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Sitting Ducks

Es ist der 21.12., die Sonne scheint. Höchste Zeit um den Blog allmählich abzuschließen. Viel Zeit ist seit dem letzen Beitrag vergangen, noch viel mehr ist derweil passiert. Ganz offensichtlich sind wir doch noch irgendwie nach Deutschland zurückgekommen. Und der Bus? Wir knüpfen nahtlos am Cliffhanger an (Motor wackelt, ADAC geht nicht ans Telefon, manch einer erinnert sich), aber lies selbst:

Noch Freitag, der 13.9.:
Was nun? Die Verfügbarkeit von PD-Elementen ist hier mutmaßlich stark begrenzt. Berge befahren ist gar keine Option. Mit Bordwerkzeug sind die Elemente nicht auszubauen. Also: Abteilung kehrt, zurück zu Walter! Bis zur letzten großen Tankstelle (lies: WLAN) sind es 30 km, auf der Strecke gewöhnt Martin sich das situationsbedingt schonende Fahren an: Beschleunigen mit sehr geringer Last, die Motordrehzahl immer zwischen 2600 und 3100 u/min halten. Höchstens im 4. Gang fahren, im 5. ist die Last zu groß. Muss gehen.
Erleichterung: Walter ist da, wir können vorbeikommen. Also Ohrstöpsel rein und los! Das Rudel freut sich sehr über unsere Rückkehr.


Wir verbringen den Abend mit Frustgetränken, Hundekraulen und Planung.

Samstag, 14.9.

Nun, wie sind unsere Optionen? Walter aktiviert seine Kontakte, Martin macht sich an die genaue Diagnose. Die Fakten:

  • am 23.9. muss das Auto im Hafen von Zaraté (800 km) stehen…
  • …und mit eigener Motorkraft auf das Schiff fahren können
  • wir müssen danach in Buenos Aires sein
  • Es gibt keine VW T5 in Argentinien – also auch keine Ersatzteile
  • Teileimport ist zeitintensiv
  • wir wollen noch mal in die Anden

Es kristallisieren sich drei Möglichkeiten raus:

  1. Screely ist einfach instandzusetzen. Wir können morgen weiterfahren, noch einen Andenanlauf starten.
  2. Screely ist aufwendig instandzusetzen, in kurzer Zeit. Wir können aus eigener Kraft nach Zarate fahren.
  3. Screely ist nicht bis zum 23. zu reparieren. Wir müssen transportiert werden.

Walter telefoniert fleißig rum. Es kristallisiert sich heraus, dass ein Transport relativ kurzfristig organisierbar wäre. Es gibt jedoch hinter’m Berg (tatsächlich!) einen sehr guten Bosch-Dienst. Deren Aussage: „Den Motor kennen wir aus dem VW Touareg, wir schauen Montag mal nach“.

Martin versucht sich derweil mit fernmündlicher Unterstützung aus Deutschland an der genauen Diagnose. Mehr schlecht als recht, er ist hier schließlich sehr beliebt!

Ergebnis: das Element scheint tatsächlich direkt defekt zu sein, und mit Bordmitteln ist es nicht auszubauen. Meh.

Sonntag, 15.9.

Hello!

Wieder ein sonniger Tag, die Zwangspause fühlt sich heute gar nicht so gezwungen an. Wir schlafen richtig gediegen aus – der Bulli ist eindeutig gewachsen seit wir TnT abgeliefert haben!
Um voranzukommen (gefühlt, nicht geographisch) sind wir auch produktiv: wir räumen Screely richtig gründlich aus, auf, um. Da Option 1 (siehe oben) recht unrealistisch geworden ist packen wir schon vorbereitend auf die Rückreise. Rückreise? Puh, ja, wir haben wirklich nur noch 2 Wochen in Argentinien! 😦
Zum Dank für Walters großartiges Engagement helfen wir ihm auch bei der Arbeit: alte Bänke und Zaunlatten sind aufzuarbeiten.

Abends gönnen wir uns dann ein Essen bei „El Molino“ – diesmal wirklich! Ist exzellent. Viel Wein, sehr guter Fisch, und die wohl beste Empanada überhaupt: Empanada Dorade. Omnom!

Montag, 16.9.

Neue Woche, neue Infos…..oder auch nicht. Bis zum Nachmittag gibt es keine Meldung von der Werkstatt. Wir entscheiden uns nun für die Transportvariante. Aber als Walter das Telefon in die Hand nimmt um den Bekannten zu buchen klingelt es plötzlich!
Die Bosch-Werkstatt in Jesus Maria hat den passenden Motor aus einem VW Touareg da, ja, komplett, mit den PD-Elementen. Ja, man hat nachgeschaut, die passen auch in unseren Motor. Gut, wir sehen uns dann morgen!

Wohoo, es geht also doch auf eigenen Rädern weiter! Den Abend verbringen wir gemeinsam mit gutem Essen vorm Kamin auf dem Zebrafell.

