, sucht sich Schatten und bewegt sich wenig bis gar nicht. Routenplanung und Hängemattentests sind geeignete Tätigkeiten. Es sind etwa 30°C, die Höhensonne hat Kraft, der Wind ist jedoch angenehm kühlend.

Allmählich kann dann auch Gemüse vobereitet werden. Wenn die Sonne nicht mehr so arg brennt wird abkühlend geduscht und der Ofen angeheizt. Denn wenn die Sonne hinter dem Bergkamm verschwindet wärmt die Strahlung der Bauten und des Ofens von außen, die phänomenale Pizza und der lokale Wein von innen.

22 Uhr, es ist wirklich frisch (15°C, schnell sinkend). Auf dem Weg zum Schlafgemach besteht Stolpergefahr, denn der Kopf ist dabei durchgängig im Nacken zu tragen: So einen Sternenhimmel gibt es kaum woanders!

Ab in die Falle, denn die Nachttemperatur beträgt hier 3-5°C, brrrrrt.

So verbringen wir die Tage, vergessen die Buckelpiste und fühlen uns wieder wie die Pfadfinder, die wir (zu 3/4) ja auch sind. Wir kommen wieder, ob mit Motorrad oder Auto! ❤

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Gomeria, Gomeria…

Samstag, der 24.8.

Nachdem wir uns also vorgenommen hatten, mal eben einen Reifen zu finden, hat das natürlich nicht so funktioniert wie geplant. Wir haben bestimmt 10 Gomerias abgeklappert:

Hola, tiene un neumático 255/70 R 16 A/T (all-terrain)?

No./No creo, pero espere un momento… No./No!/No, es difícil aqui!

Ja ok, wir finden auch in der nächstgrößeren Stadt San Salvador de Jujuy (wird chuchuiii ausgesprochen) keine Reifen und müssen also wohl noch mal zurück nach Salta. Damit hat aber niemand ein Problem, wir alle haben die Stadt in guter Erinnerung behalten. Auf dem Weg sehen wir noch weitere schöne Felsen:

Dann buchen wir uns in einem Tankstellen-WLAN mal kurz ein Airbnb, sehr praktisch diese WLANs überall!

Als wir dort ankommen, ist allerdings niemand zuhause und wir haben kein Internet um zu überprüfen, ob uns vielleicht etwas bei Airbnb geschrieben wurde. Til hüpft über den Zaun um zu klingeln, aber keiner macht auf.

Nachdem wir gerade unser teures mobiles Internet (1€/mb) aktivieren wollen, um nachzuschauen, kommt Rolando an. Er ist total sympathisch und zeigt uns sein Heim. Richtig schick im Gegensatz zum letzten Mal und es gibt sogar einen funktionierenden Kamin! Naja mit so Pseudoholz und Gas, aber immerhin!

Abends gehen wir in ein weiteres veganes Restaurant, das aber im Vergleich zum letzten Mal doch etwas doll vegan schmeckt.

Sonntag, 25.8.

Am nächsten Tag bastelt Martin am Bus, Til geht skaten und Tori und ich gehen auf einen Artesanial Mercado.

Dort werden im Großen und Ganzen eigentlich immer die gleichen Sachen verkauft: Ponchos, Wollklamotten, Holzgeschnitztes, Getöpfertes, … Ab und zu findet man aber auch richtige Schätze.

Später suchen wir noch einen Waschsalon, der sonntagabends noch geöffnet hat. Als wir diesen finden ist dort eine übermüdete/verrückte Frau, die uns bittet jede einzelne Sache zu benennen und zu zählen (normalerweise zahlt man pro Korb oder pro Kleidungsstück und muss das auch nicht selber zählen oder sortieren). Da ich erst nach mehreren Anläufen darauf komme, was sie überhaupt von uns will und unsere Sachen schon total verteilt über den Tresen liegen, trauen wir uns dann auch nicht die Sachen doch wieder mitzunehmen und ich versuche noch eine ungefähre Preiseinschätzung von ihr zu bekommen. Doch das scheint zu viel verlangt, sie beginnt, jede Klamotte wieder einzeln hervorzukramen und auf der Preisliste mit bestimmt 50 Posten jeweils den richtigen Preis herauszusuchen. Ich sage dann: Esta bien, hasta mañana! und wir befürchten schon das Schlimmste.

Montag, 26.8.

Ist dann im Endeffekt natürlich alles halb so wild, der Typ am nächsten Morgen sieht auch müde aus, ist aber trotzdem nicht so fahrig und wir bezahlen insgesamt 1000 Pesos für die Wäsche von vier Personen, was ok ist.

Da wir von unserer letzten Reifensuche noch geprägt sind fragen wir dann bei einem Laden mit stattlichem Lagerraum nach, ob unsere gewünschten Reifen vorhanden sind. Ja sind sie! Ach, endlich!

Martin ist sehr happy, der Mechaniker scheint Ahnung zu haben und macht alles sehr flott und mit geübten Handgriffen fertig. Wir zahlen mit Efectivo (Bargeld), da es mit Kreditkarte 100€ mehr kostet. Das Bargeld reicht gerade so und wir holen uns dann lieber noch für unsere restlichen Euros in einer Cambiostube neue Pesos – die gibts inzwischen zu einem noch besseren Kurs!

Dann war geplant über einen Pass zum nächsten Campingplatz zu fahren.

Allerdings ist die Höhenluft doch belastender als vorher angenommen, daher fahren wir erst mal wieder zurück und suchen uns einen kleinen Municipal Campingplatz vor Salta. Dort läuft ein kleiner Welpe herum, der ein bisschen frech ist und bei anderen Leuten mit dem Ball der Kinder entwischt, bei uns aber natürlich Streicheleinheiten von Tori erntet.

Am Dienstag, 27.8., fahren wir dann über nicht ganz so hohe Serpentinien und werfen dafür jeweils das Hilfsmittel der Wahl ein: Aspirina oder Cocablätter.

Wir finden noch einen Fluss an dem wir einen dollen Damm bauen, den Til dann wieder einreißen darf und es gibt schöne Steine zu sehen und zu sammeln (leider immernoch keine mit Loch, die sammeln die Leute hier vielleicht selber alle ein).

Noch ein paar Bilder am Abgrund, eine Skatefahrt in der Hochebene und dann geht es auf die buckelige Piste zum nächsten Campingplatz, an dem uns am Ende der Straße ein Schild mit Utopia begrüßt…

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Hornocal, oder: pffff pffff

Freitag, 23.8.

Ein weiterer leerer Campground (mit Hunden und Katzen, zählt nicht, haben alle), die vergangene Nacht ist aber wieder wirklich frisch gewesen. Sporadischer Heizlüftereinsatz. Wir starten auf etwas über 1200 Meter, verglichen mit dem Rest des Tages sind wir quasi im Keller.

Es geht kontinuierlich bergauf. Die Berge ändern ihre Farben nach jeder Kurve, die Vegetation wechselt von grünen Bäumen auf grüne Kakteen, die an den unmöglichsten Stellen wachsen. Wir sind allmählich in der Wüste angekommen.

Auffällig sind die Flussbetten: Was aussieht wie Kiestagebau mit zufällig aufgetürmten Wällen ist tatsächlich die Vorbereitung auf die nächste Regensaison. Denn dann kommt das Wasser massenhaft aus den Bergen herab, die längs der Fließrichtung verlaufenden Wälle wirken dann als vorgelagerte Prallhänge und hindern die Flüsse daran, ihr (oft trockenes) Bett zulasten der Menschen zu verbreitern.

Auf 3000m Höhe liegt Humahuaca. Dort verlassen wir die Hauptstraße, lassen die Touristenstände links und rechts liegen und begeben uns auf die Piste zum Hornocal. Beeindruckend, es geht zügig bergauf. In den sandigen Serpentinen macht sich der intakte Allradantrieb bemerkbar, der Bulli schiebt sich und uns tapfer den Berg hinauf. Dank Turbolader ist der Leistungsverlust durch die Höhenluft praktisch egal, solange man über der magischen Drehzahlgrenze von 1600 U/min bleibt. Tine gibt ordentlich Stoff auf der Schotterpiste, zumindest auf den vorderen Plätzen macht die Tour ziemlich viel Spaß!

Irgendwann begleitet uns ein pfft-pfft-Geräusch, einem schleifenden Blech nicht unähnlich. Hat sich wohl wieder was losgeklappert.

Auf 4300m liegt die Mautstation, 80 Pesos kostet der Eintritt für die letzten Höhenmeter zum Aussichtspunkt. Der Wärter macht uns dann netterweise auf den platten Hinterreifen aufmerksam…hoppla. Kleines Loch in der Flanke, der Reifen hat es hinter sich, irgendein Stein war stärker. Also fahren wir zur Seite und wechseln das Rad.

Höhenbedingt machen hinterher alle pfft-pfft-Geräusche, nur der neue Reifen nicht. Gut so.

Der „Berg der 14 Farben“ ist eine beeindruckende Erscheinung. Hier ein paar Schnappschüsse, die geben die Farben und Dimensionen natürlich nicht wieder.

Die Höhe macht sich bei allen bemerkbar, inbesondere bei einem kleinen Spaziergang mit kräftiger Steigung.

Ein afmerksamer (und mitleidiger) Argentinier spendet Honig-Coca-Bonbons. Wir vertrödeln keine Zeit und machen uns auf den Rückweg. 3 von 4 schlafen dann auch schnell ein, der Abstieg ist ereignislos. „Unten“ auf 3000m suchen wir uns einen netten kleinen Campground, essen exzellente Nudeln und gehen zeitig ins Bett. Morgen müssen wir dringend einen Reifenhändler suchen, denn ohne Ersatzrad fährt das Eichhörnchen (der Teufel) stets mit!

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Salta

Sie sahen: 1450 km in 3 Etappen. Diverse Buschfeuer, ein paar echt schlechte Straßenabschnitte, gute 24h-Tankstellen zur Übernachtung und viel, viel Straße. Vom subtropischen atlantischen Regenwald mit rotem Boden, Kriebelmücken undsoweiter durch karge Steppenlandschaft in die trockene Hochebene anden Anden.

Und das alles ohne Klimaanlage, die hat pünktlich in Iguazu den Geist aufgegeben. Der Tempomat funktioniert eh schon lange nicht mehr.

Wir kommen abends an und werden von einem tollen Stadtpanorama begrüßt, denn Salta liegt in einem Talkessel und ist über einen kleinen Pass zu erreichen. Nach dem Trip sehnen sich alle nach echten Betten und etwas Ruhe. Das Hostel war dann….da. Duschen warm, Zimmer sauber, Matratzen fürchterlich durchgelegen, Preis zu hoch. Lesson learned: ab sofort Probeliegen vor dem Einchecken! Wir buchen unausgeschlafen ein Apartment bei Airbnb für die nächsten Tage: mehr Platz, viel günstiger. Dort checken wir gleich nach dem Frühstück ein. Der Stadtberg liegt gleich nebenan, auf Empfehlung unseres Hosts wandern wir hinauf. 400 Höhenmeter, ein Klacks!

Oben gibt’s Wasserspiele, ein Snackrestaurant und einen tollen Überblick über Stadt und Tal.

Der Abstieg erfolgt ganz mondän in einer Seilbahn schweizerischen Fabrikats, der Ausblick ist großartig.

Abgerundet wird der Tag mit dem Besuch einer Seltenheit in Argentinien: ein rein veganes Restaurant. Lohnt sich, die Speisen sind liebe- und kunstvoll zubereitet und schmecken auch noch wahnsinnig gut.

Die Betten der günstigen, schlichten Wohnung sind viiiel besser als die des Hostels, also beginnt der nächste Tag wieder deutlich später.

Dabei trennen sich unsere Wege, wir wollen uns ja nicht ununterbrochen auf der Pelle hocken. Zu viert ist cool und macht Spaß, aber manchmal ist auch ein bisschen Abstand notwendig.

Zum „Frühstück“ um 13 Uhr in der Stadt planen wir grob die weitere Route: ab in den Norden, Hornocal besuchen, dann die Salinas Grandes durchqueren und die Ruta 40 nach Cafayate runter fahren. Klingt super! Wird natürlich nicht so funktionieren, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Abends gehen wir noch mal lecker essen und danach gönnen wir uns ein paar Nobelcocktails. Der Barkeeper erzählt uns, dass er gerade Deutsch für die Touristen lernt.

