30.8., irgendein Wochentag
Allmählich macht sich die Begrenztheit einer sechswöchigen Reise bemerkbar: Natürlich können wir bei weitem nicht alles erleben, was allein Argentinien bietet, aber wir wollen doch die wenige Zeit effizient nutzen. Also brechen wir auf, vorbildlich zeitig um 13 Uhr in der Mittagshitze.

Martinas Tip beherzigend fahren wir nicht direkt über die berühmte Ruta 40 nach Süden, sondern machen einen Abstecher zur „blauen Lagune“. Dabei experimentiert Martin ein wenig mit dem Reifendruck herum – erfolgreich: Die Pisten sind plötzlich erträglicher. Aber nicht einfacher; einmal mehr verhilft uns die Geländetauglichkeit von Screely zu kaum beschreibbaren Eindrücken.
Über einen kleinen, sandigen Nirgendwo-Pass erreichen wir die Lagune, die völlig überraschend in der kargen Landschaft auftaucht. Zum Baden ist der Uferbereich leider viel zu schlammig, aber schön ist es trotzdem.

Weiter geht es durch ein ziemlich abgelegenes Dorf. Die Piste wird zu einem Weg wird zu einem Pfad. Maps.me ist da äußerst großzügig, was als „Ruta Provincial“, eine weiße Nebenstraße, gekennzeichnet ist, würde in Deutschland nicht mal als Wanderweg zugelassen werden weil der Zaun fehlt. Macht nichts, dafür ist die Fahrt fordernd.
Nach 60 km Umweg erreichen wir wieder die 40, was sich praktisch nur dadurch bemerkbar macht, dass mehr Platz für Waschbrettwellen ist. Puh!

Die Schüttelei halten wir nicht noch weitere 120 km aus, also nächtigen wir auf dem örtlichen Campground von Angastaco.

Hier passiert es Tine: Sie verliebt sich in eine kleine Hündin und ist sehr traurig darüber, dass wir sie nicht einfach einpacken und mitnehmen können. Hier laufen so viele Straßenhunde herum, dass wir eigentlich an jedem Platz gleich begrüßt wurden. Das ist einerseits ganz charmant und den meisten Hunden scheint es auch ganz gut zu gehen. Wir sind keinem aggressiven Hund begegnet, die meisten sind gut sozialisert – müssen sie ja auch, sonst kommt man auf der Straße wohl nicht weit. Manchmal erkennt man aber auch nicht sofort ob ein Hund ein Straßenhund ist oder nicht, denn die Besitzer lassen ihre Hunde teilweise durch den ganzen Ort spazieren und die kommen dann halt zurück wann sie wollen.
Andererseits haben viele Hunde Flöhe und/oder Zecken und Dreads im Fell. Das ist für unsere Augen natürlich ein Zeichen von Vernachlässigung, aber die Hunde werden von vielen Argentiniern auch trotz dieser Schmuddeligkeiten geherzt und gefüttert. Sie scheinen aber auch ein bisschen einen Nutztierstatus zu haben, da die meisten draußen gehalten werden.

Samstag, 31.8.
Zeitig geht’s weiter nach Cafayate.




Unterwegs werden wir selber Fotomotiv: Eine Gruppe Touristinnen, aus einem kleinen Reisebus ausgespuckt, ist ganz entzückt vom Bus, der vor Panoramabergen in der Morgensonne über eine einspurige Flussbrücke auf sie zu fährt. Lächeln und winken!

Und dann….ein sehr großes Planschbecken und Asphalt! Whoa! Fühlt sich falsch an, dass es nicht mehr überall rasselt und scheppert.

Endlich in Cafayate wird zuerst das Material gepflegt: volltanken, Scheiben putzen, Reifendruck anpassen. Ein kleines Frühstück am zentralen Platz später suchen wir den empfehlenswerten städtischen Campground auf, der am Stadtrand ruhig, aber in Laufweite zum Zentrum liegt. Perfekt, denn es steht Zivilisation tanken auf dem Programm für die nächsten Tage!



Hunde, Katzen und WLAN gibt es außerdem selbstverständlich auch.

Cafayate ist ganz cool, bisschen touristisch, aber dafür können Tori und Tine umso mehr in den kleinen Läden und auf den Artesanal Märkten stöbern.


Abends gibts natürlich einen wönzigen Schlöck Wein zur Pizza:

Am 1.9. gehen wir noch mal alle zusammen in die Stadt, die Läden sind teilweise auch ganz witzig. Hier ein Beweis: Argentinien ist christlich, scheint dies aber nicht ganz so bitterernst zu nehmen…

Abends gehts ins La Casa de las Empanadas. Dort gibts Livemusik und natürlich einen großen Haufen Empanadas – oder Empañadas?

Jedenfalls coole Musik.
Morgen reisen wir weiter nach Süden.