Montag, 23.9.
Morgens fahren wir von Cris über Tigre (eine Speckgürtelstadt von Buenos Aires) zum letzten Apartment in BA. In Tigre sammeln wir noch Anne und Korbi ein. Mit denen haben wir uns für unsere letzte Woche in Buenos Aires verabredet, da sie einen Tag später nach Hause fliegen wollen als wir und so passt es dann ganz gut. Die erfahrenen Leser erinnern sich: Wir hatten sie in Iguazu kennengelernt.
Unser Apartment ist mega schön! Wir haben jeeeede Menge Platz und richten uns in Ruhe häuslich ein. Screely bereiten wir für die Reise auf dem Schiff vor und alles, auf das wir die nächsten vier Wochen nicht verzichten können, nehmen wir mit ins Apartment. Und später ins Flugzeug, also ist Augenmaß angesagt. Abends gibt es sehr leckere selbstgemachte Empanadas und wir nutzen die Zeit, um noch ein paar Runden Canasta zu zocken.



Hier Motorradgeräusche einfügen!
Dienstag, 24.9.
Wir fahren früh nach Zárate, die Antriebswelle klackert schon voller Vorfreude. Der Spediteur kommt um 10 zum Hafen, wir werden sicherheitsmäßig aufgerüstet (mit Westen und Clownsschuhkappen) und bekommen Zutritt zum Hafengelände.
Wir klappern (ha!) zu Fuß einige notwendige Stationen ab und müssen eine ganze Weile warten. Ohne Internet, ohje. Martin trifft die unglückliche Entscheidung genau an dem Ort eine Spieleapp zu löschen, die er noch auf dem Handy hatte und will jetzt immer auf meinem mitspielen. Aber dann kommen wir gerade noch vor der Siesta dran und es läuft dann doch alles am Schnürchen.
Bis zum Zoll.
Dort wird das Auto dann noch mal gründlich durchgeguckt und sämtliche Dulce de Leche Packungen unter die Lupe genommen. Zusätzlich schicken sie einen Zollhund (namens Leon) durch den Wagen. Natürlich findet Leon den Fußboden neben dem Beifahrersitz sehr interessant und schnuppert dort besonders gründlich. Wir erklären, dass wir dort Hundefutter gelagert hatten und ich bin mir sofort unsicher, ob ich das vielleicht besser nicht gesagt hätte, da das ja total nach Ausrede klingt….
Aber die Überlegung, den Bodenbelag aufzumachen wird dann durch den eindeutig wochenlang angesammelten Dreck über den Nähten und die nahende Siesta glücklicherweise doch nicht in die Tat umgesetzt.



Und dann heißt es Abschied nehmen von Screely. Ohne Auto in Argentinien!
Schon ein komisches Gefühl, davor war man irgendwie immer noch mit seinem eigenen Zuhause rumgereist und nun auf einmal so komplett ohne alles.
Aber unser netter Spediteur nimmt uns noch mit zurück nach Buenos Aires. Dort sammeln wir Anne und Korbi beim fancy Tattoo-Studio Swim Low ein und gönnen uns ein sehr leckeres Essen in einem netten kleinen faaancy Viertel: Palermo.
Mittwoch, 25.9.

Heute schlafen wir entspannt aus und gehen dann in die Stadt zum Shoppen. Es ist richtig schön warm. In einem Park gibt es einen Riesenbaum und wir gucken uns kurz den Präsidentenpalast und Obelisk an.


Dann zeigen wir den anderen den schönen Buchladen, der in ein Theater gebaut wurde. Später kaufen wir ein und kochen lecker Abendessen.


Donnerstag, 26.9.
Heute gehts früh los, takatakataka!
Wir probieren mal ein Uber, anstelle eines Taxis oder der Bahn. Heute holen wir uns ein Andenken der besonderen Art.

Dort holen Anne und Korbi uns später ab, wir gönnen uns noch ein Eis um die Ecke auf der Dachterrasse.

Die anderen haben noch einen Tipp für einen guten Weinladen bekommen. Dort werden wir gut beraten und bekommen den Freunde-von-Freunden-von-Freunden-Preis für zwei Flaschen Wein, die wir als Mitbringsel einpacken.

