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Regen-Wald

Freitag, 9.8.

Der nächtliche Regen war Vorbote für den grauen, kühlen Tag. Wir starten zeitig in Richtung Posadas, um unsere Bargeldreserven aufzustocken. Der Peso steht bei 52/€, gut für uns, schlecht für Argentinien. Und nach der jüngsten Erfahrung wollen wir lieber mehr als weniger Cash dabeihaben. Das hauen wir im nächsten Café mit WiFi (wohoo, Suchten Updates!) auch gleich wieder aufn Kopp (teilweise).

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist toll, wir verlieren keine Zeit und fahren weiter. Der Wald wird grüner, die Erde roter, der Regen weniger. Außerdem, Paraguay in Sichtweite, ein kleiner Wasserfall in Fallweite.

So, ich melde mich nun auch mal wieder zu Wort. Martin war die letzten Wochen viel fleißiger als ich im Blogschreiben.

Wir kommen abends im Nebel an – das ist einerseits cool und mal was anderes, andererseits aber auch etwas gruselig. Da wir auf einen kleinen Campingplatz abseits der Route fahren, ist der Weg dorthin im Nebel dann auch abenteuerlich.

Kurz vor dem Ziel kommt uns ein Wagen entgegen: der Campingplatzinhaber samt Familie und Kleinkind auf dem Schoß. Er kurbelt sein Fenster herunter, wir kurbeln unseres.

Camping? Si!

Quantas personas? Cuatro.

Coche y carpa? No, solo coche.

Hmm, ochocientos pesos. Bueno.

Wir sollen einfach die Schranke aufmachen und er sagt uns das WLAN-Passwort, das wir uns aber leider nicht richtig merken.

Dann fährt er davon und wir sind mutterseelenallein auf dem nebligen Campingplatz. Ohne WLAN.

Naja, ganz so schlimm ist es nicht, wir sind ja zu viert. Welcher Dschungel-Geist würde schon vier Leute auf einmal angreifen? Zu viert kann man sich aber auch ganz gut gegenseitig anstacheln und so war es mir morgens um 4 auch echt zu gruselig alleine aufs Klo zu gehen.

Samstag, 10.8.

Am Morgen kommt dann aber zwischen einigen Wolken auch wieder die Sonne heraus und der Campingplatz entpuppt sich als ein größeres Areal, das an einem coolen Wanderweg entlang eines schon reellen Wasserfalls liegt.

Nach dem Spaziergang bereiten wir uns mit Aufgabenteilung für die Weiterreise vor:

⁃ Tori wäscht ab und bringt mal eben dem Hund Sitz bei

⁃ Martin bastelt der Gitarrentasche einen sicheren Platz im Auto

⁃ Til räumt auf

⁃ ich mache Abrechnung

Wir haben die letzten 11 Tage zu viert ca. 70€ pro Tag ausgegeben. Wenn das so weiter geht kommen wir mit unserem Ersparten gut hin!

Weiter geht die Fahrt nach Iguazu. Dort kommen wir nachmittags an, checken den ersten Campingplatz. Als alte Hasen fahren wir aber noch zum Zweiten vorher rausgesuchten Platz weiter…..und landen einen Volltreffer! Mehr dazu bald 🙂

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Cayman Islands und andere Vierbeiner

Mittwoch, 7.8.

So schön, wie der Dienstag sich verabschiedete, beginnt der Mittwoch. Inzwischen ist es morgens warm und windstill, um 8 Uhr lässt es sich bereits in kurzen Klamotten aushalten.

Um 9 auch.

Und auch danach passiert nicht viel, allmählich lässt sich dabei aber eine Art Routine erkennen: ein ausgedehntes Frühstück, am Bulli werden ein paar Kleinigkeiten repariert und/oder aufgeräumt, dann folgt die individuelle Tagesplanung.

Unter dem Kocher wird mit Hilfe des Schweizer Taschenmessers ein Loch gesägt, damit der nicht immer so klemmt beim Reinfahren der Schublade.

Die Beifahrertür bleibt wieder offen stehen und auch das Schloss der Heckklappe ist wieder heil. Bisschen Frisbee geht immer

Danach unternehmen wir eine Bootstour, bei der es echt viele Tiere zu bestaunen gibt:

Unser Guide Frederico unternimmt mit uns danach noch einen kleinen Ausritt, bei dem wir wortwörtlich in den Sonnenuntergang reiten.

