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Hornocal, oder: pffff pffff

Freitag, 23.8.

Ein weiterer leerer Campground (mit Hunden und Katzen, zählt nicht, haben alle), die vergangene Nacht ist aber wieder wirklich frisch gewesen. Sporadischer Heizlüftereinsatz. Wir starten auf etwas über 1200 Meter, verglichen mit dem Rest des Tages sind wir quasi im Keller.

Es geht kontinuierlich bergauf. Die Berge ändern ihre Farben nach jeder Kurve, die Vegetation wechselt von grünen Bäumen auf grüne Kakteen, die an den unmöglichsten Stellen wachsen. Wir sind allmählich in der Wüste angekommen.

Auffällig sind die Flussbetten: Was aussieht wie Kiestagebau mit zufällig aufgetürmten Wällen ist tatsächlich die Vorbereitung auf die nächste Regensaison. Denn dann kommt das Wasser massenhaft aus den Bergen herab, die längs der Fließrichtung verlaufenden Wälle wirken dann als vorgelagerte Prallhänge und hindern die Flüsse daran, ihr (oft trockenes) Bett zulasten der Menschen zu verbreitern.

Auf 3000m Höhe liegt Humahuaca. Dort verlassen wir die Hauptstraße, lassen die Touristenstände links und rechts liegen und begeben uns auf die Piste zum Hornocal. Beeindruckend, es geht zügig bergauf. In den sandigen Serpentinen macht sich der intakte Allradantrieb bemerkbar, der Bulli schiebt sich und uns tapfer den Berg hinauf. Dank Turbolader ist der Leistungsverlust durch die Höhenluft praktisch egal, solange man über der magischen Drehzahlgrenze von 1600 U/min bleibt. Tine gibt ordentlich Stoff auf der Schotterpiste, zumindest auf den vorderen Plätzen macht die Tour ziemlich viel Spaß!

Irgendwann begleitet uns ein pfft-pfft-Geräusch, einem schleifenden Blech nicht unähnlich. Hat sich wohl wieder was losgeklappert.

Auf 4300m liegt die Mautstation, 80 Pesos kostet der Eintritt für die letzten Höhenmeter zum Aussichtspunkt. Der Wärter macht uns dann netterweise auf den platten Hinterreifen aufmerksam…hoppla. Kleines Loch in der Flanke, der Reifen hat es hinter sich, irgendein Stein war stärker. Also fahren wir zur Seite und wechseln das Rad.

Höhenbedingt machen hinterher alle pfft-pfft-Geräusche, nur der neue Reifen nicht. Gut so.

Der „Berg der 14 Farben“ ist eine beeindruckende Erscheinung. Hier ein paar Schnappschüsse, die geben die Farben und Dimensionen natürlich nicht wieder.

Die Höhe macht sich bei allen bemerkbar, inbesondere bei einem kleinen Spaziergang mit kräftiger Steigung.

Ein afmerksamer (und mitleidiger) Argentinier spendet Honig-Coca-Bonbons. Wir vertrödeln keine Zeit und machen uns auf den Rückweg. 3 von 4 schlafen dann auch schnell ein, der Abstieg ist ereignislos. „Unten“ auf 3000m suchen wir uns einen netten kleinen Campground, essen exzellente Nudeln und gehen zeitig ins Bett. Morgen müssen wir dringend einen Reifenhändler suchen, denn ohne Ersatzrad fährt das Eichhörnchen (der Teufel) stets mit!

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Salta

Sie sahen: 1450 km in 3 Etappen. Diverse Buschfeuer, ein paar echt schlechte Straßenabschnitte, gute 24h-Tankstellen zur Übernachtung und viel, viel Straße. Vom subtropischen atlantischen Regenwald mit rotem Boden, Kriebelmücken undsoweiter durch karge Steppenlandschaft in die trockene Hochebene anden Anden.

Und das alles ohne Klimaanlage, die hat pünktlich in Iguazu den Geist aufgegeben. Der Tempomat funktioniert eh schon lange nicht mehr.

Wir kommen abends an und werden von einem tollen Stadtpanorama begrüßt, denn Salta liegt in einem Talkessel und ist über einen kleinen Pass zu erreichen. Nach dem Trip sehnen sich alle nach echten Betten und etwas Ruhe. Das Hostel war dann….da. Duschen warm, Zimmer sauber, Matratzen fürchterlich durchgelegen, Preis zu hoch. Lesson learned: ab sofort Probeliegen vor dem Einchecken! Wir buchen unausgeschlafen ein Apartment bei Airbnb für die nächsten Tage: mehr Platz, viel günstiger. Dort checken wir gleich nach dem Frühstück ein. Der Stadtberg liegt gleich nebenan, auf Empfehlung unseres Hosts wandern wir hinauf. 400 Höhenmeter, ein Klacks!

Oben gibt’s Wasserspiele, ein Snackrestaurant und einen tollen Überblick über Stadt und Tal.

Der Abstieg erfolgt ganz mondän in einer Seilbahn schweizerischen Fabrikats, der Ausblick ist großartig.

Abgerundet wird der Tag mit dem Besuch einer Seltenheit in Argentinien: ein rein veganes Restaurant. Lohnt sich, die Speisen sind liebe- und kunstvoll zubereitet und schmecken auch noch wahnsinnig gut.

Die Betten der günstigen, schlichten Wohnung sind viiiel besser als die des Hostels, also beginnt der nächste Tag wieder deutlich später.

Dabei trennen sich unsere Wege, wir wollen uns ja nicht ununterbrochen auf der Pelle hocken. Zu viert ist cool und macht Spaß, aber manchmal ist auch ein bisschen Abstand notwendig.

Zum „Frühstück“ um 13 Uhr in der Stadt planen wir grob die weitere Route: ab in den Norden, Hornocal besuchen, dann die Salinas Grandes durchqueren und die Ruta 40 nach Cafayate runter fahren. Klingt super! Wird natürlich nicht so funktionieren, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Abends gehen wir noch mal lecker essen und danach gönnen wir uns ein paar Nobelcocktails. Der Barkeeper erzählt uns, dass er gerade Deutsch für die Touristen lernt.

Insgesamt fühlt sich Salta viel netter an als Buenos Aires, ist ja auch ein bisschen kleiner. Und es gibt witzige Kakteen/Bäume am Wegesrand.

Am 22. shoppen wir noch mal umfangreich und verlassen Salta über eine herrliche Straße gen Norden nach San Salvador de Jujuy. Endlich Berge!