Samstag

Ciao, Theresia! Mit der aufgehenden Sonne hieß es Abschied nehmen am Flughafen von Montevideo. Anschließend machten wir uns direkt auf den Rückweg, da Bernd etwa 48h später auch schon in Buenos Aires am Flughafen sein muss. Also gab es ein kleines bisschen Montevideo aus dem Auto heraus für uns:
Der erneute Grenzübertritt war dann die wirkliche Probe: kommen wir auch ohne Joker ins Land zurück?Nein. Ernüchterung. Das teure poder de circulacion sei nicht ausreichend. Da fehle Bernds Unterschrift (behebbar) und dann noch ein Zertifikat des Institutes, an dem die ausstellende Notarin ihren Abschluss gemacht hat (zum Belegen ihrer Legitimität), und noch irgendein Wisch. Der argentinische Beamte war nett und hat uns das alles gründlich erklärt, aber uns trotzdem nicht reingelassen. Also Dad-Joker…. nochmal. Ging dann natürlich auch. Bedeutet aber, dass wir wahrscheinlich in Argentinien bleiben werden.
Einschub: es geht hier immer nur um das Auto. Die Ein- und Ausreise von Personen mit deutschem Pass ist überall vollkommen unproblematisch. Wer jemals was gegen den Schengen-Raum sagt gehört mit Behördenwarteraumzeit nicht unter 48 Stunden bestraft.
Zurück in Argentinien (Ponte International):

Tagesziel war wieder die Therme, dort wurde noch mal ausgiebig gebadet und später hervorragend getafelt.
Sonntag 21.7.
Der klassische Urlaubsmorgen: kurz gebadet, Frühstück, ab auf die Straße gen Buenos Aires. Dass die warmen Tage (bis 20°C) allmählich vorbei sind kündigte sich bereits mit strammer Brise am Ufer des Rio Paraná in Zárate an, wo wir pausierten.
Klassische Mitfahrerposition im Bus:

Aushaltbar.
Zur Übernachtung war ein Naherholungsgebiet am Flughafen angedacht. Das war letztes Mal völlig ausgestorben, aber heute ging die derbe Party. Alles voll mit jungen Leuten und Musik, dazu jede Menge testosterongesteuertes Posen verantwortungsbewusstes Schaufahren auf den omnipräsenten Motorrädern. Bisschen zu voll, wir stellten uns abseits in eine Wiese. Unabsichtlich. Ging nicht mehr voran, Screely saß fest. Wie konnte das passieren? Der Allradantrieb ist (offenbar) seit einer Weile ohne Funktion. Ohne Diagnosegerät lässt sich die Ursache nicht bestimmen, mit viel Glück ist nur ein Kabel oder Stecker hinüber (behebbar), mit Pech die Lamellenkupplung oder Hochdruckpumpe oder oder oder…der Haldex-Allradantrieb ist ansich ne gute Idee, jedoch technisch anfälliger als klassische Systeme und empfindlich gegenüber unterschiedlichen Abrollumfängen vorn und hinten (ups…).
Auf dem Weg zum alternativen Schlafplatz löste die eingelegte Differentialsperre dann auch nicht. Geil, Frontantrieb plus gesperrte Hinterachse. Viel blöder kann es eigentlich nicht laufen.
Das Problem ließ sich aber lösen durch Herumfummeln am Aktor der Sperrklinke:

Demnächst gehe ich der Sache mal näher auf den Grund. Aber dazu sollte es wärmer sein. Wer die Allradtechnik vom Screelander wirklich genau und bebildert kennenlernen möchte: pdf
Am Trucker-Imbiss gabs Gewitter, kalten Wind und fettiges Abendessen, und so ging mit leicht gedämpfter Stimmung der Sonntag zuende.