Dann passiert uns ein Touri-Anfängerfehler 🤦‍♀️

Wir haben unsere ganzen Pesos für die Bootstour und den noch folgenden Ausritt ausgegeben und sind in einem kleinen Kaff, in dem man nirgends Geld wechseln oder mit Karte bezahlen kann. Dafür waren die Unternehmungen aber echt schön und wir haben ein kleines Abenteuer, denn wir laufen im Stockdunkeln durch den Ort. Hier wohnen viele Familien mit ihren Kindern, Hunden und Pferden, die am Rand der Straße angebunden sind oder frei herumlaufen. Der Typ von der Touristeninfo ist sehr hilfsbereit und schreibt mit einigen Leuten über Whatsapp bis er uns eine Gelegenheit zum Geldwechseln besorgt hat. Dazu gibt er uns die Wegbeschreibung und einen Zettel mit. Mit diesen wichtigen Mitteln gelangen wir zu einem örtlichen Hotel um dort verstohlen 100€ über den Tresen zu schieben, einen Packen mit 4900 Pesos stecken wir ein.

Dann können wir endlich etwas essen gehen. Auch das ist unüblich für uns, wir klopfen bei einem Restaurant an und landen quasi im Wohnzimmer einer Familie. Ja, es gibt Essen. Aber keine Karte, die Frau des Hauses erzählt uns was wir heute bei ihr essen können. Nachdem wir angefangen haben, kommt noch ein älteres Paar zum Essen und schließlich setzt sich auch die Familie an einen Tisch und isst zu Abend. Das Essen ist frisch aus dem Ofen. Zum Nachtisch bekommt Til etwas typisch Argentinisches: Dulce de XY con Queso. In seinem Fall war es Dulce de Papaya. Kann man im Supermarkt im XL-Pack kaufen und jetzt wissen wir auch wie es schmeckt: sehr süß!

Donnerstag, 8.8.

Wir starten zeitig, die Erinnerung an die zeitraubende Piste vorgestern ist noch sehr präsent. Jedoch präsentieren sich die 120 km Sandpiste in erstaunlich gutem Zustand, mit Konzentration sind 60-80 km/h als Reisetempo problemlos zu realisieren.

Einen Hauch mehr Zivilisation (Klimaanlage, WLAN) finden wir bei einem Zwischenstopp: die größte Mate-Plantage der Welt in Las Marias. Es ist warm, das Grünzeug üppig, der Boden inzwischen rot.

Abgesehen davon, dass uns eine nette Angestellte eine private, lehrreiche Kurztour gibt, erhalten wir nen Haufen Werbegeschenke.

Im nächsten Ort nächtigen wir auf einem Durchreisenden-Parkplatz. Etwas teuer, aber saubere Toiletten und ne heiße Dusche sind uns auch n bisschen was wert. Dazu gibts erste Parilla-Gehversuche. Übrigens alles mit Visa bezahlt…

Gewitter, Regen und kaum gedämpfte große Sechszylinder-LKW-Diesel unter Volllast auf der nahen Straße begleiten uns durch die Nacht.

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Reservats-Hopping

Montag, 5.8.

Gestern haben wir beschlossen so richtig früh, aber doch ausgeschlafen loszufahren. Klappt inzwischen einigermaßen, gegen 10 starten wir. Frühstück gibt’s an einer Tankstelle, in einem Kaff shoppen wir Snacks. Die lokale Müllabfuhr staunt, die Verkäuferin im Laden will Tines Reisepass fotografieren weil der so interessant ist.

Neben der Strecke nach Norden liegt eine Kolonie, die von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Für die Durchreisenden gibt es „La Alemana“, einen großen Kitschladen. Wir halten an und uns bedeckt. Wäre okay wenn man uns für US-Amerikaner hielte (ist schon vorgekommen). Gut so, die geringen Erwartungen wurden erheblich unterboten. Der Laden ist voller Ramsch, deutsch ist da nur das Schöfferhofer (was man hier sowieso in jedem besser sortierten Supermarkt bekommt). Oder sind deutsche Matebecher ein geheimer Exportschlager? Als geschmackvoll passende Ergänzung gibt es ein Lokal mit auch für Argentinien üblichen Gerichten, die allerdings deutsche Namen haben: Tiger, Graf Spee, Panzer. Bock auf ein belegtes Brötchen „Kaiser“?