Dienstag, 17.9.

Tschüss Walter, tschüss Hunde, danke für alles!

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Hin und wieder zurück – die Geschichte eines Bullis

Wir sind wieder zu zweit. Da die Wäsche in der Wäscherei übernachtet machen wir es uns auf dem Campus gemütlich. Ein schöner, leerer Parkplatz mitten zwischen den Lehrgebäuden. Nach einer sehr ruhigen Nacht wachen wir erholt gegen 9 Uhr auf um feststellen zu können, dass der Parkplatz rappelvoll ist. Lauter nette Leute hier, wir haben absolut nix davon mitbekommen.

Gefrühstückt wird in ner fancy Studentenbar, mit der frischen Wäsche im Gepäck machen wir uns wieder auf den Weg nach Westen – die Anden rufen!

Geplant ist die Tour dorthin in insgesamt 3 Etappen: die erste führt uns an einen etwas abgelegenen Fluss, über eine tolle Geländestrecke. Sooooo viel besser als Campuscamping!

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Zur Weiterbildung gucken wir abends den Film „Todo sobre el Asado“ (alles über’s argentinische Grillen). Sehr…..weiterbildend. Hier der Trailer, es lohnt sich!

https://www.youtube.com/watch?v=9R_Dl7MJfqg

Die Erholung ist nötig, da wir am Freitag, den 13.9., ungefähr 500 km geplant haben. Der größte Teil der Strecke entfällt dabei auf die ewig lange gerade Straße durch die Salzflächen Richtung La Rioja.

Läuft ganz gut, zu zweit kommt man einfach viel besser in die Pötte. Wir gondeln mit 110 km/h gen Westen, die Anden freudig erwartend. Einer kommt dann aber nicht mehr in die Pötte, zumindest nicht mehr in alle Fünf:

In der Mitte der Straße durch’s Nirgendwo entscheidet sich Screely zur modernen Maßnahme der Zylinderabschaltung und schüttelt sich arg, vier Zylinder sind schließlich einfach zu wenig (weiß jeder). Ein Klick auf’s Bild führt zur google Maps-Position, damit du dir vom Nichts mal ein Bild machen kannst.

Auslesen ergibt: Kurzschluss der Einspritzung am 3. Zylinder. Mutmaßung: Pumpe-Düse-Element (PDE) defekt. Wär blöd.

Was tun? ADAC Plus gibt’s hier nicht, telefonieren können wir hier nicht ernsthaft. Weiterfahrt, insbesondere in den Bergen, ist so unmöglich: dem Motor fehlt Leistung, die ungünstige Unwucht wird auf Dauer entweder das Getriebe oder den Motor selbst zerlegen. Sollte ein Kabel der Einspritzanlage den Fehler verursacht haben wäre ein Kabelbrand eher früher als später sehr wahrscheinlich.

Hm.

Fortsetzung? Folgt.

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Cordoba

Cordoba ist mit 1,3 Mio Einwohnern die zweitgrößte Stadt Argentiniens. Es gibt also viel zu sehen! Dementsprechend laufen wir nach dem erfolgreichen Apartment-Bezug durch die Stadt, das abendliche Ziel ist ein veganes Restaurant.

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Als Universitätsstadt (150.000 Studierende) ist das Restaurant- und CordoBarangebot ganz erfreulich, das Stadtbild wird von jungen Leuten geprägt. Insgesamt ist das Flair sehr viel weniger metropolig als in Buenos Aires, trotz der Größe.

Dienstag, 11.9.:

Ein weiterer Stadt-Tag, den wir getrennt verbringen. Abends treffen wir uns in einer hervorragenden Cocktailbar wieder….

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Mittwoch, 12.9.:

Puh, wo ist der Morgen hin? Um 11 stehen wir auf, packen, räumen die Bude auf und checken um 13 Uhr aus. Der erste Weg führt zum Carrefour, um das Zelt von TnT zurückzugeben. Für 80€ bekamen wir ein Plastikzelt mit schlecht vernähten Laschen und Wassereinbruch beim ersten echten Regen….traurig. Cash gibt es nicht zurück, nur einen Einkaufsgutschein über den gleichen Betrag. Kein Probleeeem! Wir kaufen massig ein, um wieder autark zu sein. Danach fahren wir zurück in die Stadt und nehmen Abschied. Tori und Til fahren von hier aus mit dem Nachtbus nach Buenos Aires, um dort noch einige Tage verbringen zu können bevor ihr Flug am 20.09. gen Heimat startet. Da für Tine und Martin 2 Wochen „BA“ zu viel wären und das Auto erst am 23. zum Hafen muss fahren wir noch einmal in die Anden.

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Das waren intensive 2 Monate. Vier dickköpfige Leute in einem Bulli sind manchmal zu viel, aber meistens doch genau richtig gewesen. Es war schön, aber es ist auch schön, noch ein wenig Zeit zu zweit zu verbringen. Gute Heimreise!