Insgesamt fühlt sich Salta viel netter an als Buenos Aires, ist ja auch ein bisschen kleiner. Und es gibt witzige Kakteen/Bäume am Wegesrand.

Am 22. shoppen wir noch mal umfangreich und verlassen Salta über eine herrliche Straße gen Norden nach San Salvador de Jujuy. Endlich Berge!

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Iguazu – Reisepause im Paradies

Von Samstagabend (10.8.) bis Samstagmorgen (17.8.) sind wir auf dem Campingplatz „Costa Ramon„. Nach einigen kalten Reisetagen im Bus ist etwas Pause wirklich willkommen, schließlich sind wir im Urlaub. Geplant waren 3-4 Tage, aber was sind schon Pläne. Wie kommt’s dazu? Gibt einige Gründe:

Der Campingplatz – Urlaub im Urlaub

Der Platz ist ein Traum. Ein altes Ehepaar hat ihren Garten am Flusshang mit Blick auf den Grenzfluss zu Uruguay, den Rio Paraná, liebevoll in ein verwinkeltes Campingparadies verwandelt. Der Platz ist mit der Zeit gewachsen, und entgegen argentinischen Standards werden Defekte behoben und immer irgendwo gebastelt.

Die Campenden haben einen Gasherd und zwei große Kühlschränke zur freien Benutzung, es gibt Bücher, Strom, Internet. Die Toiletten und Duschen sind sauber, die Mülleimer werden oft geleert, es wird ständig irgendwo geharkt, gefegt und der Urwald an der Rückeroberung gehindert. Die Zeltplätze sind dezent überdacht und dank feinem Holzhäcksel bequem. Drei verspielte Dobermänner, ein Ara und zwei Papageien wohnen auf dem Platz, daneben sind Kolibris, Fledermäuse, Kriebelmücken, Salamander,….zu bestaunen.

Es ist einfach toll. In der Nachmittagssonne schaukelt man in seiner Hängematte mit Panorama, vormittags kraxelt man hinab zum Ufer des Flusses, abends durchsteht man die Mückenstunde mit Canasta und Bier und Essen.

Die Dobermänner dürfen endlich mal ausgiebig gestreichelt und geknuddelt werden, da sie von den Besitzern gut gepflegt werden und keine Gefahr durch Flöhe oder ähnliches besteht.

Die Gesellschaft

Neben unserer illustren Reisegruppe waren anfangs nur eine Familie und drei Backpacker am Platz, die im Urwald quasi gar nicht auffielen. Als die Familie sich am Samstag verabschiedete gab sie sich die Klinke in die Hand mit Anne und Korbi(nian). Beide Berliner, die eine waschecht, der andere zugezogen zug’roast aus Bayern. Die beiden sind seit 8 Monaten (ohne Fahrzeug) in Südamerika unterwegs, spielen gerne Kartenspiele und sind insgesamt ganz hervorragende Gesellschaft.

Dass Anne gelernte Köchin ist und gerne kocht ist angenehmer Nebeneffekt. Til profitiert besonders, weil er seine bereits sehr stabilen Kochfähigkeiten verbessern kann. Alle anderen werden einfach nur exzellent bekocht.

Wasserfälle #1

32°C, vorher eine tropische Nacht: perfektes Badewetter! Ein minikleiner Wasserfall (genauer: Wasserfall geringen Volumenstromes, jedoch solider Fallhöhe) ist unser erstes Ziel.

Auf dem Weg dahin lesen wir ein paar widersprüchliche Informationen: Schwimmen verboten, Seien Sie beim Baden vorsichtig, Schwimmen nicht erlaubt… Daraus machen wir: Planschen ist wahrscheinlich ok. Und überhaupt sind Verbote und Schilder hier oft nur ein Vorschlag (siehe Verkehrsregeln).

Die Wanderung zum Wasserfall führt durch schattigen Atlantischen Regenwald. Bedeutet: Giganto-Ameisen, Affen, bunte Pilze und so weiter

Der Wasserfall ist im Prinzip ne Dusche mit Badewanne. Sehr frisch, aber angenehm.

Wasserfälle #2

„Morgen stehen wir früher auf um alles schaffen zu können!“

Joa. Nee. Der Campground ist einfach mag(net)isch, wir starten um 1230. Die frische Wäsche wird abgeholt (super Job, aber 35€ für nen riesigen Haufen), weiter geht’s zu den Wasserfällen. Auf der touristischen Route heute fallen wir mit unseren outdoorsy Klamotten schon mehr auf, der Standard sind Sneaker und Jogginghosen. Mit der Bummelbahn geht es direkt zum Ufer der Hauptattraktion, „Garganta del Diablo“. Dort führt ein ca 1000 Meter langer Stahlsteg bis an die Wasserfallkante. Dabei überquert man mehrere kleine Inselchen und Flussarme mit zunehmender Breite, das ist ein schöner Spannungsbogen der sich da aufbaut. Die Fauna ist auch beeindruckend:

Und dann ist es laut, windig, weiß, feucht. Hochauflösende Panoramabilder gibt es genug im Internet, also begnügen wir uns mit Selfies.

Wundervoll. Ein hypnotischer Anblick wie ein Lagerfeuer oder der Sternenhimmel.

Aber die Wasserfallfamilie ist umfangreicher, es führen tolle Wege teils direkt über die Absturzkanten. Panorama ohne Ende, ewiger Regen-Wald – das Naturweltwunder-Prädikat ist nicht verwunderlich.

Tori und Til in Brasilien
Wir fuhren mit insgesamt 3 Bussen von Puerto de Iguazu (Argentinien) zu den Iguazu Wasserfällen auf der brasilianischen Seite. Verbunden mit aussteigen, Pass-Stempel holen, einsteigen, fahren, aussteigen, Pass-Stempel holen, einsteigen und weiterfahren. Am Zielort angekommen gab es viele Touristen zu sehen. Ansonsten auch ein, zwei schöne Wasserfälle und viele Nasenbären.
Die kleinen Racker sehen ganz locker aus, haben aber spitze Zähne und flinke Füße. Die wissen auch wie der Verschluss von deiner Tasche aufgeht 😉 Touristen gab es allerdings noch sehr viel mehr als Nasenbären, so dass es schwer war, die atemberaubende Landschaft wirklich zu genießen und sich alles ganz in Ruhe anzugucken. Nichts desto trotz ein sehr ergreifendes und erinnerungswürdiges Naturschauspiel. Weil wir Brasilien auch nochmal erleben wollten fuhren wir danach mit einem recht teuren Bus Richtung Foz de Iguazu (Brasilien). Die Fahrt hat ungefähr 50 Minuten gedauert. Angefühlt hat sich das Ganze wie eine halbe Ewigkeit, da der Bus rappelvoll war und man den Fahrstil des Busfahrers einem Todeswunsch zuschreiben könnte. Im Bus half uns eine nette junge Brasilianerin dabei uns an unserem Ankunftsort etwas zurecht zu finden. Empfahl uns ein paar Restaurants und Hotels. Dort angekommen suchten wir erst etwa 3 Std nach Postkarten, weil wir unbedingt welche aus Brasilien verschicken wollten, weil es dort nur 1/3 von dem kostet was es in Argentinien kostet. Nichts gefunden bis die meisten Läden geschlossen waren. Die Sprachbarriere war auch nicht einfach. Ein Mix aus Englisch, argentinischem Spanisch – das was wir so bisher aufgeschnappt haben, brasilianischem Spanisch – was nochmal ganz anders war und Portugiesisch – was wir sowieso garnicht verstanden. Also erstmal die Suche aufgegeben und stattdessen ein nettes Hotel gefunden für wenig Geld. Der Concierge war super charmant, konnte tadelloses Englisch und hat uns noch mit Infos versorgt. Wir bezogen dann ein nettes kleines Zimmer mit Bad und Dusche. Wir gingen abends wieder los und checkten eins der Restaurants aus, die wir empfohlen bekommen haben. Es war ziemlich hip und da wir noch zur happy hour Zeit dort waren auch ziemlich günstig. Entspannter Techno, junge Leute, gedimmtes Licht und Extremsportarten auf großen Monitoren sorgten für das hippe Ambiente dieses Etablissements. Es gab einen großen Krug Caipirinha und zwei dicke Burger mit Pommes und Bruschetta als Vorspeise. Der Caipi hatte es ordentlich in sich. Für die gleiche angenehme Benommenheit hätte man in Deutschland einen Kleinkredit aufnehmen müssen. Danach gingen wir etwas angedüdelt in unser Hotel zurück. Auf dem Weg führten wir uns nochmal das Nachtpanorama der Stadt von dem zentralen Platz aus zu Gemüte, schauten noch nen halben Tatort und schliefen die Nacht sehr gut in weichen Betten! Am nächsten Morgen gab es leckeres Frühstücksbuffet. Weil wir die letzten Gäste beim Buffet waren, da wir natürlich ausschlafen wollten, hatte Til keine Scham alles zu verputzen was sich uns dort offenbarte. Danach machten wir uns nochmal auf die Suche nach Postkarten und wurden in einer Seitenstraße auch fündig. Schnell noch ein nettes Café gesucht und erstmal 2 Std Postkarten geschrieben und leckere Milchshakes getrunken. Sehr zu empfehlen das ‚bookafé‘! Dann gings wieder zurück mit dem Bus über die Grenze nach Argentinien, wieder mit rund 3 Bussen und 1,5 Std Fahrt. Die brasilianische Seite der Wasserfälle ist sehenswert, im Vergleich zu der argentinischen aber relativ aufwendig zu erreichen und bei weitem nicht so vielfältig. Trotzdem war der Trip die round about 8 Busse und 4 Passstempel auf jeden Fall wert 🙂

Sonstiges

Mit ausschlafen, einkaufen, Wasserfälle besuchen, Klamotten waschen und viel essen und spielen haben wir die Zeit hier rumgebracht. Aber eine Woche ist genug, wir sind bis zum Kern aufgewärmt (täglich >25°C), das Land ist groß und unsere Zeit begrenzt. Ab geht’s nach Süden und dann nach Westen, die Anden warten!

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Regen-Wald

Freitag, 9.8.

Der nächtliche Regen war Vorbote für den grauen, kühlen Tag. Wir starten zeitig in Richtung Posadas, um unsere Bargeldreserven aufzustocken. Der Peso steht bei 52/€, gut für uns, schlecht für Argentinien. Und nach der jüngsten Erfahrung wollen wir lieber mehr als weniger Cash dabeihaben. Das hauen wir im nächsten Café mit WiFi (wohoo, Suchten Updates!) auch gleich wieder aufn Kopp (teilweise).

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist toll, wir verlieren keine Zeit und fahren weiter. Der Wald wird grüner, die Erde roter, der Regen weniger. Außerdem, Paraguay in Sichtweite, ein kleiner Wasserfall in Fallweite.

So, ich melde mich nun auch mal wieder zu Wort. Martin war die letzten Wochen viel fleißiger als ich im Blogschreiben.

Wir kommen abends im Nebel an – das ist einerseits cool und mal was anderes, andererseits aber auch etwas gruselig. Da wir auf einen kleinen Campingplatz abseits der Route fahren, ist der Weg dorthin im Nebel dann auch abenteuerlich.

Kurz vor dem Ziel kommt uns ein Wagen entgegen: der Campingplatzinhaber samt Familie und Kleinkind auf dem Schoß. Er kurbelt sein Fenster herunter, wir kurbeln unseres.

Camping? Si!

Quantas personas? Cuatro.

Coche y carpa? No, solo coche.

Hmm, ochocientos pesos. Bueno.

Wir sollen einfach die Schranke aufmachen und er sagt uns das WLAN-Passwort, das wir uns aber leider nicht richtig merken.

Dann fährt er davon und wir sind mutterseelenallein auf dem nebligen Campingplatz. Ohne WLAN.