Schnell weiter, auf die tatsächliche Kolonie weckt das hier keine Neugier.

Mit unserem VW fahren wir in einen nach Mercedes. Der rustikale, aber kostenlose, städtische Campground ist gut für eine Übernachtung.

Erstmals treffen wir andere Reisende: eine französische Familie, die zu viert in einem alten Iveco TurboDaily 4×4 reist. Rustikale Kiste, nette Truppe, neugierige Kinder. Tines Kopf raucht, denn die Kommunikation läuft in einer Mischung aus Französisch, Spanisch und Englisch zwischen ihr und der französischen Mutter.

Wir essen Pizza in der Stadt, zocken noch eine Runde und gehen wieder zeitig schlafen – Mercedes ist kein Ziel, sondern nur eine Station.

Dienstag, 6.8.

Die erste Bullinacht ohne Heizlüfterbedarf, wir kommen allmählich in nördliche Gefilde. Wir verabschieden uns von den Franzosen und zockeln los. Die 120 km seien eher mäßig und bei Regen schwierig zu fahren, heißt es bei iOverlander.

Einschub

iOverlander ist eine freie, kostenlose App, bei der Campingplätze, campingtaugliche Plätze, korrupte Polizeikontrollen, Wäschereien, Cambios,….. kurzum: alles eingetragen ist, was der Herumreisende braucht. Die App lebt von der Teilnahme der Nutzer, also bewerten wir fleißig (englischsprachig) besuchte Campgrounds. Die Erfahrung zeigt bislang nämlich, dass die teils sehr detaillierten Beschreibungen überwiegend zutreffen. Der idyllische Campground IST idyllisch, der Platz mit als zweifelhaft beschriebenen Toiletten erfordert eine hohe Toileranz. Super Sache!

Die ersten 40 km sind super. Leere, perfekte Straße. Wir passieren dann die aktive Baustelle, die dafür sorgt dass es bisher so aussieht wie es aussieht, und sind das erste Mal auf ner richtigen Schotterpiste.

Die wechselt zwischen mäßig und mies, ist generell enorm leer und insgesamt eine gute Trainingspiste für unsere angehenden Führerscheinneulinge.

Mit Geschwindigkeiten zwischen 20 und 60 km/h arbeiten wir uns bis zum Naturschutzgebiet voran. Zwischendurch düsen die Franzosen an uns vorbei – die haben für so eine Piste das robustere Auto.

Am Naturschutzgebiet wird das Informationszentrum neu gebaut. Darum gibt es freilaufende Ranger zu sehen! Einer stürzt sich direkt auf uns, empfiehlt kurze Wanderrouten und zeigt uns den – durch die Baustelle versteckten – Zugang zu einer weiteren Route.

Ab in den Dschungel:

Bäume, Leute, Capybaras, Alligatoren, Riesenvögel und ein Hirsch. Wir kriegen gleich die volle Ladung.

Über einen Damm erreichen wir dann das Örtchen Colonia Carlos Pellegrini.

Der Campground direkt am See ist nett, die Franzosen sind schon hier. Capybaras und Ipecas laufen herum, der Sonnenuntergang überm See lockt sogar die Einheimischen abends kurz an’s Ufer. Hier kann man es erstmal aushalten!

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Mehr Schweine, weniger Steine

Tach zusammen. Die letzten Tage hatten wir entweder gar kein Internet (Naturschutzgebiet) oder zu wenig Upload (Paradies). Aber ich greife vor 🙂

Samstag, 3.8.

Wir verlassen um 12 nach gemütlichem Frühstück diesen tollen Ort. Die Rechnung für die ganzen Arbeiten am Bus wird beglichen (310€ für alles inkl gutem Trinkgeld) und wir bekommen eine Riesenladung Tips von Cris. Abfaaaaahrt!

Die Straße nach Norden ist begrenzt spannend, wir sind sie ja auch schon mehrmals gefahren. Ohne große Pausen erreichen wir den Nationalpark El Palmar.

Inzwischen ist es dunkel, die Fahrt über 12 km Sandpiste wird zum Stop and Go – denn überall lungern Capybaras herum. Das sind übergroße Meerschweinchen, die das Gras kurz halten.

Ohne zivile Opfer erreichen wir den Campingplatz am Rio Uruguay. Die Toiletten sind erbärmlich, die Lage des Platzes aber unschlagbar. Ein altes Fundament ist der perfekte, ebene Standort für den Bus. Ab ins Bett!

