Freitag

Nach einem eher entspannten Tag ging es am Nachmittag zur 2. Tangostunde. Ging gut, da ist doch ein bisschen was von gestern hängen geblieben.

Von unseren Lehrern haben wir einen Restauranttip bekommen. Also gings gleich nach dem Unterricht in die Stadt. Da fand sich dann auch eine Wechselstube.
Exkurs: die Kohle
Argentinien litt vor 18 Jahren an einer massiven Wirtschaftskrise. Der gemeine Argentinier traut dem Finanzsystem (nicht erst seitdem) quasi traditionell nur sehr begrenzt. 2018 gab es auch nen massiven Absturz des Argentinischen Pesos, seitdem ist das Niveau aber relativ stabil. Mit gewissen Schwankungen liegt der Wechselkurs bei ungefähr 47 Pesos pro Euro. Die Bargeldabhebung am Automaten ist seit irgendeiner Krise stark begrenzt, man bekommt etwa 80€ (also 4000 Pesos) pro Tag, bei hohen Gebühren. Sollte man also vermeiden. Viele Argentinier nehmen entsprechend gern Euro und Dollar an, um ihr Erspartes vor der Inflation zu schützen und vom Automaten unabhängig zu sein.
Für uns bedeutet das: mit richtig viel Cash einreisen, häppchenweise in Wechselstuben tauschen (praktisch gratis). In € bezahlen wo möglich, die Pesos für kleine Läden etc aufsparen. Visa, MasterCard und Maestro ist weit verbreitet, kostet auch nur wenig.
/Exkurs
Weiter zum Restaurant: Fleisch vom Grill ohne Ende und auch ansonsten nett.



Omnomnom!
Anschließend rollten wir durch die belebte Fußgängerzone (viel Leben, viel Ramsch) und nahmen dann wieder ein Taxi zum Apartment.
Samstag
Fresskoma! Es wurde wieder entspannt. Später wurden erste Reparaturen und Zustandsaufnahmen am Bulli gemacht. Kurzfassung: fährt noch ganz gut. Langfassung für Interessierte:
AGR-Ventil vermockt, Glühanlage nicht i.O. (Kerzen oder Relais), Abblendlichreflektoren verkohlt, Birne links kaputt, klapperndes Blech unterm Auto, ASR/ESP (und damit Tempomat) o.F., Airbagleuchte signalisiert Fehlfunktion, Türscharnier kaputt, ZV auch.
Mangels tiefgehender Diagnosetechnik bleiben ESP und Airbag so wie sie sind, die Reflektoren kommen in Deutschland neu und die Glühkerzen wechseln ist ein 2-Tages-Job – Applaus, VW. Natürlich auch Applaus dafür, dass man nach Fahrgestellnummer Teile bestellt, die dann absolut nicht passen. Von BMW und Mercedes bin ich bei der Teileversorgung zwar verwöhnt, aber VW ist da einfach peinlich. Das erwarte ich vielleicht von Fiat.

Naja, wie dem auch sei, das neue Gaspedal passt, und nach Quertausch des Glührelais mit nem anderen Relais glüht das offenbar auch wieder alles. Das AGR-Ventil wird irgendwann mal zerlegt. Der Rest kann warten, TÜV gibt’s hier ja nicht.
Zum Straßenbild von Argentinien folgt noch ein dedizierter Beitrag. Eine Besonderheit sind die Endzeit-Möbel-Oldtimer: Pickups amerikanischen Ursprungs mit 30-60 Jahren auf dem Buckel, gern mit Holzaufbauten, zur Möbellieferung. Die fahren ganz gern durch die Viertel und beschallen alle mit ihrer Werbung. Klingt wie in nem Katastrophenfilm, man versteht kein Wort. Aber es geht bestimmt um Matratzen!
