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Gomeria, Gomeria…

Samstag, der 24.8.

Nachdem wir uns also vorgenommen hatten, mal eben einen Reifen zu finden, hat das natürlich nicht so funktioniert wie geplant. Wir haben bestimmt 10 Gomerias abgeklappert:

Hola, tiene un neumático 255/70 R 16 A/T (all-terrain)?

No./No creo, pero espere un momento… No./No!/No, es difícil aqui!

Ja ok, wir finden auch in der nächstgrößeren Stadt San Salvador de Jujuy (wird chuchuiii ausgesprochen) keine Reifen und müssen also wohl noch mal zurück nach Salta. Damit hat aber niemand ein Problem, wir alle haben die Stadt in guter Erinnerung behalten. Auf dem Weg sehen wir noch weitere schöne Felsen:

Dann buchen wir uns in einem Tankstellen-WLAN mal kurz ein Airbnb, sehr praktisch diese WLANs überall!

Als wir dort ankommen, ist allerdings niemand zuhause und wir haben kein Internet um zu überprüfen, ob uns vielleicht etwas bei Airbnb geschrieben wurde. Til hüpft über den Zaun um zu klingeln, aber keiner macht auf.

Nachdem wir gerade unser teures mobiles Internet (1€/mb) aktivieren wollen, um nachzuschauen, kommt Rolando an. Er ist total sympathisch und zeigt uns sein Heim. Richtig schick im Gegensatz zum letzten Mal und es gibt sogar einen funktionierenden Kamin! Naja mit so Pseudoholz und Gas, aber immerhin!

Abends gehen wir in ein weiteres veganes Restaurant, das aber im Vergleich zum letzten Mal doch etwas doll vegan schmeckt.

Sonntag, 25.8.

Am nächsten Tag bastelt Martin am Bus, Til geht skaten und Tori und ich gehen auf einen Artesanial Mercado.

Dort werden im Großen und Ganzen eigentlich immer die gleichen Sachen verkauft: Ponchos, Wollklamotten, Holzgeschnitztes, Getöpfertes, … Ab und zu findet man aber auch richtige Schätze.

Später suchen wir noch einen Waschsalon, der sonntagabends noch geöffnet hat. Als wir diesen finden ist dort eine übermüdete/verrückte Frau, die uns bittet jede einzelne Sache zu benennen und zu zählen (normalerweise zahlt man pro Korb oder pro Kleidungsstück und muss das auch nicht selber zählen oder sortieren). Da ich erst nach mehreren Anläufen darauf komme, was sie überhaupt von uns will und unsere Sachen schon total verteilt über den Tresen liegen, trauen wir uns dann auch nicht die Sachen doch wieder mitzunehmen und ich versuche noch eine ungefähre Preiseinschätzung von ihr zu bekommen. Doch das scheint zu viel verlangt, sie beginnt, jede Klamotte wieder einzeln hervorzukramen und auf der Preisliste mit bestimmt 50 Posten jeweils den richtigen Preis herauszusuchen. Ich sage dann: Esta bien, hasta mañana! und wir befürchten schon das Schlimmste.

Montag, 26.8.

Ist dann im Endeffekt natürlich alles halb so wild, der Typ am nächsten Morgen sieht auch müde aus, ist aber trotzdem nicht so fahrig und wir bezahlen insgesamt 1000 Pesos für die Wäsche von vier Personen, was ok ist.

Da wir von unserer letzten Reifensuche noch geprägt sind fragen wir dann bei einem Laden mit stattlichem Lagerraum nach, ob unsere gewünschten Reifen vorhanden sind. Ja sind sie! Ach, endlich!

Martin ist sehr happy, der Mechaniker scheint Ahnung zu haben und macht alles sehr flott und mit geübten Handgriffen fertig. Wir zahlen mit Efectivo (Bargeld), da es mit Kreditkarte 100€ mehr kostet. Das Bargeld reicht gerade so und wir holen uns dann lieber noch für unsere restlichen Euros in einer Cambiostube neue Pesos – die gibts inzwischen zu einem noch besseren Kurs!

Dann war geplant über einen Pass zum nächsten Campingplatz zu fahren.

Allerdings ist die Höhenluft doch belastender als vorher angenommen, daher fahren wir erst mal wieder zurück und suchen uns einen kleinen Municipal Campingplatz vor Salta. Dort läuft ein kleiner Welpe herum, der ein bisschen frech ist und bei anderen Leuten mit dem Ball der Kinder entwischt, bei uns aber natürlich Streicheleinheiten von Tori erntet.

Am Dienstag, 27.8., fahren wir dann über nicht ganz so hohe Serpentinien und werfen dafür jeweils das Hilfsmittel der Wahl ein: Aspirina oder Cocablätter.

Wir finden noch einen Fluss an dem wir einen dollen Damm bauen, den Til dann wieder einreißen darf und es gibt schöne Steine zu sehen und zu sammeln (leider immernoch keine mit Loch, die sammeln die Leute hier vielleicht selber alle ein).

Noch ein paar Bilder am Abgrund, eine Skatefahrt in der Hochebene und dann geht es auf die buckelige Piste zum nächsten Campingplatz, an dem uns am Ende der Straße ein Schild mit Utopia begrüßt…