Sonntag, 4.8.

Sonntag, 9 Uhr. Der gemeine Argentinier entzündet ein Holzfeuer, um wenig später darauf ganztägig mit der Familie grillen zu können. „Parilla“ ist im Land der Rinder ein Kulturgut, an jedem noch so kleinen Parkplatz findet man gemauerte Grills. Holz gibt es sowieso zu Genüge und Kohle ist mit 1,50€/5 kg auch als Grundversorgungsgut bepreist.

Dementsprechend füllen sich Campingplätze sonntags auch im Winter schnell mit Tagesgästen.

Wir entgehen der Räucherung durch eine ausgedehnte Wanderung am Fluss entlang. Es gilt Capybaras und anderes bei Licht zu bestaunen, unreife Orangen zu pflücken und dem Lavabodenwanderweg nicht zum Opfer zu fallen. Hier bleiben wir noch eine Nacht.

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Ab in’s Grüne und Wagenpflege

Donnerstag 1.8.
Raus aus der Metropole! Das Apartment verlassen wir pünktlich um 5 nach 9. In einem großen Einkaufszentrum wird ein solides Zelt gekauft (damit nicht immer alle vier im Auto schlafen müssen), ein paar Straßen weiter klappern wir dann wieder Outdoorläden ab. TnT brauchen Isomatten, Tine dringend robuste Schuhe.Fündig werden wir bei „Deporcamping“. Das ist ein kleines Fachgeschäft mit allem, was solide ist und man auch in unseren Outdoorläden bekommt. Die Preise sind dementsprechend fast europäisch, die Qualität aber auch hoch. Ein sehr motivierter und kompetenter sowie netter Verkäufer bringt uns etwas Schuhfachvokabular bei und Tine bekommt halbhohe Stiefel von Hi-Tec für gut 70€. Endlich seriously outdoorsy unterwegs! Auch Til hat neue Schuhe für sein neues Board gefunden. Und Tori Crocs (echte Camper jetzt).

Wir fahren weiter (nachdem wir uns mit Empanadas eingedeckt haben) zu Andean Roads im Randbezirk von BA. Was wir dort finden: paradiesische Zustände!

Grün, ruhig. Sympathische Hunde für Tori. Ne Mieze und ein umzäuntes Gelände für Tine. Eine Halfpipe für Til. Und nen österreichischen Unimog sowie Fahrzeugsachverstand für Martin. Lesetip zum Unimog: http://www.globenomaden.at

Cris spricht perfekt Englisch, somit ist die erste digitale Diagnose am Bus schon aufschlussreich.

Wir gehen noch zum nahegelegenen Supermarkt – zu viert ist die Vorratshaltung im Bulli wirklich schwierig. Nach dem Abendessen lernt Tori widerwillig Canasta und wir machen es uns im Bus bequem. Das Zelt hat noch Schonzeit.

Freitag, 2.8.
Tatsächlich schliefen alle relativ gut. Da der Mechaniker um 0900 (argentinischer Zeit) da ist muss der erste Kaffee um 0845 (deutscher Zeit in argentinischer Zeitzone) fertig sein. Klappte.

Verfolgt von aufmerksamen Hundeblicken frühstücken wir gut eingepackt neben dem Bulli, der für den Ölwechsel schon mal warmläuft. Die Wiege der Menschheit liegt in Afrika, die Wiege des Hundeblicks offenbar in Südamerika.

Martin hat auch endlich die undichte Stelle im Abgasstrang gefunden, die den Innenraum bei langsamer Fahrt einmufft: Undichter Abgaskrümmer an Zylinder 1 aufgrund eines gelösten Krümmerbolzens. Behebbar und vielleicht sogar die Ursache für den EGR-Fehler.Der Bulli darf auf die Grube. Dort findet sich schnell die Ursache des fürchterlich nervigen Klapperns: das Hitzeschutzblech der rechten Bremse an der Vorderachse ist völlig lose. Einfache Sache!

