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Regen-Wald

Freitag, 9.8.

Der nächtliche Regen war Vorbote für den grauen, kühlen Tag. Wir starten zeitig in Richtung Posadas, um unsere Bargeldreserven aufzustocken. Der Peso steht bei 52/€, gut für uns, schlecht für Argentinien. Und nach der jüngsten Erfahrung wollen wir lieber mehr als weniger Cash dabeihaben. Das hauen wir im nächsten Café mit WiFi (wohoo, Suchten Updates!) auch gleich wieder aufn Kopp (teilweise).

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist toll, wir verlieren keine Zeit und fahren weiter. Der Wald wird grüner, die Erde roter, der Regen weniger. Außerdem, Paraguay in Sichtweite, ein kleiner Wasserfall in Fallweite.

So, ich melde mich nun auch mal wieder zu Wort. Martin war die letzten Wochen viel fleißiger als ich im Blogschreiben.

Wir kommen abends im Nebel an – das ist einerseits cool und mal was anderes, andererseits aber auch etwas gruselig. Da wir auf einen kleinen Campingplatz abseits der Route fahren, ist der Weg dorthin im Nebel dann auch abenteuerlich.

Kurz vor dem Ziel kommt uns ein Wagen entgegen: der Campingplatzinhaber samt Familie und Kleinkind auf dem Schoß. Er kurbelt sein Fenster herunter, wir kurbeln unseres.

Camping? Si!

Quantas personas? Cuatro.

Coche y carpa? No, solo coche.

Hmm, ochocientos pesos. Bueno.

Wir sollen einfach die Schranke aufmachen und er sagt uns das WLAN-Passwort, das wir uns aber leider nicht richtig merken.

Dann fährt er davon und wir sind mutterseelenallein auf dem nebligen Campingplatz. Ohne WLAN.

Naja, ganz so schlimm ist es nicht, wir sind ja zu viert. Welcher Dschungel-Geist würde schon vier Leute auf einmal angreifen? Zu viert kann man sich aber auch ganz gut gegenseitig anstacheln und so war es mir morgens um 4 auch echt zu gruselig alleine aufs Klo zu gehen.

Samstag, 10.8.

Am Morgen kommt dann aber zwischen einigen Wolken auch wieder die Sonne heraus und der Campingplatz entpuppt sich als ein größeres Areal, das an einem coolen Wanderweg entlang eines schon reellen Wasserfalls liegt.

Nach dem Spaziergang bereiten wir uns mit Aufgabenteilung für die Weiterreise vor:

⁃ Tori wäscht ab und bringt mal eben dem Hund Sitz bei

⁃ Martin bastelt der Gitarrentasche einen sicheren Platz im Auto

⁃ Til räumt auf

⁃ ich mache Abrechnung

Wir haben die letzten 11 Tage zu viert ca. 70€ pro Tag ausgegeben. Wenn das so weiter geht kommen wir mit unserem Ersparten gut hin!

Weiter geht die Fahrt nach Iguazu. Dort kommen wir nachmittags an, checken den ersten Campingplatz. Als alte Hasen fahren wir aber noch zum Zweiten vorher rausgesuchten Platz weiter…..und landen einen Volltreffer! Mehr dazu bald 🙂

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Cayman Islands und andere Vierbeiner

Mittwoch, 7.8.

So schön, wie der Dienstag sich verabschiedete, beginnt der Mittwoch. Inzwischen ist es morgens warm und windstill, um 8 Uhr lässt es sich bereits in kurzen Klamotten aushalten.

Um 9 auch.

Und auch danach passiert nicht viel, allmählich lässt sich dabei aber eine Art Routine erkennen: ein ausgedehntes Frühstück, am Bulli werden ein paar Kleinigkeiten repariert und/oder aufgeräumt, dann folgt die individuelle Tagesplanung.

Unter dem Kocher wird mit Hilfe des Schweizer Taschenmessers ein Loch gesägt, damit der nicht immer so klemmt beim Reinfahren der Schublade.

Die Beifahrertür bleibt wieder offen stehen und auch das Schloss der Heckklappe ist wieder heil. Bisschen Frisbee geht immer

Danach unternehmen wir eine Bootstour, bei der es echt viele Tiere zu bestaunen gibt:

Unser Guide Frederico unternimmt mit uns danach noch einen kleinen Ausritt, bei dem wir wortwörtlich in den Sonnenuntergang reiten.

Dann passiert uns ein Touri-Anfängerfehler 🤦‍♀️

Wir haben unsere ganzen Pesos für die Bootstour und den noch folgenden Ausritt ausgegeben und sind in einem kleinen Kaff, in dem man nirgends Geld wechseln oder mit Karte bezahlen kann. Dafür waren die Unternehmungen aber echt schön und wir haben ein kleines Abenteuer, denn wir laufen im Stockdunkeln durch den Ort. Hier wohnen viele Familien mit ihren Kindern, Hunden und Pferden, die am Rand der Straße angebunden sind oder frei herumlaufen. Der Typ von der Touristeninfo ist sehr hilfsbereit und schreibt mit einigen Leuten über Whatsapp bis er uns eine Gelegenheit zum Geldwechseln besorgt hat. Dazu gibt er uns die Wegbeschreibung und einen Zettel mit. Mit diesen wichtigen Mitteln gelangen wir zu einem örtlichen Hotel um dort verstohlen 100€ über den Tresen zu schieben, einen Packen mit 4900 Pesos stecken wir ein.

Dann können wir endlich etwas essen gehen. Auch das ist unüblich für uns, wir klopfen bei einem Restaurant an und landen quasi im Wohnzimmer einer Familie. Ja, es gibt Essen. Aber keine Karte, die Frau des Hauses erzählt uns was wir heute bei ihr essen können. Nachdem wir angefangen haben, kommt noch ein älteres Paar zum Essen und schließlich setzt sich auch die Familie an einen Tisch und isst zu Abend. Das Essen ist frisch aus dem Ofen. Zum Nachtisch bekommt Til etwas typisch Argentinisches: Dulce de XY con Queso. In seinem Fall war es Dulce de Papaya. Kann man im Supermarkt im XL-Pack kaufen und jetzt wissen wir auch wie es schmeckt: sehr süß!

Donnerstag, 8.8.

Wir starten zeitig, die Erinnerung an die zeitraubende Piste vorgestern ist noch sehr präsent. Jedoch präsentieren sich die 120 km Sandpiste in erstaunlich gutem Zustand, mit Konzentration sind 60-80 km/h als Reisetempo problemlos zu realisieren.

Einen Hauch mehr Zivilisation (Klimaanlage, WLAN) finden wir bei einem Zwischenstopp: die größte Mate-Plantage der Welt in Las Marias. Es ist warm, das Grünzeug üppig, der Boden inzwischen rot.

Abgesehen davon, dass uns eine nette Angestellte eine private, lehrreiche Kurztour gibt, erhalten wir nen Haufen Werbegeschenke.

Im nächsten Ort nächtigen wir auf einem Durchreisenden-Parkplatz. Etwas teuer, aber saubere Toiletten und ne heiße Dusche sind uns auch n bisschen was wert. Dazu gibts erste Parilla-Gehversuche. Übrigens alles mit Visa bezahlt…

Gewitter, Regen und kaum gedämpfte große Sechszylinder-LKW-Diesel unter Volllast auf der nahen Straße begleiten uns durch die Nacht.