Naja, ganz so schlimm ist es nicht, wir sind ja zu viert. Welcher Dschungel-Geist würde schon vier Leute auf einmal angreifen? Zu viert kann man sich aber auch ganz gut gegenseitig anstacheln und so war es mir morgens um 4 auch echt zu gruselig alleine aufs Klo zu gehen.

Samstag, 10.8.

Am Morgen kommt dann aber zwischen einigen Wolken auch wieder die Sonne heraus und der Campingplatz entpuppt sich als ein größeres Areal, das an einem coolen Wanderweg entlang eines schon reellen Wasserfalls liegt.

Nach dem Spaziergang bereiten wir uns mit Aufgabenteilung für die Weiterreise vor:

⁃ Tori wäscht ab und bringt mal eben dem Hund Sitz bei

⁃ Martin bastelt der Gitarrentasche einen sicheren Platz im Auto

⁃ Til räumt auf

⁃ ich mache Abrechnung

Wir haben die letzten 11 Tage zu viert ca. 70€ pro Tag ausgegeben. Wenn das so weiter geht kommen wir mit unserem Ersparten gut hin!

Weiter geht die Fahrt nach Iguazu. Dort kommen wir nachmittags an, checken den ersten Campingplatz. Als alte Hasen fahren wir aber noch zum Zweiten vorher rausgesuchten Platz weiter…..und landen einen Volltreffer! Mehr dazu bald 🙂

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Cayman Islands und andere Vierbeiner

Mittwoch, 7.8.

So schön, wie der Dienstag sich verabschiedete, beginnt der Mittwoch. Inzwischen ist es morgens warm und windstill, um 8 Uhr lässt es sich bereits in kurzen Klamotten aushalten.

Um 9 auch.

Und auch danach passiert nicht viel, allmählich lässt sich dabei aber eine Art Routine erkennen: ein ausgedehntes Frühstück, am Bulli werden ein paar Kleinigkeiten repariert und/oder aufgeräumt, dann folgt die individuelle Tagesplanung.

Unter dem Kocher wird mit Hilfe des Schweizer Taschenmessers ein Loch gesägt, damit der nicht immer so klemmt beim Reinfahren der Schublade.

Die Beifahrertür bleibt wieder offen stehen und auch das Schloss der Heckklappe ist wieder heil. Bisschen Frisbee geht immer

Danach unternehmen wir eine Bootstour, bei der es echt viele Tiere zu bestaunen gibt:

Unser Guide Frederico unternimmt mit uns danach noch einen kleinen Ausritt, bei dem wir wortwörtlich in den Sonnenuntergang reiten.

Dann passiert uns ein Touri-Anfängerfehler 🤦‍♀️

Wir haben unsere ganzen Pesos für die Bootstour und den noch folgenden Ausritt ausgegeben und sind in einem kleinen Kaff, in dem man nirgends Geld wechseln oder mit Karte bezahlen kann. Dafür waren die Unternehmungen aber echt schön und wir haben ein kleines Abenteuer, denn wir laufen im Stockdunkeln durch den Ort. Hier wohnen viele Familien mit ihren Kindern, Hunden und Pferden, die am Rand der Straße angebunden sind oder frei herumlaufen. Der Typ von der Touristeninfo ist sehr hilfsbereit und schreibt mit einigen Leuten über Whatsapp bis er uns eine Gelegenheit zum Geldwechseln besorgt hat. Dazu gibt er uns die Wegbeschreibung und einen Zettel mit. Mit diesen wichtigen Mitteln gelangen wir zu einem örtlichen Hotel um dort verstohlen 100€ über den Tresen zu schieben, einen Packen mit 4900 Pesos stecken wir ein.

Dann können wir endlich etwas essen gehen. Auch das ist unüblich für uns, wir klopfen bei einem Restaurant an und landen quasi im Wohnzimmer einer Familie. Ja, es gibt Essen. Aber keine Karte, die Frau des Hauses erzählt uns was wir heute bei ihr essen können. Nachdem wir angefangen haben, kommt noch ein älteres Paar zum Essen und schließlich setzt sich auch die Familie an einen Tisch und isst zu Abend. Das Essen ist frisch aus dem Ofen. Zum Nachtisch bekommt Til etwas typisch Argentinisches: Dulce de XY con Queso. In seinem Fall war es Dulce de Papaya. Kann man im Supermarkt im XL-Pack kaufen und jetzt wissen wir auch wie es schmeckt: sehr süß!

Donnerstag, 8.8.

Wir starten zeitig, die Erinnerung an die zeitraubende Piste vorgestern ist noch sehr präsent. Jedoch präsentieren sich die 120 km Sandpiste in erstaunlich gutem Zustand, mit Konzentration sind 60-80 km/h als Reisetempo problemlos zu realisieren.

Einen Hauch mehr Zivilisation (Klimaanlage, WLAN) finden wir bei einem Zwischenstopp: die größte Mate-Plantage der Welt in Las Marias. Es ist warm, das Grünzeug üppig, der Boden inzwischen rot.

Abgesehen davon, dass uns eine nette Angestellte eine private, lehrreiche Kurztour gibt, erhalten wir nen Haufen Werbegeschenke.

Im nächsten Ort nächtigen wir auf einem Durchreisenden-Parkplatz. Etwas teuer, aber saubere Toiletten und ne heiße Dusche sind uns auch n bisschen was wert. Dazu gibts erste Parilla-Gehversuche. Übrigens alles mit Visa bezahlt…

Gewitter, Regen und kaum gedämpfte große Sechszylinder-LKW-Diesel unter Volllast auf der nahen Straße begleiten uns durch die Nacht.

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Reservats-Hopping

Montag, 5.8.

Gestern haben wir beschlossen so richtig früh, aber doch ausgeschlafen loszufahren. Klappt inzwischen einigermaßen, gegen 10 starten wir. Frühstück gibt’s an einer Tankstelle, in einem Kaff shoppen wir Snacks. Die lokale Müllabfuhr staunt, die Verkäuferin im Laden will Tines Reisepass fotografieren weil der so interessant ist.

Neben der Strecke nach Norden liegt eine Kolonie, die von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Für die Durchreisenden gibt es „La Alemana“, einen großen Kitschladen. Wir halten an und uns bedeckt. Wäre okay wenn man uns für US-Amerikaner hielte (ist schon vorgekommen). Gut so, die geringen Erwartungen wurden erheblich unterboten. Der Laden ist voller Ramsch, deutsch ist da nur das Schöfferhofer (was man hier sowieso in jedem besser sortierten Supermarkt bekommt). Oder sind deutsche Matebecher ein geheimer Exportschlager? Als geschmackvoll passende Ergänzung gibt es ein Lokal mit auch für Argentinien üblichen Gerichten, die allerdings deutsche Namen haben: Tiger, Graf Spee, Panzer. Bock auf ein belegtes Brötchen „Kaiser“?

Schnell weiter, auf die tatsächliche Kolonie weckt das hier keine Neugier.

Mit unserem VW fahren wir in einen nach Mercedes. Der rustikale, aber kostenlose, städtische Campground ist gut für eine Übernachtung.

Erstmals treffen wir andere Reisende: eine französische Familie, die zu viert in einem alten Iveco TurboDaily 4×4 reist. Rustikale Kiste, nette Truppe, neugierige Kinder. Tines Kopf raucht, denn die Kommunikation läuft in einer Mischung aus Französisch, Spanisch und Englisch zwischen ihr und der französischen Mutter.

Wir essen Pizza in der Stadt, zocken noch eine Runde und gehen wieder zeitig schlafen – Mercedes ist kein Ziel, sondern nur eine Station.

Dienstag, 6.8.

Die erste Bullinacht ohne Heizlüfterbedarf, wir kommen allmählich in nördliche Gefilde. Wir verabschieden uns von den Franzosen und zockeln los. Die 120 km seien eher mäßig und bei Regen schwierig zu fahren, heißt es bei iOverlander.

Einschub

iOverlander ist eine freie, kostenlose App, bei der Campingplätze, campingtaugliche Plätze, korrupte Polizeikontrollen, Wäschereien, Cambios,….. kurzum: alles eingetragen ist, was der Herumreisende braucht. Die App lebt von der Teilnahme der Nutzer, also bewerten wir fleißig (englischsprachig) besuchte Campgrounds. Die Erfahrung zeigt bislang nämlich, dass die teils sehr detaillierten Beschreibungen überwiegend zutreffen. Der idyllische Campground IST idyllisch, der Platz mit als zweifelhaft beschriebenen Toiletten erfordert eine hohe Toileranz. Super Sache!

Die ersten 40 km sind super. Leere, perfekte Straße. Wir passieren dann die aktive Baustelle, die dafür sorgt dass es bisher so aussieht wie es aussieht, und sind das erste Mal auf ner richtigen Schotterpiste.

Die wechselt zwischen mäßig und mies, ist generell enorm leer und insgesamt eine gute Trainingspiste für unsere angehenden Führerscheinneulinge.

Mit Geschwindigkeiten zwischen 20 und 60 km/h arbeiten wir uns bis zum Naturschutzgebiet voran. Zwischendurch düsen die Franzosen an uns vorbei – die haben für so eine Piste das robustere Auto.

Am Naturschutzgebiet wird das Informationszentrum neu gebaut. Darum gibt es freilaufende Ranger zu sehen! Einer stürzt sich direkt auf uns, empfiehlt kurze Wanderrouten und zeigt uns den – durch die Baustelle versteckten – Zugang zu einer weiteren Route.

Ab in den Dschungel:

Bäume, Leute, Capybaras, Alligatoren, Riesenvögel und ein Hirsch. Wir kriegen gleich die volle Ladung.

Über einen Damm erreichen wir dann das Örtchen Colonia Carlos Pellegrini.

Der Campground direkt am See ist nett, die Franzosen sind schon hier. Capybaras und Ipecas laufen herum, der Sonnenuntergang überm See lockt sogar die Einheimischen abends kurz an’s Ufer. Hier kann man es erstmal aushalten!

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Mehr Schweine, weniger Steine

Tach zusammen. Die letzten Tage hatten wir entweder gar kein Internet (Naturschutzgebiet) oder zu wenig Upload (Paradies). Aber ich greife vor 🙂

Samstag, 3.8.

Wir verlassen um 12 nach gemütlichem Frühstück diesen tollen Ort. Die Rechnung für die ganzen Arbeiten am Bus wird beglichen (310€ für alles inkl gutem Trinkgeld) und wir bekommen eine Riesenladung Tips von Cris. Abfaaaaahrt!

Die Straße nach Norden ist begrenzt spannend, wir sind sie ja auch schon mehrmals gefahren. Ohne große Pausen erreichen wir den Nationalpark El Palmar.

Inzwischen ist es dunkel, die Fahrt über 12 km Sandpiste wird zum Stop and Go – denn überall lungern Capybaras herum. Das sind übergroße Meerschweinchen, die das Gras kurz halten.

Ohne zivile Opfer erreichen wir den Campingplatz am Rio Uruguay. Die Toiletten sind erbärmlich, die Lage des Platzes aber unschlagbar. Ein altes Fundament ist der perfekte, ebene Standort für den Bus. Ab ins Bett!

Sonntag, 4.8.

Sonntag, 9 Uhr. Der gemeine Argentinier entzündet ein Holzfeuer, um wenig später darauf ganztägig mit der Familie grillen zu können. „Parilla“ ist im Land der Rinder ein Kulturgut, an jedem noch so kleinen Parkplatz findet man gemauerte Grills. Holz gibt es sowieso zu Genüge und Kohle ist mit 1,50€/5 kg auch als Grundversorgungsgut bepreist.

Dementsprechend füllen sich Campingplätze sonntags auch im Winter schnell mit Tagesgästen.

Wir entgehen der Räucherung durch eine ausgedehnte Wanderung am Fluss entlang. Es gilt Capybaras und anderes bei Licht zu bestaunen, unreife Orangen zu pflücken und dem Lavabodenwanderweg nicht zum Opfer zu fallen. Hier bleiben wir noch eine Nacht.