Für den lokalen Mechaniker ist das ne Fingerübung. Könnte uns ja auch schlimmer ergehen…

Nach dem Frühstück kommt der Bulli auf die Grube und Marcos macht sich an die Arbeit. Wir sind auch fleißig: den Rest des Tages stehen wir oft auf, um die Campingstühle der wandernden Sonne anzupassen. Und ein bisschen Frisbee

Nachmittags gibt’s gute Nachrichten:

  1. das Hitzeschutzblech ist geschweißt worden und jetzt wieder fest und leise verschraubt
  2. Öl, Ölfilter und Luftfilter sind frisch
  3. Allllllllradantrieb! Yes! Das Problem war: Das Steuergerät für den Allradantrieb an der Hinterachse (schöne neue Welt) ist spritzwassergeschützt, aber nicht wasserfest. Es läuft also voll, wenn man zB nachts ungünstig in einem See parkt oder einem etwas ähnlich nasses passiert. Nun ist das Steuergerät trockengelegt, gereinigt und neu abgedichtet – und funktionsfähig. Steine fallen von Herzen!

Die ärgsten Probleme sind damit erledigt, die restlichen Dinge können entweder bis Deutschland warten oder werden auf Campingplätzen behoben.Cris ist Architekt, er hat sein Holzhaus selbst entworfen und gebaut. Und was für eins, Tine ist völlig in Love. Martin begeistert sich eher für den VW LT 4×4 den Cris von einem deutschen Ehepaar erstanden und für seine Familie neu ausgebaut hat. Was für ein Gerät! Nach der Roomtour ist Tine auch bereit, später auf ein vergleichbar großes Fahrzeug zu sparen. Andererseits könnte man doch auch einen Unimog…..TnT kaufen noch mal nen großen Haufen Tomaten, es gibt arme Ritter und Bruschetta. Das Küchenequipment gerät dabei an seine Grenzen, wir müssen dringend die Pfanne ersetzen und noch ne Schüssel kaufen.

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…und wieder vier hier!

Dienstag, 30.7.

6 Uhr, der Wecker klingelt. Fühlt sich fast an als sei man Arbeitnehmer. Brrrr. Dieser unschöne Gedanke wird von einem Kaffee und der neu aufgeflammten Reisevorfreude glücklicherweise schnell weggeschoben. Um 0645 zockeln wir zum Flughafen. Dienstagmorgen, es ist komplett voll. Wozu zahlen wir die 2€ Parkgebühr, wenn es keinen freien Parkplatz gibt?

Egal. Martin hält illegal, Tine sammelt flott Tori und Til ein. Fällt nicht weiter auf, das machen hier anscheinend alle so.

Wir wissen aus Erfahrung was nach 15h Reise gut ist: ein Frühstück, den Blick über die Stadt schweifen lassen, Siesta.

Nachmittags sind die Kräfte ausreichend regeneriert, um sich in die Stadt zu stürzen. Cambio Cambio Cambio (Geld wechseln), Präsidentenpalast angucken, einkaufen – reicht erstmal, die Reizüberflutung am ersten Tag ist immens. Abendessen, grobe Zeitplanung der nächsten Tage, ab in die Falle!

Mittwoch, 31.7.

Dinge, die man in Argentinien braucht: Bargeld, Skateboard, Schuhe, Zelt, Matebecher, saubere Wäsche, kühlen Kopf.

9 Uhr: all das haben wir nicht.

9 Uhr 30: der letzte Punkt ist für Til und Martin abgehakt, dank Dachpool. 8°C bei Luft und Wasser (höchstens) sorgen für kurzes Schwimmvergnügen, aber der Pool ist ja schließlich auch bezahlt! Tine und Tori machen Rooftop-Yoga, nachdem sie sich ausreichend über die männlichen Äußerungen ob der Kälte amüsiert haben.

10 Uhr 30: wir zockeln los, bewaffnet mit nem Kubikmeter Dreckwäsche. Waschsalons gibt es an jeder Ecke. Nur hier nicht, wir müssen ganze 3 Ecken weit laufen. Mit App und Dolmetscher klappt die Kommunikation zwischen der asiatischen Angestellten und uns – geeint durch einen geringen spanischen Wortschatz.

11 Uhr: ab in die Bahn. Das Bezahlsystem mit Prepaid-Karte und Drehkreuzen an den Bahnhöfen funktioniert super. Ein Einzelticket kostet etwa 40 Cent, die Züge sind teils modern, alles ist recht sauber. Eine gute Wahl, um die Innenstadt zu erkunden.

