Am 17.6. war mein letzter Arbeitstag in der Gemeindebücherei – ein sehr komisches Gefühl! Wir waren mit den Kolleginnen noch essen am Tag zuvor und ich habe ein cooles Abschiedsgeschenk bekommen.
Am 18. fand meine mündliche Prüfung statt und damit habe ich meine Ausbildung beendet! Ein sehr tolles Gefühl, darauf mussten wir natürlich erst mal anstoßen.

An meinem ersten freien Tag bin ich dann auch direkt mit der ersten Ladung Kartons nach Hamburg gefahren und ich habe mit der Hilfe von zwei lieben Freunden alles erst mal ins Wohnzimmer meiner Eltern entladen – keine Sorge Mama und Papa, das räumen wir noch weg, wenn wir die zweite Ladung bringen.

Am Tag danach fand unsere Freisprechung statt, die in einem feinen kleinen Rahmen gefeiert wurde. Dort musste ich mich dann auch schon von den Leuten verabschieden, die ich die letzten zwei Jahre zwei mal pro Woche in der Berufsschule gesehen habe und von denen ich einige doch ganz schön liebgewonnen hatte.

Samstagabend waren wir schön mit Lena und Raphael an der Schlachte essen und haben auf meinen Abschluss angestoßen. Danach bekamen die beiden eine Einführung in das Roulettespiel im Casino (dort war Martin mal Croupier) und wir sind rechtzeitig gegangen, sodass alle einen kleinen Gewinn gemacht haben. Juhu!

Am Sonntagmorgen bin ich mit Freunden über den Bürgerweide-Flohmarkt geschlendert und habe mich sehr zusammengerissen, um nichts zu kaufen, das wir jetzt nicht brauchen und das eh nur eingelagert werden muss. Hat relativ gut geklappt! Aber es waren doch ziemlich coole Dinge zwischendurch dabei und ich freu mich jetzt schon darauf, unsere nächste Wohnung einzurichten oder bei der nächsten Gelegenheit mal nach Geschenken für meine Nichte oder mein Patenkind zu gucken.
Ein bisschen war dieser Tag Karma-Tag, denn wir haben 5€ gefunden (und uns dafür Crêpes gegönnt), Theresa hat das perfekte Abschlussgeschenk für ihre Schüler in einem „Zu-verschenken-Kasten“ gefunden und von einem netten Mann, der daneben stand einen Beutel zum leichteren Transport bekommen. Und ich habe einen Käsehobel geschenkt bekommen!

Meine Bilanz:
2 Asterixbände, ein Käsehobel, eine Leinenhose (5€)
ein Kaffee, ein Crêpe, ein Eis (8€)
…so wie das eben immer ist 😀

Martin schreibt noch Bachelorarbeit. Wenn er damit fertig ist, wird er sich hier auch mal zu Wort melden.
Die (hoffentlich) spannenden Reiseberichte kommen natürlich erst noch, aber für mich ist diese Zeit auch schon sehr spannend.
Wir packen unser Hab und Gut zusammen, überlegen, welche Dinge wir wirklich behalten wollen und müssen die Frage „Und wo zieht ihr dann hin?“ immer mit einem Achselzucken beantworten.
Weitere Fragen sind:
- Wohin wollt ihr denn in Südamerika?
Wir landen in Buenos Aires und wollen auf jeden Fall Argentinien erkunden. Die umliegenden Länder wollen wir eigentlich auch mal besuchen, aber womöglich ist es nicht immer möglich mit dem Auto und dem Carnet de Passage (der auf meinen Vater ausgestellt ist) über die Grenzen zu fahren. Also überlegen wir, ob wir uns dann ab und zu aufteilen und zwei beim Auto bleiben und zwei dann ohne Auto über die Grenze reisen.
- Wo arbeitet ihr denn wenn ihr zurück kommt?
Das wissen wir noch nicht. Es ist echt spannend und auch möglich, dass wir im Oktober sagen: Ach, hätten wir es mal anders gemacht.
Aber momentan fühlt es sich gut an, dass wir uns erst mal komplett auf die Reise einlassen und die Berufsplanung auf danach verschieben. Im schlimmsten Fall müssen wir die Zeit vor der „richtigen“ Stelle mit Nebenjobs überbrücken, aber dann ist das so.
- Wo kommt ihr unter wenn ihr zurück kommt?
Tjaa, also glücklicherweise haben wir sehr liebe Familien, die uns beherbergen können, aber auch Freunde, die uns für die Zeit danach zu sich eingeladen haben. (Wir sind grundsätzlich ganz gut darin, Gartenarbeiten oder ähnliches gegen Kost und Logis zu übernehmen, falls ihr Interesse habt 😉 )
Und dann müssen wir gucken, wo wir arbeiten werden und was für eine Wohnungssituation dort herrscht.
Natürlich wollen wir nicht Ewigkeiten ohne Wohnung bleiben und das Hobby „Autoschrauber“ erfordert schon eine etwas spezifischere Art von Wohnmöglichkeit, aber das werden wir dann sehen. Es bringt ja auch nichts, uns darüber jetzt schon verrückt zu machen, wenn wir noch nicht mal wissen, wo wir arbeiten werden.