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Ab in’s Grüne und Wagenpflege

Donnerstag 1.8.
Raus aus der Metropole! Das Apartment verlassen wir pünktlich um 5 nach 9. In einem großen Einkaufszentrum wird ein solides Zelt gekauft (damit nicht immer alle vier im Auto schlafen müssen), ein paar Straßen weiter klappern wir dann wieder Outdoorläden ab. TnT brauchen Isomatten, Tine dringend robuste Schuhe.Fündig werden wir bei „Deporcamping“. Das ist ein kleines Fachgeschäft mit allem, was solide ist und man auch in unseren Outdoorläden bekommt. Die Preise sind dementsprechend fast europäisch, die Qualität aber auch hoch. Ein sehr motivierter und kompetenter sowie netter Verkäufer bringt uns etwas Schuhfachvokabular bei und Tine bekommt halbhohe Stiefel von Hi-Tec für gut 70€. Endlich seriously outdoorsy unterwegs! Auch Til hat neue Schuhe für sein neues Board gefunden. Und Tori Crocs (echte Camper jetzt).

Wir fahren weiter (nachdem wir uns mit Empanadas eingedeckt haben) zu Andean Roads im Randbezirk von BA. Was wir dort finden: paradiesische Zustände!

Grün, ruhig. Sympathische Hunde für Tori. Ne Mieze und ein umzäuntes Gelände für Tine. Eine Halfpipe für Til. Und nen österreichischen Unimog sowie Fahrzeugsachverstand für Martin. Lesetip zum Unimog: http://www.globenomaden.at

Cris spricht perfekt Englisch, somit ist die erste digitale Diagnose am Bus schon aufschlussreich.

Wir gehen noch zum nahegelegenen Supermarkt – zu viert ist die Vorratshaltung im Bulli wirklich schwierig. Nach dem Abendessen lernt Tori widerwillig Canasta und wir machen es uns im Bus bequem. Das Zelt hat noch Schonzeit.

Freitag, 2.8.
Tatsächlich schliefen alle relativ gut. Da der Mechaniker um 0900 (argentinischer Zeit) da ist muss der erste Kaffee um 0845 (deutscher Zeit in argentinischer Zeitzone) fertig sein. Klappte.

Verfolgt von aufmerksamen Hundeblicken frühstücken wir gut eingepackt neben dem Bulli, der für den Ölwechsel schon mal warmläuft. Die Wiege der Menschheit liegt in Afrika, die Wiege des Hundeblicks offenbar in Südamerika.

Martin hat auch endlich die undichte Stelle im Abgasstrang gefunden, die den Innenraum bei langsamer Fahrt einmufft: Undichter Abgaskrümmer an Zylinder 1 aufgrund eines gelösten Krümmerbolzens. Behebbar und vielleicht sogar die Ursache für den EGR-Fehler.Der Bulli darf auf die Grube. Dort findet sich schnell die Ursache des fürchterlich nervigen Klapperns: das Hitzeschutzblech der rechten Bremse an der Vorderachse ist völlig lose. Einfache Sache!

Für den lokalen Mechaniker ist das ne Fingerübung. Könnte uns ja auch schlimmer ergehen…

Nach dem Frühstück kommt der Bulli auf die Grube und Marcos macht sich an die Arbeit. Wir sind auch fleißig: den Rest des Tages stehen wir oft auf, um die Campingstühle der wandernden Sonne anzupassen. Und ein bisschen Frisbee

Nachmittags gibt’s gute Nachrichten:

  1. das Hitzeschutzblech ist geschweißt worden und jetzt wieder fest und leise verschraubt
  2. Öl, Ölfilter und Luftfilter sind frisch
  3. Allllllllradantrieb! Yes! Das Problem war: Das Steuergerät für den Allradantrieb an der Hinterachse (schöne neue Welt) ist spritzwassergeschützt, aber nicht wasserfest. Es läuft also voll, wenn man zB nachts ungünstig in einem See parkt oder einem etwas ähnlich nasses passiert. Nun ist das Steuergerät trockengelegt, gereinigt und neu abgedichtet – und funktionsfähig. Steine fallen von Herzen!

Die ärgsten Probleme sind damit erledigt, die restlichen Dinge können entweder bis Deutschland warten oder werden auf Campingplätzen behoben.Cris ist Architekt, er hat sein Holzhaus selbst entworfen und gebaut. Und was für eins, Tine ist völlig in Love. Martin begeistert sich eher für den VW LT 4×4 den Cris von einem deutschen Ehepaar erstanden und für seine Familie neu ausgebaut hat. Was für ein Gerät! Nach der Roomtour ist Tine auch bereit, später auf ein vergleichbar großes Fahrzeug zu sparen. Andererseits könnte man doch auch einen Unimog…..TnT kaufen noch mal nen großen Haufen Tomaten, es gibt arme Ritter und Bruschetta. Das Küchenequipment gerät dabei an seine Grenzen, wir müssen dringend die Pfanne ersetzen und noch ne Schüssel kaufen.

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…und wieder vier hier!

Dienstag, 30.7.

6 Uhr, der Wecker klingelt. Fühlt sich fast an als sei man Arbeitnehmer. Brrrr. Dieser unschöne Gedanke wird von einem Kaffee und der neu aufgeflammten Reisevorfreude glücklicherweise schnell weggeschoben. Um 0645 zockeln wir zum Flughafen. Dienstagmorgen, es ist komplett voll. Wozu zahlen wir die 2€ Parkgebühr, wenn es keinen freien Parkplatz gibt?

Egal. Martin hält illegal, Tine sammelt flott Tori und Til ein. Fällt nicht weiter auf, das machen hier anscheinend alle so.

Wir wissen aus Erfahrung was nach 15h Reise gut ist: ein Frühstück, den Blick über die Stadt schweifen lassen, Siesta.

Nachmittags sind die Kräfte ausreichend regeneriert, um sich in die Stadt zu stürzen. Cambio Cambio Cambio (Geld wechseln), Präsidentenpalast angucken, einkaufen – reicht erstmal, die Reizüberflutung am ersten Tag ist immens. Abendessen, grobe Zeitplanung der nächsten Tage, ab in die Falle!

Mittwoch, 31.7.

Dinge, die man in Argentinien braucht: Bargeld, Skateboard, Schuhe, Zelt, Matebecher, saubere Wäsche, kühlen Kopf.

9 Uhr: all das haben wir nicht.

9 Uhr 30: der letzte Punkt ist für Til und Martin abgehakt, dank Dachpool. 8°C bei Luft und Wasser (höchstens) sorgen für kurzes Schwimmvergnügen, aber der Pool ist ja schließlich auch bezahlt! Tine und Tori machen Rooftop-Yoga, nachdem sie sich ausreichend über die männlichen Äußerungen ob der Kälte amüsiert haben.

10 Uhr 30: wir zockeln los, bewaffnet mit nem Kubikmeter Dreckwäsche. Waschsalons gibt es an jeder Ecke. Nur hier nicht, wir müssen ganze 3 Ecken weit laufen. Mit App und Dolmetscher klappt die Kommunikation zwischen der asiatischen Angestellten und uns – geeint durch einen geringen spanischen Wortschatz.

11 Uhr: ab in die Bahn. Das Bezahlsystem mit Prepaid-Karte und Drehkreuzen an den Bahnhöfen funktioniert super. Ein Einzelticket kostet etwa 40 Cent, die Züge sind teils modern, alles ist recht sauber. Eine gute Wahl, um die Innenstadt zu erkunden.

Um unabhängig zu sein wechseln TnT wenige hundert € in Pesos. Die offiziellen Wechselstuben sind dabei zu bevorzugen, als Tourist droht man bei den diversen herumstehenden Geldwechslern übers Ohr gehauen zu werden.

Nächster Punkt abgehakt!

Um 1230 hat Til sein Board und ist glücklich. Die Outdoorläden in Downtown Buenos Aires sind allerdings nicht ergiebig, die Zelte sind entweder blöd oder sehr teuer, meistens beides. Selbes gilt für die Trekkingschuh-Auswahl. Irgendwann vertagen wir das Shopping, ist auch billiger so. Stattdessen gönnen wir uns eine Empanada-Platte.

16 Uhr: wir sind zurück im Apartment. Füße wurden plattgelaufen, viele Dinge wurden gesehen. Später holen wir noch die Wäsche ab, ein Spieleabend rundet den zweiten Tag zu viert dann ab. Bier wird gern in Literflaschen verkauft und ist gut, sympathisches Land 🙂

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Ziehe vom Strand über den Flugplatz ins Hochhaus (ziehe keine AR$ ein)

Sonntag, 28.7.
Okay, gestern war es schon schön warm. Aber auch nur in der Sonne, und der Campingplatz ist mit 13€/Nacht relativ teuer. Es wird Zeit, die Pampa gen BA zu verlassen. Das Apartment beziehen wir dort übermorgen um 12 Uhr (echte Betten!), darum wollen wir einigermaßen in der Nähe übernachten.Vorher besuchen wir die Landzunge, die nördlich von San Clemente del Tuyú in den Atlantik ragt. Leiiiiiider ist die nur über einen Sandweg (erst breit, dann mini) durch ein Naturschutzgebiet zu erreichen. Nordseeflair!

Während der Kluge aus seinen Fehlern lernt, lernt der Weise aus den Fehlern anderer. Konkret: Wassertiefe prüfen! Entweder lässt man einen Prüf-Einheimischen vorfahren, oder man prüft selbst:

Geht. Letzte Zweifel an der Befahrbarkeit mit unserem höhergelegten FWD-Bus werden ausgeräumt, als drei Männer in einem alten Ford Fiesta (Mk4) mit Wohnanhänger den Weg zum Strand einschlagen. Hut ab!Am Strand dann: viel Platz, viele Angler, amtlich fette Muscheln

Auf dem Rückweg hat Tine dann auch Offroadspass. Aus „Martin fahr vorsichtig!“ wird schnell „wuuuiiiiii“.

Die „FlyRanch“ bei La Plata ist unser Campingplatz für die Nacht. Nette Leute, gute Küche, ruhiger Platz, gute Flugshow des Schlepp“flugzeugs“, das die Hängegleiter hochbringt. Mit 5€ außerdem ein Schnäppchen.

Nachts wird der Bus (oder die Fußmatte?) von einem der Flugplatzwachhunde beschützt. Zweeeet!

Montag, 29.7.
Frisch heute! Gegen 10 verlassen wir den Platz in Richtung Buenos Aires. Mit dem abflauenden Berufsverkehr lassen wir uns in die Stadt spülen, um das Apartment zeitig zu erreichen. Es liegt an der Ecke Jujuy/Inclán und ist in einem erst 2 Jahre alten Hochhaus – schick! Pablo, unser Host, ist dann auch um 12 pünktlich zur Übergabe da. Wir wohnen nun 2 Tage lang im 5. Stock.
Das Apartment selbst ist ganz okay. Nicht perfekt sauber, und da alles von der billigsten Sorte ist hängt der Duschkopf, die Türen knarzen, das Rollo im Schlafzimmer geht nicht hoch,…ist das typisch argentinisch? Ne, Vermieter sind doch überall gleich.
Die Dusche ist zumindest heissssssss und das echte Highlight des Hauses wartet sowieso im 10. Stock: die Dachterrasse mit Pool!

Für den Bulli trudelt ein guter Tip vom Freund eines Freundes ein: Andean Roads am Nordrand von BA vermietet Wohnmobile, repariert alles was nen Motor hat und lagert Fahrzeuge für Reisende ein. Außerdem gibt es ein bisschen Platz zum Campen. Martin fragt also an ob die nen (hier unüblichen) T5 auslesen können: Na klar, kommt vorbei!

Damit steht unser Ziel am 1.8. auch fest.
Da der Wecker morgen aus Gründen um 6 klingelt ist der Abend relativ kurz.

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¡Tranquilo!

Freitag, 26.7.
Heizlüfter im Dauerbetrieb. Vorhänge geschlossen; es gibt nix zu verpassen draußen. Es pladdert. Den. Ganzen. Tag. Tine kann und mag jetzt Canasta (Schlüsselqualifikation bei Schirmers).

Am Ende des Tages sind wir außerdem exzellent ausgeschlafen, der Bus ist erneut umstrukturiert worden und enthält keinen einzigen Keks mehr (die Lage wird ernst).

Kurz vor Sonnenuntergang verzieht sich der Regen, ein kurzer Strandspaziergang ist noch drin.