Um unabhängig zu sein wechseln TnT wenige hundert € in Pesos. Die offiziellen Wechselstuben sind dabei zu bevorzugen, als Tourist droht man bei den diversen herumstehenden Geldwechslern übers Ohr gehauen zu werden.

Nächster Punkt abgehakt!

Um 1230 hat Til sein Board und ist glücklich. Die Outdoorläden in Downtown Buenos Aires sind allerdings nicht ergiebig, die Zelte sind entweder blöd oder sehr teuer, meistens beides. Selbes gilt für die Trekkingschuh-Auswahl. Irgendwann vertagen wir das Shopping, ist auch billiger so. Stattdessen gönnen wir uns eine Empanada-Platte.

16 Uhr: wir sind zurück im Apartment. Füße wurden plattgelaufen, viele Dinge wurden gesehen. Später holen wir noch die Wäsche ab, ein Spieleabend rundet den zweiten Tag zu viert dann ab. Bier wird gern in Literflaschen verkauft und ist gut, sympathisches Land 🙂

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Ziehe vom Strand über den Flugplatz ins Hochhaus (ziehe keine AR$ ein)

Sonntag, 28.7.
Okay, gestern war es schon schön warm. Aber auch nur in der Sonne, und der Campingplatz ist mit 13€/Nacht relativ teuer. Es wird Zeit, die Pampa gen BA zu verlassen. Das Apartment beziehen wir dort übermorgen um 12 Uhr (echte Betten!), darum wollen wir einigermaßen in der Nähe übernachten.Vorher besuchen wir die Landzunge, die nördlich von San Clemente del Tuyú in den Atlantik ragt. Leiiiiiider ist die nur über einen Sandweg (erst breit, dann mini) durch ein Naturschutzgebiet zu erreichen. Nordseeflair!

Während der Kluge aus seinen Fehlern lernt, lernt der Weise aus den Fehlern anderer. Konkret: Wassertiefe prüfen! Entweder lässt man einen Prüf-Einheimischen vorfahren, oder man prüft selbst:

Geht. Letzte Zweifel an der Befahrbarkeit mit unserem höhergelegten FWD-Bus werden ausgeräumt, als drei Männer in einem alten Ford Fiesta (Mk4) mit Wohnanhänger den Weg zum Strand einschlagen. Hut ab!Am Strand dann: viel Platz, viele Angler, amtlich fette Muscheln

Auf dem Rückweg hat Tine dann auch Offroadspass. Aus „Martin fahr vorsichtig!“ wird schnell „wuuuiiiiii“.

Die „FlyRanch“ bei La Plata ist unser Campingplatz für die Nacht. Nette Leute, gute Küche, ruhiger Platz, gute Flugshow des Schlepp“flugzeugs“, das die Hängegleiter hochbringt. Mit 5€ außerdem ein Schnäppchen.

Nachts wird der Bus (oder die Fußmatte?) von einem der Flugplatzwachhunde beschützt. Zweeeet!

Montag, 29.7.
Frisch heute! Gegen 10 verlassen wir den Platz in Richtung Buenos Aires. Mit dem abflauenden Berufsverkehr lassen wir uns in die Stadt spülen, um das Apartment zeitig zu erreichen. Es liegt an der Ecke Jujuy/Inclán und ist in einem erst 2 Jahre alten Hochhaus – schick! Pablo, unser Host, ist dann auch um 12 pünktlich zur Übergabe da. Wir wohnen nun 2 Tage lang im 5. Stock.
Das Apartment selbst ist ganz okay. Nicht perfekt sauber, und da alles von der billigsten Sorte ist hängt der Duschkopf, die Türen knarzen, das Rollo im Schlafzimmer geht nicht hoch,…ist das typisch argentinisch? Ne, Vermieter sind doch überall gleich.
Die Dusche ist zumindest heissssssss und das echte Highlight des Hauses wartet sowieso im 10. Stock: die Dachterrasse mit Pool!

Für den Bulli trudelt ein guter Tip vom Freund eines Freundes ein: Andean Roads am Nordrand von BA vermietet Wohnmobile, repariert alles was nen Motor hat und lagert Fahrzeuge für Reisende ein. Außerdem gibt es ein bisschen Platz zum Campen. Martin fragt also an ob die nen (hier unüblichen) T5 auslesen können: Na klar, kommt vorbei!

Damit steht unser Ziel am 1.8. auch fest.
Da der Wecker morgen aus Gründen um 6 klingelt ist der Abend relativ kurz.