Abends wird noch eine Runde Karten gezockt und Essen bestellt, diesmal sitzen wir im Wohnflügel mit Fake-Kamin.

Freitag for Future
Argentinien ist nun nicht eben fortschrittlich bezüglich Klimaschutz: Tierhaltung auf Rekordniveau, sehr hohe Quote an ungefilterten Dieselfahrzeugen, kaum Recycling, extrem viele Plastikverpackungen überall – selbst das normale Besteck im Restaurant wird oft in kleinen Plastiktütchen an den Tisch gebracht. Für die Hygiene. Außerdem hat das Land ne ganze Menge banalere Probleme – wer den Staatsbankrott bekämpft hat keine Zeit für Dosenpfand.

Umso erstaunlicher (und erfreulicher) ist die recht rege Beteiligung an der Demonstration. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen. Ist auch noch mal ein anderes Sightseeing, wenn man quer über die größte Straße des Landes flanieren kann.

6000 Menschen, ein Anfang.
Hinterher waren wir platt. Essen, Canasta, Feierabend!
Samstag, 28.9.

Heute gehts nach dem Frühstück nach La Boca. Dort ist Maradona großgeworden und groß geworden und es gibt dort ein beliebtes Viertel mit vielen Kunstständen und kleinen Lädchen, in denen wir uns mit weiteren Mitbringseln eindecken.


Dann fahren wir mit dem Bus nach San Telmo.

Der Markt ist schön leer und wir genießen Empanadas.


Wir suchen noch nach einer Absackerbar, finden aber nur eine zweifelhafte Bar, die Skol heißt und wo man nur an bestimmten Tischen sitzen darf, die nicht für Instagrammer reserviert sind. Da gehen wir dann schnell wieder raus.

Einer der ersten Hinweise, den meine Eltern uns gaben, als wir anreisten, war: Passt auf, wo ihr hintretet. Die Pflastersteine sind oft locker, zerbrochen oder es liegt Hundekot herum. Wir nahmen uns diesen Hinweis zu Herzen und stellten auch schnell fest, dass sie Recht hatten. Besonders in Buenos Aires gibt es viele kaputte Wege und Stolperfallen, auf die man achten muss und wir hatten den Eindruck, dass es in vielen Stadtteilen auch keine Prioriät war, die Gehwege besonders schick zu halten.

Abends bringen uns AuK Doppelkopf bei – und wir mögen es! Wer hätte das gedacht. Sie sind aber auch besonders rücksichtsvolle Lehrer und werfen es uns nicht vor, wenn wir am Anfang Sachen falsch machen. 😀

Sonntag, 29.9.
Der letzte Tag vor der Abreise!! Den müssen wir jetzt aber noch gründlich ausnutzen. Was wir auch hinkriegen.

Wir schlafen aus, fahren noch mal nach San Telmo. Heute ist der Markt auch wieder in vollem Gange, draußen gibt es viele Stände und unsere Tangolehrer geben auch wieder ihre Show zum besten. Diesmal lassen sie die Zuschauer jeweils ihre Art eines bestimmten Tanzes vorführen. Es tanzen Mexikanerinnen, Chilener, und und und.


Wir wollen noch einmal richtig argentinisch Asado essen und suchen uns dafür ein touristisches Nobelrestaurant heraus. Dieses ist dann aber noch zu als wir schon Hunger haben (die Argentinier und ihre späten Essenszeiten…), also geben wir uns mit einem anderen zufrieden und sind nur ein bisschen enttäuscht, als es dann nicht ganz so toll ist. Dafür erleben wir, wie ein Paar am Nachbartisch verlangt, das Fleisch zu sehen, bevor es zubereitet wird. Sachen gibts…

Später gönnen wir uns noch ein paar Cocktails und sind jetzt im Doppelkopffieber.

Danach nehmen wir das letzte Mal die Subte zu unserem apartamento, um die letzte Nacht in Argentinien zu verbringen.












































Über einen kleinen, sandigen Nirgendwo-Pass erreichen wir die Lagune, die völlig überraschend in der kargen Landschaft auftaucht. Zum Baden ist der Uferbereich leider viel zu schlammig, aber schön ist es trotzdem.



























































