In Bremen sind es heute wieder über 30°C. bei voller Sonnenscheindauer. Freut uns natürlich für euch.

(Ehrlich!)

Samstag, 27.7.

„Tranquilo“ bedeutet wörtlich übersetzt still oder ruhig, steht hier aber vor allem für „entspann dich, keine unnötige Eile, erst mal nen Mate?“ und beschreibt die beiden Tage ganz treffend.

Heute legen wir die Füße aber wieder vor der Haustür hoch. Zum Geburtstag hat Martin eine superkompakte Reisehängematte geschenkt bekommen: sie ist perfekt!

Auch hier, fernab der Hauptstadt, sind Hunde allgegenwärtig. Am Strand ist ein (zumindest temporär) herrenloser Hund unser Begleiter. Als Labrador-Hovawart-Mischling beherrscht er den „geteiltes Brot ist doppeltes Brot!“-Blick natürlich sehr gut und ist auch ansonsten ein angenehmer Begleiter. Mach’s gut, anonymer netter großer schwarzer Hund! Nächstes Mal haben wir Leckerchen dabei!

Nach dem Steakrestaurantbesuch gestern sind die Erwartungen nun relativ hoch, die abends besuchte Pizzeria enttäuscht etwas. Wenn die Übersetzungsapp die Hälfte des Belages nicht kennt ist die Bestellung zugegebenermaßen allerdings auch etwas riskanter. Nächstes Mal wieder konservativer 🙂

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What a charming smilo!

Mittwoch 24.7.
In unserem schicken und gemütlichen Airbnb schlafen wir erst mal aus und gehen dann zu Fuß in die nahegelegene Stadt. La Plata ist etwas beschaulicher und sauberer als Buenos Aires, mit 700.000 Einwohnern ist es auch eher ein verschlafenes Nest.

Ein empfohlenes Highlight ist das lokale Naturkundemuseum. Ansehnlicher Bau, nette Miezekatzen. Der lateinische Name Smilodos beruht übrigens auf dem charmanten Lächeln mit den tadellosen Zähnen.

(Klingt zumindest logisch).

Das Museum ist eher eine Sammlung: Steine, Knochen, Keramik. Führt schön vor Augen, was hier für beeindruckende Tiere gelebt haben und leben. Wäre auch was für Sonja!

Danach suchen wir Schuhe für Tine und finden stattdessen einen Pullover, den wir beide legitim tragen dürften

Zurück nehmen wir den Weg durch das Stadtzentrum, an der lokalen Kapelle vorbei.

Abendprogramm heute: Ice Age. Der Film ist 17 Jahre alt und immer noch großartig!

Donnerstag 25.7.

Ab in die Pampaaaaa! 250 relativ monotone und sehr platte Kilometer später erreichen wir San Clemente del Tuyú. Das ist eine tourismusorientierte Küstenstadt im Winterschlaf, wie sie auch an der Nordsee zu finden ist. Kalter Wind vom Atlantik, ein breiter Sandstrand, der Campingplatz ist verwaist. Vorteil: bester Platz für uns!

Mangels Motivation sind wir mit den vollen Einkaufstüten im dem Supermarkt gegenüberliegenden Restaurant eingekehrt. Manipulative geografische Gegebenheiten sind das hier!

Es ist zum Dahinschmelzen. Großes Steak vom Grill, frischer Salat, ein großes Bier für Martin, Spaghetti Bolognese mit frischem Rinderhack und ein Weißwein für Tine. Sehr üppig. Extrem lecker. Rechnung inkl. Trinkgeld: 30€. Studentenpreise ❤

Auf dem Heimweg setzt Nieselregen ein: eine Vorschau für den Folgetag.

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Gen Süden

Montag 22.7.

Kaaaalt! Es ist Winter hier unten, das bedeutet einstellige Temperaturen in der Nacht und 12-15°C tagsüber. Die letzten Tage waren milder, aber jetzt sind wir phasenweise neidisch auf die derzeitige deutsche Turbohitzephase.

Heute heißt es schon wieder Flughafen, wieder Abschied: auch Bernd fliegt jetzt nach Hause zurück. Wir kommen mit genug Puffer am Flughafen an. Check-In, Kaffee, Media Luna (wichtigste Vokabel für Martin, das sind teils hervorragende Croissants). Und schon ist Bernd verschwunden. Danke für all die Campingtipps und gute Heimkehr!

Danach sind wir durch Buenos Aires gefahren und haben das erste Mal eine Mall besucht. Dort dann festgestellt, dass es Gebühren kostet mit der Maestrokarte zu zahlen. Aber wir mussten es natürlich ausprobieren! Und Maestro steht hier neben Visa und Master oft an der Ladenfront…

Danach haben wir einen (im Sommer sicher noch malerischeren) Campingplatz am Wasser bei La Plata gefunden, auf dem wir ganz alleine waren. Abgesehen von einer kleinen Hundebande, die uns auf Schritt und Tritt gefolgt ist. Fans!

Dort fand in der Dämmerung außerdem ein glorreichen Naturschauspiel statt, welches uns an Ice Age erinnert hat:

Es handelt sich um völlig bekloppte Dodos Ipacas aus der Familie der Rallen.

Nach echt campermäßigen Nudeln mit Soße…

…haben wir den Bus für zwei Leute aufgeräumt und etwas umstrukturiert und waren zum Abschluss duschen. Heiß, aber spannend und durchaus nicht unüblich. Hier ein HowTo: „warm duschen und dabei nicht sterben in Südamerika“:

  1. Checken, ob die Sicherung raus ist
  2. Den Duschkopf unten am Wasserbottich (Boiler wäre geschönt) schließen
  3. Oben Kaltwasser einfüllen bis es rausläuft
  4. Sicherung an, Heizdraht im Boiler an
  5. 2 Stunden was anderes tun
  6. Zurückkommen, die Nudeln oben in den dampfenden Boiler werfen
  7. Sicherung raus!
  8. Heißwasser ablassen, gleichzeitig Kaltwasser nachfüllen, bis die gewünschte Duschtemperatur im Boiler erreicht ist
  9. Mit 15 Litern Wasser wirtschaftlich duschen
  10. Sich total McGyvermäßig (und sauber) fühlen

Dienstag 23.7.

KaaAAAaaalt! Der Strom geht nur sporadisch, es ist schon pfadfindermäßig hier. Bei 8°C und grauem Himmel raus aus den Federn. Warum fahren wir Deppen eigentlich in den Süden? Leider hat die Vernunft gesiegt: das warme Iguazu ist 2-3 Tage entfernt, und in 6 Tagen kommen Tori und Til auch schon an. Do the math….

Der Bereich südöstlich von Buenos Aires ist relativ platt und leer. Fühlt sich nach Brandenburg an, oder anders: Pampa. Und da ist der Atlantik dann auch in der Nähe. Kann man also schon mal hinfahren. Das Nichts als Attraktion. Und es ist ganz gleich nebenan!

Aber auch da ist es kalt, und auf dem Weg liegt La Plata. Also haben wir uns ein kuscheliges AirBNB-Zimmer gesucht.

Vom Campingplatz bis dort war der Weg nicht weit. Auch hier: Grünstreifenpflege auf Argentinisch

Das Zimmer mit eigenem Bad ist in einem historischen Haus, mit viel Holz und Charme. Die Gastgeberin vermietet 3 Zimmer und wohnt selbst im Gebäude, das macht sich bemerkbar: alles ist liebevoll gemacht, sauber, gepflegt und intakt. Keine Selbstverständlichkeit hier! Selbstverständlich ist hier nur der Hund, davon gibt es viele.

Hier kamen wir auch erstmals mit der argentinischen Kultur in Kontakt, da die Gastgeberin und ihre Tochter tadelloses Englisch sprechen. Kultur heißt in diesem Fall: Mate probieren. (Beinahe) jeder hier hat ne Mate-„Tasse“ mit den Blättern des Ilex paraguariensis in der Hand und ne Thermoskanne mit heißem Wasser unterm Arm. Das trinkt man dann vor sich hin oder, wie es uns erzählt wurde, in geselliger Runde (also mit seinen mates). Dabei gibt man das Getränk dann auch rum.

Schmeckt bitter, macht wach. Das selbe wie Kaffee, nur in grün.

Abends waren wir in einer Craftbeerbar essen. Englisch konnte keiner so richtig, dafür waren alle umso mehr bemüht um uns. Extrem nett, extrem Lecker, sowohl das Bier als auch das Fleisch. Das können die hier einfach. ¡Salud!

In literarischer Sache: Wir schreiben unabsichtlich in einem Mix aus Präsens und Präteritum (danke Tine), weil wir uns nicht entscheiden konnten (see what I did there?).

Was liest sich besser?

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Da waren’s nur noch drei

Samstag

Ciao, Theresia! Mit der aufgehenden Sonne hieß es Abschied nehmen am Flughafen von Montevideo. Anschließend machten wir uns direkt auf den Rückweg, da Bernd etwa 48h später auch schon in Buenos Aires am Flughafen sein muss. Also gab es ein kleines bisschen Montevideo aus dem Auto heraus für uns:

Der erneute Grenzübertritt war dann die wirkliche Probe: kommen wir auch ohne Joker ins Land zurück?

Nein. Ernüchterung. Das teure poder de circulacion sei nicht ausreichend. Da fehle Bernds Unterschrift (behebbar) und dann noch ein Zertifikat des Institutes, an dem die ausstellende Notarin ihren Abschluss gemacht hat (zum Belegen ihrer Legitimität), und noch irgendein Wisch. Der argentinische Beamte war nett und hat uns das alles gründlich erklärt, aber uns trotzdem nicht reingelassen. Also Dad-Joker…. nochmal. Ging dann natürlich auch. Bedeutet aber, dass wir wahrscheinlich in Argentinien bleiben werden.

Einschub: es geht hier immer nur um das Auto. Die Ein- und Ausreise von Personen mit deutschem Pass ist überall vollkommen unproblematisch. Wer jemals was gegen den Schengen-Raum sagt gehört mit Behördenwarteraumzeit nicht unter 48 Stunden bestraft.

Zurück in Argentinien (Ponte International):

Tagesziel war wieder die Therme, dort wurde noch mal ausgiebig gebadet und später hervorragend getafelt.

Sonntag 21.7.

Der klassische Urlaubsmorgen: kurz gebadet, Frühstück, ab auf die Straße gen Buenos Aires. Dass die warmen Tage (bis 20°C) allmählich vorbei sind kündigte sich bereits mit strammer Brise am Ufer des Rio Paraná in Zárate an, wo wir pausierten.

Klassische Mitfahrerposition im Bus:

Aushaltbar.

Zur Übernachtung war ein Naherholungsgebiet am Flughafen angedacht. Das war letztes Mal völlig ausgestorben, aber heute ging die derbe Party. Alles voll mit jungen Leuten und Musik, dazu jede Menge testosterongesteuertes Posen verantwortungsbewusstes Schaufahren auf den omnipräsenten Motorrädern. Bisschen zu voll, wir stellten uns abseits in eine Wiese. Unabsichtlich. Ging nicht mehr voran, Screely saß fest. Wie konnte das passieren? Der Allradantrieb ist (offenbar) seit einer Weile ohne Funktion. Ohne Diagnosegerät lässt sich die Ursache nicht bestimmen, mit viel Glück ist nur ein Kabel oder Stecker hinüber (behebbar), mit Pech die Lamellenkupplung oder Hochdruckpumpe oder oder oder…der Haldex-Allradantrieb ist ansich ne gute Idee, jedoch technisch anfälliger als klassische Systeme und empfindlich gegenüber unterschiedlichen Abrollumfängen vorn und hinten (ups…).

Auf dem Weg zum alternativen Schlafplatz löste die eingelegte Differentialsperre dann auch nicht. Geil, Frontantrieb plus gesperrte Hinterachse. Viel blöder kann es eigentlich nicht laufen.

Das Problem ließ sich aber lösen durch Herumfummeln am Aktor der Sperrklinke:

Demnächst gehe ich der Sache mal näher auf den Grund. Aber dazu sollte es wärmer sein. Wer die Allradtechnik vom Screelander wirklich genau und bebildert kennenlernen möchte: pdf

Am Trucker-Imbiss gabs Gewitter, kalten Wind und fettiges Abendessen, und so ging mit leicht gedämpfter Stimmung der Sonntag zuende.

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Einmal Uruguay und zurück

Dank der besagten Papageien Mönchsittiche war die Nacht einigermaßen früh vorbei. Aber der frühe Vogel ist als erster im Pool! Bei 36°C Wassertemperatur lässt sich der argentinische Winter auch morgens schon aushalten.

Um 10 ging es auf die Straße gen Uruguay. Kurz getankt (Diesel stabil bei ~52 AR$ hier, also 1.12€), dann übernahm Tine das erste Mal das Steuer:

Es war eigentlich garnicht so schlimm. Man muss sehr gut auf die anderen Autofahrenden achten, aber das muss man bei uns ja eigentlich auch. Aber hier halten sie sich nicht so wirklich an irgendwas. Kann man aber mit kalkulieren und dann kann man sich auch Sachen rausnehmen, die bei uns undenkbar wären. Wie zB einfach mal über den Mittelstreifen der Autobahn zu wenden. 💁

Die Grenze war als Generalprobe für uns gedacht: reicht die „poder de circulacion“ der uruguayischen Notarin aus, um das nicht uns gehörende Auto über Grenzen zu bringen?

Kurz: Nein. Aber wenn gefragt wird ob der Eigentümer dabei ist und er direkt daneben steht kann man den Grenzbeamten natürlich nicht anlügen. Also wurde der Dad-Joker gezogen und wir kamen allesamt mit Auto nach Uruguay rein.

In Uruguay waren die Straßen erheblich besser und die Palmen noch zahlreicher, außerdem ist es permanent leicht hügelig, grün und sehr landwirtschaftlich.

Also wie Schleswig-Holstein (mit Palmen).

Pausenzeit, Frisbeezeit!

Nicht nur wir snackten etwas, auch die hormigas gönnten sich ein paar Leckerbissen:

Die Gesamtstrecke heute betrug > 350 km, inklusive Grenzübergang war das also eine tagesfüllende Sache. Wir kamen also erst zur Dämmerung in einem Nebenstädtchen von Montevideo an. Das Häuschen, welches wir dort gemietet haben, war wirklich nett und erinnert an jeden Dänemarkurlaub jemals: großer Gemeinschaftsraum, schlichte Küche, und Holz, überall Holz! Das haben die Nachbarn auch allesamt mit Hingabe verbrannt, über der ganzen Stadt lag eine Lagerfeuerrauchwolke.

Die Waschmaschine (yeah!) wurde angeschmissen, Essen gekocht und dann ging es relativ zeitig auch schon in die Federn.

Freitag

Unser Gastgeber war ein ausgesprochen freundlicher Herr, der ganz passabel Englisch spricht. Er ist Dr. im Ruhestand und freut sich unverhohlen darüber, dass seine Frau noch arbeiten muss. Da kennen wir doch noch jemanden von der Sorte…

Der Tag war warm und dementsprechend gemütlich: ein kleiner Spaziergang zum Supermarkt, Kaffee, Tee,…

….und im Hintergrund sieht man auch schon die Tagesbeschäftigung: Bus herrichten! 9 Monate Reise hinterließen Spuren, und die anstehenden 3 Monate erfordern sowieso ne andere Nutzung des gegebenen, sehr spärlichen Platzangebotes. Kleine Mängel und Narben hier und da waren und sind außerdem zu beheben. Zum Beispiel war das Dach schwierig zu schließen.

Nix was nicht behebbar wäre!

Damit ging der Tag ganz schön zügig rum. Der letzte Tag zu viert.

Ich bin sehr froh, dass wir diese Anfangszeit mit meinen Eltern hier hatten! Das war sehr schön und hilfreich und ich musste so nicht weitere drei Monate darauf warten, sie nach ihrer Reise wieder in die Arme zu schließen. ♥️

Tres Patitos & Termas del Guaychu

Dienstag

Am Dienstag war unser letzter vollständiger Tag in Buenos Aires – at least for now.

Wir gingen mit Tines Eltern in ein kleines Café um die Ecke und kauften danach Essen für die nächsten Tage. In einem sehr günstigen Obstladen deckten wir uns ein bisschen ein. Allerdings darf man offiziell kein Obst mit über die Grenzen nehmen. Daher mussten wir schauen, dass wir es entweder vorher verwerten oder im Auto gut verstecken. Ein bisschen mulmig ist einem dabei aber schon. Deshalb essen wir lieber vor der Grenze alles auf oder kaufen gar nicht erst so viel ein.

(Tine: Seitdem Martin zu dem Namen dieser Marke die Melodie von „Despacito“ gesummt hat, habe ich jedes Mal beim Anblick einer Streichholzpackung einen Ohrwurm. Den wollte ich euch natürlich nicht vorenthalten…)

Theresia wurde von einem Anwohner angeschrieben. Er hat den Screelander an der Straße gesehen und den dazugehörigen Blog gefunden. Warum? Seine Familie plant einen Trip bis Alaska und braucht dafür was Tauglicheres als das bisherige Auto – ein fast makelloser T3 Westfalia!

Spontan kam er dann noch für eine Besichtigung vorbei. Das war ganz nett, aber dass Screely erst überbrückt werden musste um zu starten kann man mindestens als Zeichen werten!

In Erwägung wurde diese Option auch nur gezogen weil die Buchung des Rücktransports etwas holprig läuft. Mal sehen.

Abgeschlossen wurde der Tag von einem merkwürdigen, aber gut aussehenden Mond, den ich probehalber mit meinem neuen Fernglas angeheult angesehen habe. Partielle Mondfinsternis, hoppla, gar nicht mitbekommen….

Mittwoch

Morgens verließen wir das Apartment.

Der erste Weg (im chaotischen Bus) führte in die City, zu einer potentiellen Spedition für den Bustransport. Für mich die erste echte Tour am Steuer, zur abflauenden Rush-Hour in das Herz einer der größten Metropolen Südamerikas.

War dann ungefähr wie in Berlin (nur freundlicher), mit Straßen wie in Delmenhorst (nur besser). Mitfließen, ab und zu die Fahrzeuggröße als Argument nehmen, noch aufmerksamer fahren als sonst schon. Passt.

Nach dem Speditionstermin waren wir wieder in nem Cafe, um uns für die weitere Fahrt zu stärken. Endlich raus aus der Stadt!

Das Tagesziel waren die Termas del Guaychu, eine Sole-Therme mit Campingplatz. Mit 400 Pesos p.P. und 500 Pesos für den Bus nicht ganz billig, aber dafür mit waaaaaaarmen Wasserbecken.

Die meiste Zeit ging es geradeaus und irgendwann waren wir da. Viel Platz in diesem Land. Keine besonderen Vorkommnisse, da die Gegend topfeben und sumpfig ist. Sieht ungefähr so aus wie an der A27 zwischen Bremerhaven und Cuxhaven. Fühlt sich dank der ganzen Lkw auch so an.

Vor Ort haben wir erst mal geplanscht und dann den Bus vorbereitet. Der Platz war idyllisch, mit krakeelenden Papageien und einem klassischen argentinischen Kurzhauber als Wohnmobil-Umbau.

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Allmählich angekommen

Sonntag

Am Sonntag fuhren wir mit der Subte zu einem Flohmarkt in San Telmo. Dort finden auch regelmäßig Vorführungen von Tänzen und Musik statt und meine Eltern hatten dort unsere Tangolehrer gefunden. Außerdem wurde noch Kunst gekauft, wie man das so macht wenn man ein Haus hat in das man Sachen stellen kann:

Die Tanzlehrer haben wir dann auch wieder gesehen und uns noch ein bisschen mit ihnen unterhalten. Ich merke, dass ich vieles verstehe aber nicht so viel sagen kann. Besonders in diesen Gesprächssituationen fallen mir dann auch Sachen nicht ein, die ich eigentlich weiß.

Naja, das übe ich einfach weiterhin. Martin hat inzwischen auch angefangen, Spanisch zu lernen. Juhu!

Montag

Allmählich neigt sich die Apartment-Zeit dem Ende. Der Bus – voll auf zwei Personen ausgerichtet – muss bald vier Leute beherbergen. Dazu müssen wir erst mal ganz grundlegende Dinge beachten: eine Pfanne und zwei Gabeln reichen einfach nicht…..

Also: wieder ab in die Stadt! Kleiner Laden, großer Laden, kleiner Laden, repeat. Vier Leute sind aber zu viel um sich zu einigen was nun sinnvoll ist, darum haben wir keine Pfanne gekauft. Aber dafür was anderes:

Enten-Buchhalter! Oder Entenbuch-Halter? Buchhalter-Enten? Zumindest Enten, das ist ja was zählt. Wäk.

Thematisch passend waren wir noch im zweitschönsten Bücherladen der Welt.

Ist wirklich schön.

Auf der Pfannensuche sind wir noch auf den Friedhof La Recoleta gestoßen. Beeindruckend, monumentale Grabstätten. Viel Stein, wenig Erde (naja, nur in den Holzkisten eben). Ungewohnt bis unheimlich ist aus mitteleuropäischer Sicht der Brauch, die Särge von außen sichtbar aufzubahren. Man erwartet in den teils verfallenen Mausoleen zerfallende Särge, aus denen lässig skelettierte Arme heraushängen.

Gab’s nicht. Fand Tine auch besser so.

Abends gab’s Salat mit heftigem Käse, der musste ja weg. Zack, Tag vorbei.

Die stabilen Enten sind zwar sehr cool, mit 50€ aber auch teuer und völliger Blödsinn zu Beginn der Reise. Und obwohl das beides keine validen Argumente sind (es geht schließlich um Enten) haben wir sie tatsächlich nicht gekauft.

Nächstes Mal wirklich!

Mehr Tango, Moneten tauschen, massiv tafeln

Freitag

Nach einem eher entspannten Tag ging es am Nachmittag zur 2. Tangostunde. Ging gut, da ist doch ein bisschen was von gestern hängen geblieben.

Von unseren Lehrern haben wir einen Restauranttip bekommen. Also gings gleich nach dem Unterricht in die Stadt. Da fand sich dann auch eine Wechselstube.

Exkurs: die Kohle

Argentinien litt vor 18 Jahren an einer massiven Wirtschaftskrise. Der gemeine Argentinier traut dem Finanzsystem (nicht erst seitdem) quasi traditionell nur sehr begrenzt. 2018 gab es auch nen massiven Absturz des Argentinischen Pesos, seitdem ist das Niveau aber relativ stabil. Mit gewissen Schwankungen liegt der Wechselkurs bei ungefähr 47 Pesos pro Euro. Die Bargeldabhebung am Automaten ist seit irgendeiner Krise stark begrenzt, man bekommt etwa 80€ (also 4000 Pesos) pro Tag, bei hohen Gebühren. Sollte man also vermeiden. Viele Argentinier nehmen entsprechend gern Euro und Dollar an, um ihr Erspartes vor der Inflation zu schützen und vom Automaten unabhängig zu sein.

Für uns bedeutet das: mit richtig viel Cash einreisen, häppchenweise in Wechselstuben tauschen (praktisch gratis). In € bezahlen wo möglich, die Pesos für kleine Läden etc aufsparen. Visa, MasterCard und Maestro ist weit verbreitet, kostet auch nur wenig.

/Exkurs

Weiter zum Restaurant: Fleisch vom Grill ohne Ende und auch ansonsten nett.

Omnomnom!

Anschließend rollten wir durch die belebte Fußgängerzone (viel Leben, viel Ramsch) und nahmen dann wieder ein Taxi zum Apartment.

Samstag

Fresskoma! Es wurde wieder entspannt. Später wurden erste Reparaturen und Zustandsaufnahmen am Bulli gemacht. Kurzfassung: fährt noch ganz gut. Langfassung für Interessierte:

AGR-Ventil vermockt, Glühanlage nicht i.O. (Kerzen oder Relais), Abblendlichreflektoren verkohlt, Birne links kaputt, klapperndes Blech unterm Auto, ASR/ESP (und damit Tempomat) o.F., Airbagleuchte signalisiert Fehlfunktion, Türscharnier kaputt, ZV auch.

Mangels tiefgehender Diagnosetechnik bleiben ESP und Airbag so wie sie sind, die Reflektoren kommen in Deutschland neu und die Glühkerzen wechseln ist ein 2-Tages-Job – Applaus, VW. Natürlich auch Applaus dafür, dass man nach Fahrgestellnummer Teile bestellt, die dann absolut nicht passen. Von BMW und Mercedes bin ich bei der Teileversorgung zwar verwöhnt, aber VW ist da einfach peinlich. Das erwarte ich vielleicht von Fiat.

Naja, wie dem auch sei, das neue Gaspedal passt, und nach Quertausch des Glührelais mit nem anderen Relais glüht das offenbar auch wieder alles. Das AGR-Ventil wird irgendwann mal zerlegt. Der Rest kann warten, TÜV gibt’s hier ja nicht.

Zum Straßenbild von Argentinien folgt noch ein dedizierter Beitrag. Eine Besonderheit sind die Endzeit-Möbel-Oldtimer: Pickups amerikanischen Ursprungs mit 30-60 Jahren auf dem Buckel, gern mit Holzaufbauten, zur Möbellieferung. Die fahren ganz gern durch die Viertel und beschallen alle mit ihrer Werbung. Klingt wie in nem Katastrophenfilm, man versteht kein Wort. Aber es geht bestimmt um Matratzen!

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Toiletten, Tango, Taxi

Unser Zimmer hat einen schicken kleinen Balkon mit Blick auf grüne Hinterhöfe und die Skyline von Buenos Aires. Und auch der Rest der Wohnung ist ganz charmant.

Der Papierkram nach dem Geschäft läuft anders als bei uns. Man schmeißt das genutzte Papier nicht in die Toilette sondern in einen kleinen Eimer daneben. Man kann auch das Bidet benutzen und wir als *Millennials* haben das dann natürlich erst mal gegoogelt und ein Tutorial angeschaut.

Nach dem Frühstück und Abwasch am Donnerstag, den 11. sind wir mit der U-Bahn (Subte) in die Stadt gefahren um die Versicherung des Autos für die restlichen Monate zu bezahlen. 25€/Monat für die Haftpflicht, billiger als in Hamburg allemal…

Der Fahrstuhl zu unserer Wohnung und auch der zum Versicherungsmakler erinnerte etwas an die Fahrstühle im Zaubereiministerium bei Harry Potter. Man muss erst die äußere Tür zusammenfalten und dann die innere und dann hält er ab und zu etwas ober- oder unterhalb der Etage.

Impressionen aus der Stadt:

Saubere Schuhe

Haus auf Haus

Wir haben uns den Präsidentenpalast von außen angeguckt und einen großen Obelisk bestaunt.

Orientierung(slosigkeit?):

Nachmittags haben wir eine Privatstunde in Tango Argentino bekommen. Davon gibts bald noch Bilder – wenn wir noch ein bisschen geübt haben.

Währenddessen hat es angefangen in Strömen zu regnen. Daher sind wir danach mit einem Taxi nach Hause gefahren. 10 km für 7€, kann man mal machen.

Abends hat es noch kräftig gewittert und das war auch ein ziemlich cooles Schauspiel aus dem 10. Stock.

Am nächsten Morgen war die Stadt dann noch etwas diesig.

Endlich: Abgabe, Aufbruch, Abflug

Wo sind wichtige Dokumente immer? Sicher verstaut! Am Montagmorgen musste ich in unserem Keller auf Rädern nach den Autopapieren gründeln, die haben wir natürlich verstaut. Vor der Ummeldung. Tja.

Tine hat zuerst uns, danach unseren Fuhrpark umgemeldet. Währenddessen habe ich just in time den letzten Feinschliff durchgeführt. Da ist das Ding!

Endlich fertig (Kolloquium folgt). Party!

…..ok später mal. Wir haben schließlich noch jede Menge auf dem Zettel gehabt. Immer diese Montage. Lotsenhütte aufräumen und putzen (Tine), Schotti ausräumen und wieder einräumen (Martin), versuchen nix zu vergessen. Dann ging es mit Umweg über Badenermoor (Verabschieden, ST abstellen) und Dodenhof (Reiseproviant kaufen, noch mal Matthias und Christina über den Weg laufen) nach Hambuuuuurg. Dort räumten wir mit Tori und Till unsere ganzen Klamotten in Tines Elternhaus und stellten den treuen Bulli ab. Nach ein paar Runden Billard war der anstrengende Tag dann auch geschafft.

Dienstag

Packen packen packen! Am Ende hat alles gepasst. Socken, Gaspedal, Kopfkissenelch, Rätselhefte. Was man eben so braucht. Und dann ging es mittags zum Hamburger Flughafen. So langsam setzte dann auch Entspannung, gepaart mit Vorfreude, ein. Kaffee half dabei.

Im Zeichen des Kranichs

Draußen der Geier

Drinnen der Tomatensaft

Unten die alte Heimat: Schleusenkanal und Weser bei Baden

Der Flug verlief planmäßig. Lufthansa-Catering und Onboard-Entertainment halfen, um die insgesamt 16 Stunden in der Holzklasse zu überstehen (LH35 HAM-FRA A320, LH510 FRA-EZE 747-8, für die Interessierten).

Buenos Aires

ist schweinegroß. Vom Flieger aus hatten wir eine wunderbare Sicht auf die riesige Metropole bei Nacht. Und dabei sahen wir nur die halbe Stadt! 1/3 der Argentinier leben in der Metropolregion BA.

Nach Passkontrolle und Gepäckabholung trafen wir dann endlich unser/e Empfangskommitee/Chauffeurteam/(Schwieger)eltern.

Nach einer einstündigen Fahrt durch den morgendlichen Berufsverkehr (ein bisschen wie im Berlin, wenn man als Landei das erste Mal dort fährt) kamen wir am Apartment an, welches wir jetzt etwa eine Woche zu viert bewohnen. Noble Gegend, recht zentral gelegen.

Vom Balkon aus spürt man Metropolenflair mit Palmen (wie in Berlin, nur schöner).


Wie geschrieben: schweinegroß. Winterliche 15°C, sehr aushaltbar.

Es folgt demnächst: Jetlag bekämpfen (moderat), wie echte Touristen völlig alltägliche südamerikanische Dinge bestaunen, ankommen. Geht ganz gut bei einheimischem Bier.

¡Salud!

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Die Zeit vor dem Abflug

Tine:

Am Sonntag, den 30.6. sind wir extra früh aufgestanden um dann letztendlich erst gegen 10 Uhr aus Badenermoor wegzukommen. Aber dann war es trotzdem ok, denn das Frühstück war lecker und die Temperatur gerade noch auszuhalten. Das Timing war natürlich wie immer hervorragend, denn es war eine lange Autofahrt mit Stau und körperliche Arbeit am gefühlt heißesten Tag des Monats.

Danach haben wir uns mit Cynthia und Jan und Baby getroffen und haben noch ein lecker Eis gegessen – nicht das letzte an diesem Tag.

Auf dem Weg nach Hause kamen wir noch bei Romina und Lily vorbei, die dieses wunderbare Foto von uns schoss:

Nach diesem fleißigen Wochenende war für Martin wieder jeden Tag Hochschule/Uni angesagt. Ich machte es mir in der Lotsenhütte bei Sonja und Reiner bequem.

Unser Ausblick:

Modern Family + Bauernhofeis auf der Terrasse:

Am Montag, den 1.7. wurde endlich das Klavier abgeholt, juhu! Es klappte tatsächlich doch in zusammengebautem Zustand und ich fand es super, dass der Mitarbeiter der Firma sich so damit beschäftigt hatte, dass es ihm keine Ruhe gelassen hatte und er es noch mal probieren wollte ohne Auseinanderbau.

Danach stand die Wohnungsübergabe an und wir waren zum Grillen bei Kati und Micha eingeladen. Das war lecker und gesellig.

Am Dienstag hat Martin sich keine Expertenhose, aber immerhin eine Fortgeschrittenenhose gekauft, bei der man die Unterschenkel abmachen kann per Reißverschluss.

Ich habe Dinge an die Straße gestellt und Reiner hat sich sehr über unsere Schallplatten gefreut.

Am Mittwoch bin ich ein letztes Mal zur Berufsschule gefahren, um dort mit meiner alten Klasse zu frühstücken. Später bin ich zu Theresa und Niels und ihren Kindern gefahren. Mein Patenkind hat jetzt eine Lederjacke und ist sowieso der coolste Dude überhaupt. Und ein riesen Martin-Fan 😀 Kann ich ja ein bisschen nachvollziehen…

Danach war ich mit Theresa auf der Breminale und ich bin richtig froh, dass Bremen dieses kleine Festival organisiert ♥️

Martin:

Nach dem obligatorischen Bachelorarbeit-Tag habe ich den ST wieder zusammengebaut. Wurde langsam Zeit, die Wohnung war ja schon abgegeben und der Wagen stand zerlegt davor….ups. Lief aber gut bis in die Nacht. Donnerstag gings weiter, und dann lief die Kiste wieder. 5 Kilometer, dann verpieselte er sein Wasser im Motorraum – der Temperaturfühler hat sich gelöst. Gutes Training für die Reise:

Na, wer entdeckt die Reparaturvariante?

Tine:

Donnerstag war ich beim uruguayischen Konsulat, denn die Spedition, die den Bus meiner Eltern transportiert, hatte gesagt wir sollen unbedingt eine authorization des uruguayischen Konsulates in Deutschland bekommen. Die Dame war sehr hilfsbereit und hat beim Hamburger Konsulat angerufen. Das Bremer Konsulat ist „nur“ ein Honorarkonsulat und die wichtigen Sachen werden anscheinend in Hamburg erledigt. Wieder was gelernt.

Diese Dame meinte es sei wohl ein Denkfehler, denn da mein Vater mir eine Vollmacht ausstellt, ist die Vollmacht, die meine Eltern in Uruguay vorgenommen haben wohl schon genug und was soll hier denn auch bescheinigt werden?

Ich bin gespannt, ob wir so über die Grenzen kommen. Wir probieren das mit Papa auf der Rückbank mal aus.

Die Breminale stand an dem Tag etwas unter Wasser, aber Mareike und ich haben uns davon nicht abhalten lassen und schonmal etwas spanische Küche ausprobiert – Bocadillos. War noch etwas fade, aber vielleicht hab ich auch die falsche Sorte bestellt.

Martin:

Donnerstag Abend gabs an der TÜV-Station ein nettes Abschiedsgrillen und damit wars schon wieder ein Tag weniger bis zur Reise.

Freitag (- 4 Tage):

Wieder ein Tag mit Bachelorarbeit hier und Organisationskram dort. Abends gabs hervorragendes Essen (Reh) bei und von Reiner, irgendwann war dann Mitternacht – also Kuchenzeit! 🥰

Samstag: repeat….Tine war shoppen (für die Reise, natürlich!), ich in der Uni. Abends haben wir Kathi und Olly für ein Abschiedsessen getroffen. Passend beim Italiener in Delmenhorst.

Abschied mit Vorfreude aufs Wiedersehen!

Sonntag: Fortsetzung. Frühstück in Badenersmoor inkl. Familienvideochat, Packen, aufräumen, Bachelorarbeit, eine exzellente Abschiedsfrisbeerunde. Und weiter….

…bis das Ding fast fertig war.

Umzugswochenende

Am Freitag, den 28. wurde unsere Waschmaschine abgeholt und als die ins Auto der Käufer geladen war, ist mir dann so richtig bewusst geworden, dass wir jetzt wirklich ausziehen und alles ist nochmal realer geworden.

Martin war vormittags noch in der Hochschule und nachmittags haben wir dann alle Möbel auseinandergebaut und die restlichen Sachen eingepackt. Abends gab es dann ein letztes Mal die guute Pizza von unserem Lieblingspizzadienst um die Ecke ♥️

Am Samstag stand dann der tatsächliche Umzug an. Nach dem Frühstück kamen Nina, Olly und Kathi und später noch Saskia und die packten auch alle direkt kräftig mit an, sodass wir innerhalb von 2,5 Stunden den Großteil des Wuppens hinter uns hatten. Nachmittags haben wir dann noch lecker gegrillt.

Oder in Ninas Worten: „Mit euch fühlt sich alles immer ein bisschen wie Festivalurlaub an.“

Wir sind richtig froh, diese WG-Familie immernoch zu haben. ♥️

Als dann alles verladen war, haben wir den Anhänger abgeschlossen, die Wohnung noch einmal durchstreift und uns von den Nachbarn verabschiedet.

Nach einer ruhigen Fahrt zu Sonja und Reiner war dann aber auch die Luft raus. Martin hat den Anhänger an seinen Zielort für die nächsten drei Monate gebracht und es gab noch ein bisschen Gute-Nacht-Sekt und Gute-Nacht-Stullen. Nach einer wohltuenden Dusche ging es dann nur noch ins Bett.

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Gelbfieberimpfung, Geschirrspüler, Gescanne

Am Montag, den 24.6. bekamen wir morgens die Gelbfieberimpfung, haben schon mal die Pflanzen in Sonjas Obhut gegeben und nachmittags wurde noch der Geschirrspüler abgeholt, den ich mit dem Käufer die Treppe runterwuppte.

Die folgenden Tage habe ich alles eingepackt, das noch gefehlt hat bis jetzt und hab mich einmal durch meinen kompletten Papierkram gearbeitet und so viel wie möglich eingescannt um mein Büro zu verkleinern. Außerdem habe ich mir überlegt, welche Klamotten ich auf der Reise brauche und die restlichen in Kartons gepackt um sie einzulagern.

Ich bin eine dieser Personen, die Listen liebt und daher habe ich mir dann auch gleich eine schlaue App geholt, mit der ich mir einen guten Überblick über meine Klamotten verschaffen kann während sie auf der Reise im Rucksack gelagert sind.

(Nachdem ich das Video gemacht habe sind natürlich noch einige Dinge dazugekommen 😉 )

Zwischendurch haben meine Eltern mir geschrieben, dass sie mir gerne eine notarielle Vollmacht ausstellen würden, damit ich den Bus doch über Grenzen fahren kann. Das wär ja schon ziemlich cool und Martins Traum ist es ja auch, mit dem Screelander an (wohlgemerkt nicht in!) den Pazifik zu fahren. Ich bin gespannt, wie das dort dann alles funktioniert.

Am Donnerstag hat Kati mir geholfen, die Küche für den Umzug einzupacken und wir haben einen schönen Spaziergang mit ihrem Hund Sam unternommen.

Prüfungen, Packen, Pflohmarkt

Am 17.6. war mein letzter Arbeitstag in der Gemeindebücherei – ein sehr komisches Gefühl! Wir waren mit den Kolleginnen noch essen am Tag zuvor und ich habe ein cooles Abschiedsgeschenk bekommen.

Am 18. fand meine mündliche Prüfung statt und damit habe ich meine Ausbildung beendet! Ein sehr tolles Gefühl, darauf mussten wir natürlich erst mal anstoßen.

An meinem ersten freien Tag bin ich dann auch direkt mit der ersten Ladung Kartons nach Hamburg gefahren und ich habe mit der Hilfe von zwei lieben Freunden alles erst mal ins Wohnzimmer meiner Eltern entladen – keine Sorge Mama und Papa, das räumen wir noch weg, wenn wir die zweite Ladung bringen.

Am Tag danach fand unsere Freisprechung statt, die in einem feinen kleinen Rahmen gefeiert wurde. Dort musste ich mich dann auch schon von den Leuten verabschieden, die ich die letzten zwei Jahre zwei mal pro Woche in der Berufsschule gesehen habe und von denen ich einige doch ganz schön liebgewonnen hatte.

Samstagabend waren wir schön mit Lena und Raphael an der Schlachte essen und haben auf meinen Abschluss angestoßen. Danach bekamen die beiden eine Einführung in das Roulettespiel im Casino (dort war Martin mal Croupier) und wir sind rechtzeitig gegangen, sodass alle einen kleinen Gewinn gemacht haben. Juhu!

Am Sonntagmorgen bin ich mit Freunden über den Bürgerweide-Flohmarkt geschlendert und habe mich sehr zusammengerissen, um nichts zu kaufen, das wir jetzt nicht brauchen und das eh nur eingelagert werden muss. Hat relativ gut geklappt! Aber es waren doch ziemlich coole Dinge zwischendurch dabei und ich freu mich jetzt schon darauf, unsere nächste Wohnung einzurichten oder bei der nächsten Gelegenheit mal nach Geschenken für meine Nichte oder mein Patenkind zu gucken.

Ein bisschen war dieser Tag Karma-Tag, denn wir haben 5€ gefunden (und uns dafür Crêpes gegönnt), Theresa hat das perfekte Abschlussgeschenk für ihre Schüler in einem „Zu-verschenken-Kasten“ gefunden und von einem netten Mann, der daneben stand einen Beutel zum leichteren Transport bekommen. Und ich habe einen Käsehobel geschenkt bekommen!

Meine Bilanz:

2 Asterixbände, ein Käsehobel, eine Leinenhose (5€)

ein Kaffee, ein Crêpe, ein Eis (8€)

…so wie das eben immer ist 😀

Martin schreibt noch Bachelorarbeit. Wenn er damit fertig ist, wird er sich hier auch mal zu Wort melden.

Die (hoffentlich) spannenden Reiseberichte kommen natürlich erst noch, aber für mich ist diese Zeit auch schon sehr spannend.

Wir packen unser Hab und Gut zusammen, überlegen, welche Dinge wir wirklich behalten wollen und müssen die Frage „Und wo zieht ihr dann hin?“ immer mit einem Achselzucken beantworten.

Weitere Fragen sind:

  • Wohin wollt ihr denn in Südamerika?

Wir landen in Buenos Aires und wollen auf jeden Fall Argentinien erkunden. Die umliegenden Länder wollen wir eigentlich auch mal besuchen, aber womöglich ist es nicht immer möglich mit dem Auto und dem Carnet de Passage (der auf meinen Vater ausgestellt ist) über die Grenzen zu fahren. Also überlegen wir, ob wir uns dann ab und zu aufteilen und zwei beim Auto bleiben und zwei dann ohne Auto über die Grenze reisen.

  • Wo arbeitet ihr denn wenn ihr zurück kommt?

Das wissen wir noch nicht. Es ist echt spannend und auch möglich, dass wir im Oktober sagen: Ach, hätten wir es mal anders gemacht.

Aber momentan fühlt es sich gut an, dass wir uns erst mal komplett auf die Reise einlassen und die Berufsplanung auf danach verschieben. Im schlimmsten Fall müssen wir die Zeit vor der „richtigen“ Stelle mit Nebenjobs überbrücken, aber dann ist das so.

  • Wo kommt ihr unter wenn ihr zurück kommt?

Tjaa, also glücklicherweise haben wir sehr liebe Familien, die uns beherbergen können, aber auch Freunde, die uns für die Zeit danach zu sich eingeladen haben. (Wir sind grundsätzlich ganz gut darin, Gartenarbeiten oder ähnliches gegen Kost und Logis zu übernehmen, falls ihr Interesse habt 😉 )

Und dann müssen wir gucken, wo wir arbeiten werden und was für eine Wohnungssituation dort herrscht.

Natürlich wollen wir nicht Ewigkeiten ohne Wohnung bleiben und das Hobby „Autoschrauber“ erfordert schon eine etwas spezifischere Art von Wohnmöglichkeit, aber das werden wir dann sehen. Es bringt ja auch nichts, uns darüber jetzt schon verrückt zu machen, wenn wir noch nicht mal wissen, wo wir arbeiten werden.

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Einpacken

Inzwischen sind wir fleißig am Packen und Einräumen und Verkaufen unserer Möbel.

Wir haben glücklicherweise einen ganzen Haufen Kartons geschenkt bekommen von meiner Lieblingsbücherei und diese sind nun auch schon teilweise voll.

Gestern waren Leute da, um die Waschmaschine zu besichtigen. Mit denen hat Martin einen Kaufvertrag aufgesetzt und eine Anzahlung bekommen, damit wir am Ende nicht auf der sitzen bleiben. Aber ein bisschen müssen wir ja auch noch waschen.

Martin ist momentan täglich in der FH oder Unibib um seine Bachelorarbeit fertig zu schreiben und mein Alltag besteht aus arbeiten – die letzten Male 🙁🙂 – und zur Schule gehen, um dort entweder Klassenarbeiten zurückzubekommen oder Eis zu essen oder für die Freisprechung zu proben.

So langsam setzt jetzt auch dieses Gefühl des Verlustes ein, was unsere Wohnung betrifft. Sie war ein ziemlich gutes Zuhause für uns und auch wenn nicht alle Eigenschaften perfekt sind, hab ich immer ganz gerne hier gewohnt. Es war immerhin unsere erste eigene Wohnung – nach der WG.

Die Möbel, die wir behalten wollen, sind auf verschiedene Standorte aufgeteilt und mein Klavier wird erst mal wieder zu meinen Eltern gebracht, um dort darauf zu warten, dass wir nach der Reise wieder einen festen Wohnort haben.

Ansonsten bin ich aufgeregt, überlege zwischendurch womit ich mich auf dem Flug beschäftige und versuche, diese Zeit auch zu genießen ☀️

Im Bus schlafen

Am Wochenende haben wir auf einem 30. Geburtstag mit Dackel mal wieder ausprobiert, wie es ist, im Bus zu schlafen. War noch sehr kalt!! Eigentlich haben wir beide ganz gute Schlafsäcke, aber ich habe auch nach einem Tausch noch kalte Zehen gehabt.

Habe nachgelesen, was dagegen hilft:

  • Warme Socken
  • Fußbäder
  • Bewegung
  • Massage
  • Spaziergänge vor dem Schlafengehen
  • gemütliche, lockere Schuhe und Strümpfe

Wenn jemand noch andere Tipps hat, gerne her damit!

Bei mir hats erst geholfen, als Martin so halbwegs mit in meinen Schlafsack gekrabbelt ist und seine Füße wie kleine Heizungen meine aufgewärmt haben. Danach hab ich gut geschlafen und es ist auch wirklich ein ganz besonderes Gefühl, in einem Bulli aufzuwachen.

Das Bulli-Gefühl

Ich liebe das mit dem Bus durch die Gegend zu fahren und unser kleines Zuhause direkt dabei zu haben. Kein anderes Gefährt gibt mir dieses Gemütlichkeits- und Urlaubsgefühl.

Einkaufen

Man fragt sich beim Einkaufen inzwischen öfter mal, ob sich die große Packung wirklich noch lohnt. Dazu kommt, dass wir momentan so viele überflüssige Dinge wie möglich, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, loswerden wollen. Gleichzeitig möchten wir noch ein paar Reiseutensilien anschaffen und vergleichen dann immer mal Preise, landen bei Amazon, haben doch ein schlechtes Gewissen, schauen in anderen Läden, usw usw.

Gestern haben wir im Decathlon gestanden und Rucksäcke anprobiert und darüber diskutiert, welche Größe wir brauchen. Letztendlich ist es jetzt erstmal ein 40l-Rucksack geworden, der aber noch ins Handgepäck passt, wenn er nicht total vollgepackt wird.

Im Moment ist bei uns Lernen und Hausarbeit schreiben angesagt – aber immerhin Urlaub. Wir haben dieses Wochenende außerdem mal wieder unsere WG-Familie getroffen und das war auch echt dringend notwendig und so schön für die Seele und Lachmuskeln ♥️

In der nächsten Woche wollen wir zur Ärztin und uns impfen lassen und rausfinden, wie viel der Klaviertransport kostet.

Die Wohnung ist gekündigt

Nach langem Hin und Her haben wir uns nun dazu entschlossen, die Wohnung zu kündigen.

Es ist sehr spannend, aber ich freue mich schon auf den Neuanfang nach der Reise.

Was jetzt noch ansteht:

  • Impfungen
  • Dinge loswerden
  • internationale Führerscheine
  • unsere Abschlüsse
  • Auszug
  • packen
  • unsere Freunde noch mal besuchen und drücken
  • losfliegen